#92 Beraterin mit Impact: Wie viel Architektur steckt in Vergabe und Politik? - Marina Kuck

Shownotes

Marina Kuck arbeitet nicht am Gebäude, sondern an den Hebeln, die ressourcenschonendes Bauen ermöglichen. Als Architektin, Beraterin und Kammervorständin verbindet sie strategische und berufspolitische Perspektiven – und spricht darüber, wie Architektur jenseits des Entwurfs gestaltet werden kann.

Teaserbild: Marina Kuck, Foto: © Marina Kuck Host und Produktion: Kerstin Kuhnekath Redaktion und Text: Sorana Raulescu, BauNetz CAMPUS

Übersicht aller Folgen mit weiteren Infos & Bildern zu unseren Gästen: https://www.baunetz-campus.de/podcasts

Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen und seid gegrüßt zur zweieinneunzigsten Episode von Studiertem zu Bauen, dem Baunetzkampus Alumnipodcast präsentiert von Gira.

00:00:08: Ich bin Kerstin Kunikatz und ein heutiger Gast ist Marina Cook.

00:00:12: Los geht's!

00:00:12: Herzlich willkommen im Baunetzukamper.

00:00:14: Saloonipod Cast Marina Cook.

00:00:16: du bist Architektin Beraterin bei PD, Berater der öffentlichen Hand Vizepräsidentin der Architektenkammer Berlin und Mitglied von Architects for Future.

00:00:25: wir sprechen heute über deinen Weg vom Studium über die Bürokraxis hin zur Beratung und zum Ehrenamtlichen Engagement in der Kammer.

00:00:34: Du hast Architektur zunächst an der Berliner Hochschule studiert, dein Master in Köln mit dem Schwerpunkt Corporate Architecture gemacht eine Vertiefung, die zunächst nicht auf Nachhaltigkeit ausgerichtet war.

00:00:47: Welche Erfahrungen während des Studiums haben deinen Verständnis von Architekten geprägt?

00:00:52: Erst mal vielen Dank, dass ich da sein darf.

00:00:54: Ich habe mich selber die Einladung gefreut!

00:00:56: Ich muss sagen, die Erfahrungen im Studium haben gar nicht so sehr meinen Drang in Richtung Nachhaltigkeit geprägt würde ich sagen.

00:01:05: aber es hat mich natürlich ein bisschen mehr zu einer Generalistin gemacht.

00:01:08: also einfach verschiedene Sachen zu werden im Bachelor und im Master fand ich total wichtig und auch einfach nochmal einen neuen Blick vielleicht zu bekommen.

00:01:16: das war so ein bisschen die Idee dahinter noch einmal die Hochschule zu wechseln.

00:01:20: Ich glaube eher, so das Drumherum und auch der Austausch mit anderen Studierenden.

00:01:23: Und auch mit meiner Masterarbeit dann später die ich schon in Richtung Nachhaltigkeit ausgerichtet habe war dann das was mich wirklich da hin näher gebracht hat und was auch da das Thema für mich spannend gemacht hat.

00:01:35: Du hast das Voluntärinprojekt in Schiele gemacht?

00:01:38: Das hatte ich in eine ganz konkrete andere Situation geführt den Wiederaufbau eines Gemeinnitzentrums nach einem Fluderreignis.

00:01:45: Wie war das?

00:01:46: Das war total interessant, hat erst mal gar nicht so viel mit Architektur in dem Moment zu tun gehabt.

00:01:53: Es war eigentlich fast mehr Sozialarbeit würde ich sagen weil wir ziemlich viel beim Aufräumen und mit den Leuten sprechen.

00:02:01: dabei waren irgendwie so eher die Geschichten uns angehört haben.

00:02:04: Und die unterstützt haben, beim Wiederaufbau aber gar nicht so konkret architektonisch wieder aufbauen sondern eher Sachen zurückräumen... ...und wieder in Ordnung bringen Erde zurechtdrücken, die Bete irgendwie wieder einigermaßen hinbekommen.

00:02:18: Das war ganz anders als das was man im Studium macht natürlich.

00:02:23: Wesentlich sozialer, wesentlich mehr der Austausch mit den Menschen vor Ort.

00:02:28: Das war einfach was ganz anderes als das, was man sonst im Studium gemacht hat.

00:02:32: Deswegen fand ich es total interessant und auch

00:02:34: bereichernd.".

00:02:34: Werbung!

00:02:35: Der Baunetz Campus Alumni Podcast wird unterstützt von Gira – das sind die mit den Schaltern.

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00:03:24: Und wie bist du zu einem Lebenbauprojekt in Senegal

00:03:28: als

00:03:28: Thema deiner Masterarbeit gekommen?

00:03:31: Ich hab so ein bisschen geguckt, was es gibt an Wettbewerben generell und habe auch versucht zu schauen, was in Richtung Nachhaltigkeit geht.

00:03:38: Weil ich mich für Lehmbau prinzipiell interessiert habe.

00:03:40: Das war jetzt keine Vorgabe im Wettbetrieb.

00:03:43: Das ist eine Entscheidung, die ich selber getroffen habe, was ich gerne machen wollte mit welchem Thema ich mich noch mal vertieft befassen wollte.

00:03:51: Dieses Projekt hat dann einfach gepasst in die Richtung, weil dort natürlich auch die klimatischen Bedingungen einfach so anders sind.

00:03:58: Dass man dort viel einfacher mit Leben bauen kann als hier.

00:04:02: Deswegen habe ich das dann ausgesucht.

00:04:03: aber es hatte jetzt prinzipiell erstmal gar nicht diese Anforderung in diese Richtung.

00:04:07: Ich hab' das dann eher so interpretiert

00:04:10: Und dass du sagst ist ja ein Wettbewerb

00:04:12: Genau, das war so ein studierenden Wettbewerb damals.

00:04:15: Ich glaube ich habe am Ende gar nicht wirklich eingereicht, weil ich dann doch zeitlich so ein bisschen knapp dran war und es nicht mehr fertigstellen konnte bis die Deadline war.

00:04:24: aber um einen Thema zu finden für die Masterarbeit war das erstmal gut in den Ort zu haben Grundstück zu haben Ein paar Rahmenbedingungen zu haben, die vorgegeben sind Und deswegen fand ich das eigentlich ganz sinnvoll, dass dann trotzdem weiterzuführen auch wenn ich irgendwann mal gemerkt hab okay Die Einrichtung schaffe jetzt natürlich nicht mehr Genau, aber so für die Rahmenbedingungen ist es ganz nett, sowas zu haben.

00:04:45: Und wie ging das mit Corporate Architecture zusammen?

00:04:48: Eigentlich gar nicht!

00:04:50: Es war dann ein bisschen eine freie Interpretation.

00:04:53: also ich hatte am Ende auch nur einen Betreuer von meiner eigenen Hochschule und habe dann noch eine Betreurerin der RWTH Aachen dazu genommen, die da ein bisschen mehr Expertise in dem Feld hatte ... konnte ich das dann auch wirklich so durchziehen, weil ... ... meine Professorinnen eher gesagt haben, nee also ... ... können wir nicht betreuen.

00:05:10: Wir werden es da nicht auskennen!

00:05:11: Zum Glück hat man an der TH Köln... ... so viel Freiheit gehabt dass es jetzt kein Problem war,... ...dass ich nicht so spezifisch in dem Themenfeld geblieben bin.

00:05:19: Ich habe auch im Master gemerkt, dass das mich als Thema ... ... nicht so reizt.

00:05:22: Das waren die Gründe warum ich diesen Master gewählt hab.

00:05:26: Haben sich nicht so erfüllt für mich und mein Interessen haben sich während des Studiums einfach ein bisschen geändert Und dann war ich sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, die dann trotzdem in der Masterarbeit zu verfolgen und da dann nochmal Wissen aufzubauen was mir jetzt auch einfach geholfen hat für später.

00:05:43: Und dein Interesse ging in welche Richtung dann mehr?

00:05:45: Die Veränderung?

00:05:47: Auf jeden Fall mehr in Richtung Nachhaltigkeit andere einfachere Bauweisen.

00:05:52: Ich war immer schon sehr an Holzbau interessiert.

00:05:54: das war ein bisschen ein Mischprojekt aus Lebenbau und Holzbau Und ich wollte mich eigentlich einfach in diese Themen mal reinarbeiten und habe dann das als Rahmen gewählt.

00:06:04: Das hat sich ganz gut ergeben, ja also die Nachhaltigkeitsthemen haben mich einfach so ein bisschen gepackt während des Studiums.

00:06:11: Danach bist du in ein kleines Berliner Architekturbüro

00:06:14: eingestiegen,

00:06:15: hast dort über mehrere Jahre gearbeitet und alle Leistungsphasen durchgearbeitet von Wohnungsbau bis zu kleineren Gewerbeprojekten.

00:06:23: Was hat dir diese klassische Büro-Erfahrung gegeben?

00:06:26: Und wann hast du gemerkt dass du den Maßstab wechseln willst?

00:06:30: Es war gar nicht so eine bewusste Entscheidung, den Maßstab zu wechseln.

00:06:33: Ich wollte auf jeden Fall nach dem Studium erstmal die klassische Architekturarbeit kennenlernen und auch in einem Büro arbeiten wo ich die Möglichkeit habe das alles mal auszuprobieren.

00:06:42: da hatte ich wirklich Glück in dem Sinne weil ich ein bisschen länger gebraucht habe überhaupt erst einmal einen Job zu finden und es dann auch eher über Ecken erst geklappt hat.

00:06:53: richtig cool, dass ich auch direkt von Anfang an relativ viel Verantwortung bekommen habe.

00:06:57: Weil wir halt nur zu zweit waren, mein Chef und ich.

00:06:59: Wir hatten am Anfang noch einen freien Mitarbeiter für manche Projekte aber so bekommt man natürlich ziemlich schnell ziemlich große Aufgaben weil man sich das alles teilen muss und das fand ich total schön dafür alle Bereiche und alle Leistungsphasen Einblicke bekommen zu können und dann natürlich die Möglichkeit zu haben in die Kammer einzutreten, weil das schon auch ein Ziel von mir war auf jeden Fall den Titel Architektin tragen zu dürfen.

00:07:23: Heute begleitest du bei PD bundesweite Projekte.

00:07:28: Gebäude-Zustandserfassung fallen darunter Infrastrukturverhaben geflüchteten Unterkünfte und du entwickelst europaweite Ausschreibungen und berätzt Susannierungsstrategien im Kontext der Europäischen Gebäuderechtlinie EPBD Da steht für Energy Performance of Buildings Directive.

00:07:45: Wie bist du da gelandet?

00:07:48: Das war eigentlich total der Zufall.

00:07:50: Also ich habe mich schon so ein bisschen umgeschaut, weil in dem Büro, in dem ich war gemerkt hab dass sich dann nicht mehr so viel Neues lernen kann.

00:07:56: Ich war da vier Jahre und die Projektmaßstäbe haben sich jetzt nicht so verändert in der Zeit.

00:08:01: wir hatten auch hauptsächlich einen Bauherren auch mal kleinere Projekte mit anderen.

00:08:05: aber es hat sich wiederholt.

00:08:09: Ich hatte schon das Bestreben, irgendwie mal was anderes zu sehen.

00:08:12: Hatte aber nicht so eine konkrete Vorstellung, was ich machen will.

00:08:15: Ich wäre gerne auch in ein Büro gegangen, was nachhaltiger plant.

00:08:18: Aber da hat es einfach nicht geklappt.

00:08:21: und danach wurde ich dann von einer Personalerin angesprochen Und die hat mir diesen Job vorgeschlagen.

00:08:29: Ich hatte gar nicht damit gerechnet, dass man irgendwie ernsthaft solche Anfragen bekommt.

00:08:33: Das war tatsächlich über LinkedIn.

00:08:34: So Talent

00:08:35: Scout?

00:08:36: Genau und ich dachte nicht das man sowas bekommt um es dann ernsthafte Angebote sind.

00:08:42: aber im Endeffekt habe ich dann diesen Bewerbungsprozess mitgemacht und hab mehr auch über das Unternehmen gelernt und fand zwar ganz interessant und dachte ich kann's ja mal ausprobieren.

00:08:50: Was machst du mit deinem LinkedIn Profil, dass dich da Talent Scouts finden und ansprechen?

00:08:56: gar nichts damit gemacht, fand ich.

00:08:57: Also ich hatte natürlich angegeben an welchen Hochschulen nicht war dass ich ein Auslandssemester gemacht habe welche Sprachen ich spreche solche Sachen.

00:09:03: aber ich glaube es war wirklich Zufall.

00:09:05: also ich vermute mal das da doch relativ viele Leute angeschrieben wurden.

00:09:08: Ich hab einfach vielleicht dann reagiert und auch gleichzeitig die Anforderungen erfüllt.

00:09:14: Es muss ja auch menschlich passen.

00:09:15: Das ist ja auch immer ein Ding in einem Team.

00:09:17: es geht ja nicht nur um die Kompetenzen sondern am Ende zielt's auch ob man im Bewerbungsgespräch sich versteht oder nicht.

00:09:24: Ich glaube nicht, dass ich irgendwie meinen LinkedIn-Profil so toll aufgebaut habe.

00:09:27: Dass das dazu geführt hat, dass sich angesprochen wurde.

00:09:31: Aber es hat trotzdem dazugeführt!

00:09:33: Welche Kompetenzen aus deiner Ausbildung helfen dir jetzt und wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

00:09:39: Auf jeden Fall ganz anders als früher.

00:09:42: Die ganzen Kompetenz, die ich im Zusammenhang mit einem Verständnis von dem Bauprozess erlangt habe im Büro... Das hilft mir jetzt einfach in der Arbeit, weil das ist ja auch praktisch meine Aufgabe.

00:09:53: Ich muss die Bauexpertise in diese Projekte mit einbringen was mein Arbeitsalltag aber eigentlich es ist viel Projektmanagement.

00:10:00: also man koordiniert sehr viele Dinge und muss natürlich auch immer die inhaltlichen Themen die man bearbeitet und die man dann auch einarbeitet zum Beispiel nach funktionellen Leistungsbeschreibung Themen zu verfassen an den Kunden weiterbringen und denen erklären, wie der Prozess funktioniert.

00:10:16: Und eben auch relativ kleinteilig runterbrechen so dass da auch ein Verständnis ist weil die Behörden mit denen wir zusammenarbeiten oft gar nicht diese Baufach-Expertise haben.

00:10:25: Ja das kann ich mir vorstellen.

00:10:27: es ist auch total Wichtig diese Beratung und du beschreibst deine Rolle in der Beratungen als Hilfe zur Selbsthilfe.

00:10:34: Also Verwaltung sollen, wie Du jetzt auch gesagt hast befähigt werden Projekte eigenständig und strukturiert umzusetzen Und wie funktioniert das konkret?

00:10:42: Wo stößt dieser Anspruch an Grenzen in der Praxis?

00:10:47: Ich glaube es ist oft eine Kapazitätenfrage

00:10:50: In

00:10:50: der Verwaltung Vor allem weil Es nicht immer Menschen gibt, die man so gut einarbeiten kann in die Themen.

00:10:57: Dass sie solche Aufgaben wieder komplett übernehmen können.

00:11:00: im Nachhinein also wir hatten zum Beispiel jetzt als Beispiel für dieses große Geflüchtetenprojekt sehr viele Prozesse in Gang gebracht um das ganze Wissen konkret zusammenzubringen dass es dann wieder verfügbar ist für die Behörden das sehr klein runtergebrochen in Leitfäden und alle Prozeste nochmal erklärt aber oft haben die nicht die Kapazitäten, diese ganzen Prozesse zu übernehmen.

00:11:26: Welche Prozesses sind das eigentlich genau nur um das mal greifbar zu machen?

00:11:29: Also zum Beispiel Ausschreibungen erstellen und FLB erstellen den ganzen Vergabeprozess begleiten, nicht nur die Vergabeplattformen bedienen sondern eben auch dann Wieterfragen beantworten ja alles was so rein fällt in dem Prozess einer großen Vergabe und auch im vorlaufenden Prozess die Organisationen auch die Strukturierung von so einem

00:11:52: Projekt Also sehr umfangreich.

00:11:54: Also kann man sich vorstellen, wenn du sagst die Kapazitäten sind da manchmal dann mehr als ausgeschöpft?

00:11:59: Ja es sind halt zusätzliche Aufgaben, die nicht angedacht sind eigentlich vor allem nicht in den Abteilungen.

00:12:04: oft also ist ja oft so dass man dann zum Beispiel gerade bei so einem Projekt wie Geflüchtetenunterkünfte eine Abteilung hat, die eigentlich für soziale Fragen zuständig ist oder für Jugendliche oder irgendwelche Familienthemen und die haben nicht die Bauexpertise die dann

00:12:19: z.B.,

00:12:20: die Baubehörden haben.

00:12:22: Das heißt, da gibt es einfach so eine Schere.

00:12:25: Die können nicht die ganzen Prozesse übernehmen und der restliche baufachliche Teil der Behörden ist oft so ausgelastet dass sie auch nicht unterstützen können.

00:12:33: also das ist... wir haben einfach zu wenig Leute in den Behörde und das ist ein Problem was sich durchzieht durch die Projekte die wir bearbeiten.

00:12:41: Wir werden dazu geholt wenn's eben an Leuten fehlt eigentlich An Leuten und Expertise.

00:12:47: Das heißt ihr könnt nur versuchen den ganzen Prozess zu optimieren damit das irgendwie funktioniert.

00:12:52: Es kommt so ein bisschen auf das Projekt an, es gibt Projekte bei denen kann man wirklich Prozesse anstoßen und die laufen danach in den Behörden weiter.

00:13:02: Es gibt aber auch Projekten da kriegt man das nicht so richtig hin weil sie dann vielleicht auch zu klein und spezifisch sind um das dann eins zu eins übertragen zu können aufs nächste Projekt.

00:13:10: also es gibt dann doch wieder so spezielle örtliche Begebenheiten die sich unterscheiden beim nächsten Projekt die dann wiederum neue Erfordernisse haben die dann schwierig gelöst werden können, wenn man nicht weiß warum man bestimmte Sachen macht oder das nicht in der Tiefe versteht.

00:13:26: Es ist schon eine Gratwanderung manchmal und es kommt wirklich sehr stark auf das Projekt

00:13:31: an.

00:13:33: Nachhaltigkeit und zirkuläres Bauen gehören in deiner Beratungsstätigkeit auch zu den zentralen Themen.

00:13:39: Du wirkst auch an Forschungsprojekten zu zirkuleeren Bauen mit und berätst dazu auch öffentliche Auftraggeber.

00:13:46: Bei der Einbindung nachhaltiger Kriterien in Beschaffungsprozesse leidet das auch darunter unter dem Personalmangel?

00:13:54: Oder wo siehst du die größten strukturellen Hindernisse.

00:13:57: Also ich glaube konkret bei der Einbildung von nachhaltigen Materialien in die Beschaffungsprozesse hat man eher eine finanzielle Problematik, also wenn es nicht gesetzlich vorgegeben ist dann wird immer das günstigere Produkt gewinnen und das ist oft das nicht so nachhaltige Produkt aktuell noch.

00:14:12: Also mittlerweile haben viele Behörden sehr starke Voraussetzungen und Vorgaben für solche Beschaffungen, aber es ist nicht der Standard.

00:14:23: Und es ist auch in jedem Bundesland das Klimaanpassungsgesetz gleich.

00:14:31: Es gibt sehr viele Faktoren die mit rein spielen warum bestimmte Projekte angeschoben werden.

00:14:36: Das braucht aber mal einen Grund also von alleine passiert es nicht so.

00:14:40: Auch wenn man dahingehend berät Stößt man da oft auch doch an Grenzen und kann es nicht immer durchsetzen, weil es dann doch oft gegenargumentiert wird.

00:14:50: Weil diese Lebenszyklusanalyse zum Beispiel der Lebenszyklus Betrachtung... ...nicht durchgeführt wird also auch die Lebenszykus kosten werden oft nicht betrachtet sondern nur die Investitionskosten.

00:15:00: Und

00:15:01: wenn das ein Standard wäre Dann könnte man sowas viel besser verargumentieren und viel leichter auch umsetzen.

00:15:07: Das wird aber glaube ich noch ein bisschen Zeit brauchen bis es wirklich in allen Prozessen so vorgegeben ist.

00:15:15: Also dadurch, dass ihr bundesweit agiert ist es natürlich auch total offensichtlich für euch dann auch, wo die Unterschiede eben das Ganze auch so schwierig machen.

00:15:24: Ein Thema, das die Branche ja auch stark bewegt und seit Jahren ist der Anteil offener Architekturwettbewerbe bei öffentlichen Vergabeverfahren, der gering ist – zu gering sagt die Architekte in den Schaft.

00:15:36: stattdessen dominieren vereinfachte Vergabeverfahren, die aus Sicht vieler Architektin und Architekten auf Kosten von Qualität und Chancengleichheit gehen.

00:15:44: Ist das ein Thema, dass du in deiner Beratungstätigkeit auch verfolgst?

00:15:48: Und wie offen sind die Ohren auf die du stößt vielleicht den Kommunen und Verwaltung wenn du für offene Wettbewerbe argumentierst.

00:15:55: Tatsächlich hatte ich jetzt noch kein Projekt bei dem ich einen Vergabeverfahren begleitet habe wo es um konkrete Planungsleistungen ging.

00:16:04: Deswegen habe ich damit persönlich noch nicht zu tun gehabt.

00:16:07: Ich weiß aber, dass in anderen Abteilungen das immer ein Thema ist.

00:16:10: gerade mit den Ministerien ist es immer ein großes Thema weil das auf Bundesebene natürlich auch sehr weitstrahlende Projekte sind und die auch eine Vorbildwirkung haben sollen.

00:16:20: Da werden ja auch Wettbewerbe durchgeführt Nicht unbedingt immer offene Teilweise wahrscheinlich auch geladene.

00:16:27: Da stecke ich aber nicht so tief drin, dass sich da jetzt sagen könnte das wir in der Beratung so viel Einfluss haben.

00:16:33: Das ist oft ja auch wieder eine Kapazitätenfrage oder das wird vorgeschoben.

00:16:38: Das Argument, dass man damit zu viele Kapazität bindet und es zu aufwendig ist und zeitaufwändig vor allem

00:16:45: Ende Jahrzehnte,

00:16:47: bis

00:16:47: du in die Architektenkammer Berlin eingetreten hast.

00:16:51: Zunächst in der Strategiegruppe Newcomer mitgearbeitet dich also relativ direkt auch engagiert und bist seit dem Jahrzehnzehnten im Vorstand.

00:17:01: Was hat dich motiviert diesen Schritt zu gehen?

00:17:04: Und wie erlebt man als Newcomers den Einstieg in ein solches Gremium?

00:17:10: Ich glaube meine Motivation am Anfang war als ich eingetreten bin und dann immer den Newsletter gelesen habe, dass ich das Gefühl hatte, dass so junge Stimmen gar nicht so viel gehört werden.

00:17:21: Und ich bin dann über den Strategietag Newcomer reingekommen ins Engagement, sage ich mal, weil das so ein Rahmen ist der einen Austausch bietet zwischen jungen Architektinnen und auch Studierenden und erfahrenen Architekten.

00:17:35: Natürlich sind da die anderen Fachrichtungen dabei Und diese Diskussion, die es dort gab.

00:17:42: Es ging in dem Strategietag um das Thema Krise, fand ich total spannend zu sehen wie unterschiedlich das auch wahrgenommen wurde von der jüngeren Generationen, die da sehr viel Angst und Sorge mit reingebracht hat und von der älteren Generation, die natürlich auch das sieht oder sah als eine Gefährdung des Standards vielleicht oder der Bürostrukturen, wie sie jetzt gerade sind aber ... oft schon so viele Krisen irgendwie durch hatte, dass die da mehr Entspanntheit glaube ich auch an den Tag gelegt haben.

00:18:15: Und so einen Rahmen zu haben in dem man diskutieren kann und sich austauschen kann das fand ich total cool... ...und habe mich deswegen dann danach eben auch in der Strategiegruppe Newcomer selbst engagiert,... ...und bin dann zu den Treffen gegangen und hab mir angeguckt was da eigentlich so gemacht wird.

00:18:30: Und fand es einfach cool, dass man auch als junges Mitglied mitwirken kann!

00:18:35: Und dann für den Vorstand zu kandidieren oder die Vertreter in Versammlung erstmal zu kandidieren, hat sich so ein bisschen ergeben.

00:18:42: Weil wir mal als Strategiegruppe Newcomer in der VV zu Besuch waren und ich dort das Gefühl hatte dass der Altersdurchschnitt relativ hoch war... ...und ich mich persönlich jetzt nicht so repräsentiert gefühlt habe von der Vertreternversammlung.

00:18:56: Es gab dann die Möglichkeit weil es eben diese Wahl stattgefunden hat sich aufstellen zu lassen und da ich mich eh bei Architects for Future vorher schon ein bisschen engagiert hatte, ist es dann ganz gut zusammengekommen.

00:19:10: Du bist auch die einzige Angestellte im Vorstand der Kammer das heißt da vertrittst du auch eine sehr große Gruppe von Mitgliedern deren Berufsrealität sich strukturell von der Selbstständigkeit unterscheidet also von den selbstständigen Architektinnen unterscheiden.

00:19:26: Wo siehst du hier den größten Handlungsbedarf und was bedeutet diese Perspektive konkret für die politische Arbeit in der Kammer?

00:19:33: Ich finde es ganz spannend, weil mittlerweile sind über fünfzig Prozent der Mitglieder an der Kamera angestellt.

00:19:39: Und man merkt schon dass sich einfach die Art wie wir arbeiten ändert.

00:19:44: ich glaube was immer noch nicht so ganz da ist das Angestellte und freischaffende die gleiche Arbeit eigentlich oft machen.

00:19:55: Also es gibt sehr viele angestellte Architektinnen, die sehr viel Verantwortung tragen auch.

00:20:00: Es gibt Angestellten GeschäftsführerInnen, es gibt Leute, die große Projekte leiten und ich glaube manchmal wird das nicht so gesehen.

00:20:09: also die Freischaffen haben oft doch noch einen Blick dass viel mehr Last auf ihren Schultern ist und das würde ich gar nicht unbedingt so sehen.

00:20:18: Ich glaube es ist doch schon relativ breit verteilt einfach die Art und Weise, wie wir vielleicht auch uns in unserem Beruf sehen.

00:20:25: Und wie auch unser Berufsbild ist.

00:20:26: Ich glaube das ist eigentlich das wo wir die größte Stellschraube noch haben weil es doch relativ viele Sachen gibt, die noch so ein bisschen veraltet sind.

00:20:35: Das Bild von irgendwie einem tollen Stararchitekten meistens auch einen Mann natürlich Das ist einfach nicht mehr das, was heutzutage ist.

00:20:44: Es geht vielmehr auf Teamwork und Zusammenarbeit hinaus... ...und man merkt einfach, dass die Projekte besser werden wenn man zusammen arbeitet,... ...wenn man auch interdisziplinär arbeitet, wenn man sich vernetzt,... ...weil man voneinander auch vom Wissen voneinander

00:20:57: profitiert.".

00:20:59: Und ich glaube, das ist so ein bisschen eher das was für mich spannend ist als junge angestellte Person zu sehen dass doch diese Bilder sich einfach ein bisschen ändern und vielleicht auch ein bisschen aufgebrochen werden

00:21:09: müssen.

00:21:10: Total spannend weil die freie Architektin der freien Architek so habe ich das gelernt und auch im Berufsleben erfahren ist sozusagen das non plus ultra.

00:21:22: Alle anderen sind dann angestellt, haben geringeres Risiko und haben nicht die Handschrift, die sie da drunter setzen.

00:21:29: Obwohl das natürlich total unfair ist, weil sie natürlich sehr viel reinstecken.

00:21:34: Also würdest du auch sagen dieses Berufsbild muss generell überdacht werden?

00:21:39: Da findet ein Schiff statt, es bewegt sich...

00:21:43: Ja also ich meine man muss immer mit bedenken dass wir trotzdem Angehörige eines freien Berufs sind.

00:21:49: Wir haben trotzdem den gleichen Berufsetos, wir haben trotzdem die gleiche Pflicht zur Gemeinwohlorientierung.

00:21:55: Wir müssen trotzdem alle so handeln das es für alle super ist.

00:21:59: Also ich finde nur auf die Anstellungsart zu beschränken ist ein bisschen schwierig weil wir alle diese Verantwortung gemeinsam tragen und auch jeder kleine Planner und jede kleine Planerin die nur Details zeichnet trägt zu diesem großen Ganzen ja auch bei.

00:22:14: also Schade, wenn man das darauf jetzt runter reduziert.

00:22:19: Und natürlich hat man als Geschäftsleitung oder als Eigentüber von einem Büro nochmal andere Risiken – das auf jeden Fall!

00:22:30: Aber ich glaube auch trotzdem, dass die Zukunft darin liegt, das eben nicht auf eine Person zu beschränken.

00:22:37: oft.

00:22:37: Also... Man merkt auch finde ich, dass so jüngere Büros jetzt doch eher oft kooperativer aufgesetzt sind.

00:22:44: nicht eine Person die ganze Verantwortung trägt und alle anderen sind nur drunter angestellt, sondern es sind oft mehrere Personen, die zusammen das Leiden.

00:22:51: Es ist eher die Regel, dass man sich so zusammentut und eben nicht auf nur zwei Schultern diese ganze Last hat, sondern dann das ein bisschen mehr aufteilt und dadurch auch einfach dazu gewinnt weil man auch Entscheidungen nicht ganz alleine treffen muss vielleicht, weil man einfach weniger Druck auch hat als eine Person.

00:23:09: Ich glaube beides ist total wichtig, weil einerseits wird die Bürolandschaft etwas weniger vielfältig.

00:23:14: Weil die Büros größer werden dafür weniger als wirtschaftlichen Gründen wie es im Moment so läuft.

00:23:20: da kann man ja auch nur sagen ohne die Angestellung gäbe es die Arbeit auch nichts.

00:23:24: Und auf der anderen Seite beobachte ich auch, was du beschreibst.

00:23:27: Dass es immer mehr Kollektive gibt oder Kooperationen usw.

00:23:32: Das ist dann sozusagen die jüngere Gegenbewegung halt.

00:23:35: Ich glaube das sind aber auch noch mal zwei Themen weil so diese Konklomerate von extrem vielen Mitarbeitenden in einem Büro... ...das finde ich nochmal ein anderes Thema und vielleicht auch ein anderes Problem.

00:23:50: Ja, oft auch Büro-Strukturen sind die dazu führen dass eine relativ hohe Fluktation unter den Mitarbeitenden ist.

00:23:56: Wenn dann mal ein großes Projekt wegbricht, dann sind halt auch ganz schnell einige Mitarbeiter entlassen und das ist bei den eigentlich ja ursprünglich sehr verbreiteten kleineren mittelständischen Unternehmen im Architekturbereich anders einfach.

00:24:09: Da richtet man auch die Projekte eher danach aus wie viele Leute man vielleicht hat.

00:24:14: Vielleicht ist es auch dem geschuldet, dass es jetzt einfach so große Riesenprojekte gibt und eben auch die öffentliche Hand Projekte leider oft zu groß vergibt.

00:24:21: Und nicht diese Kleinteiligkeit, die eigentlich in den Büros vorhanden ist nutzt!

00:24:26: Weil da ist natürlich ganz viel Vielfalt, die da verloren geht.

00:24:30: Also Großvergeben heißt in einer Hand geben und nicht verteilen.

00:24:34: Genau, also oft sind es ja Projekte für ganze Quartiere die dann an einen Büro vergeben werden in Erplanung was da ein Riesenbüro ist das dann auch total spezialisiert sein muss genau auf das weil sonst kann man gar nicht die ganzen Kriterien erfüllen um sich auf das Projekt zu bewerben.

00:24:48: Und ich weiß nicht ob das eine Entwicklung ist die ich so gut finde weil doch die Vielfalt einfach an Kreativität einschränkt oft auch gar nicht die Chance gibt, den kleineren Büros Teil davon zu sein.

00:25:01: Schon gar nicht den jungen Büros weil sie können dann gar nicht diese Referenz vorweisen?

00:25:05: Genau ja und ich habe gerade gedacht du hast eben die Kapazitäten erwähnt.

00:25:10: Ich kann mir vorstellen dass man da auch wieder das Argument vorschiebt in einer Hand geben dann haben wir es weg was eigentlich nicht stimmt.

00:25:18: aber das ist nochmal ein anderes Thema.

00:25:20: Ja bedingt stimmt.

00:25:21: also ich glaube es ist immer eine Organisationsfrage.

00:25:26: oder meine Erfahrungen nach.

00:25:27: die große Sorge in den Behörden ist, dass diese ganzen Vergabesysteme auch zu großen Monstern sind.

00:25:34: Und wenn man dann danach, wenn es dann vergeben ist so ein Projekt zu viele Ansprechpersonen hat, wird's einfach zu unübersichtlich.

00:25:40: Aber ich glaube das ist ein Trugschluss.

00:25:44: Da muss man vielleicht bessere Wege finden um kompakter und schlanker zu vergeben.

00:25:49: Das würde ich gar nicht sagen, dass das nicht so ist.

00:25:51: Das kann ich mir schon vorstellen.

00:25:53: Aber dann musste man auch in die Richtung arbeiten und muss ausprobieren.

00:25:56: Genau, also dass man einfach sagt wir wollen das, ne?

00:25:59: Also das ist ja die große Frage warum es der Wille?

00:26:04: oder wirkt es so als sei der Willi nicht so groß um das mal auszuprobieren?

00:26:08: wie kann man kompakt und schlank denn hinkriegen?

00:26:12: Deine inhaltlichen Scherpunkte im Kamerengagement sind Nachhaltigkeit auch Umba-Kultur und der politische Dialog mit Senat und Parteien?

00:26:22: Wo siehst du aktuell die größten Hebeln und was lässt sich aus einer Kammer heraus tatsächlich bewegen?

00:26:27: Wir haben es gerade schon ein bisschen angerissen, aber die Frage vorher zielte eben auf das Angestellten-Dasein auch.

00:26:32: Genau also ich glaube dass ist so ein bisschen der Unterschied zwischen dem Wirken nach innen und dem wirken nach außen.

00:26:37: Nach innen sind genau diese Themen Berufsbildstrukturen

00:26:41: usw.,

00:26:41: die mich sehr beschäftigen.

00:26:43: Nach Außenhinten ist natürlich schon auch unsere Interessen zu vertreten.

00:26:46: Das ist ja auch eine unserer Aufgaben als Kammer.

00:26:49: Und gerade solche Themen wie Vergaben schlanker irgendwie hinzubekommen, dass sie dann trotzdem gute Wettbewerbe möglich machen und nicht alles nur an irgendwelche GUs vergeben wird.

00:26:59: Das ist ein wichtiges Anliegen was wir haben in die Politik.

00:27:02: Und diesen Austausch mit der Politik finde ich total spannend auch die Möglichkeit zu haben als Wissensträger gesehen zu werden, weil wir als Kammer, als Körperschaft des öffentlichen Rechts natürlich ein anderes Standing haben.

00:27:14: Als jetzt irgendein Lobbyverband der für die Bauindustrie in solche Gespräche geht.

00:27:20: In schwächeres Standing oder ein besseres?

00:27:23: Ich

00:27:23: habe das Gefühl, wir werden neutraler gesehen was aus meiner Sicht auch richtig ist, weil natürlich haben wir persönlich Interessen, die in bestimmte Richtungen gehen vertreten aber eben unsere Zehntausend Mitglieder und Wir müssen Positionen finden, die verträglich sind für alle, die bei uns in der Kammer Mitglied sind.

00:27:43: Und das dann an die Politik zu bringen ist die Aufgabe, die wir haben und auch zu vertreten was im Interesse eben der ganzen Architektinenschaft und auch der anderen Fachrichtungen ist.

00:27:55: diesen Austausch finde ich total wertvoll und habe auch das Gefühl, man bekommt ein offenes Ohr wie viele am Ende wirklich dann einfließt in Parteiprogramme oder in Senatsentscheidungen oder Prozesse die gestaltet werden.

00:28:08: Das sieht man dann immer erst im Nachhinein.

00:28:10: aber überhaupt die Möglichkeit zu haben sich auszutauschen und da den aktuellen Wissensstand unseres Berufsstandes einzubringen finde ich Total wertvoll.

00:28:21: also das heißt die politische China interessiert dich auf jeden Fall.

00:28:25: Würde es dich auch interessieren, in die Politik vielleicht irgendwann zu gehen?

00:28:29: Also ich finde total interessant wie die Prozesse in der Politik ablaufen.

00:28:34: Ich find's aber auch sehr frustrierend weil das alles sehr langsam ist und ich auch das Gefühl hab... um in der Politik wirklich in eine Position zu kommen, in der man was bewegen kann und erreichen kann braucht es sehr viel Ellenbogen.

00:28:49: Und das ist nicht so meine Art!

00:28:50: Ich bin nicht so eine Person die gerne sich gegen andere stellt und irgendwie gegen die kompetitiv durchsetzt.

00:28:58: Ich finde es viel schöner zusammenzuarbeiten, sich gegenseitig zu bereichern zu pushen und auch mehr zusammenzubekommen, als wenn man das alleine

00:29:06: machen würde.

00:29:07: Also gegenseitige Förderung auch und sich unter die Arme greifen?

00:29:12: Das ist glaube ich nicht wie Politik funktioniert leider.

00:29:15: Ja, ich glaube auch.

00:29:16: Ich glaube auch dass es vor allen Dingen noch härter geworden mit der Zeit.

00:29:22: Man wird doch persönlich sehr angegriffen, wenn man in der Politik ist.

00:29:26: Du siehst dich langfristig eher in einer fachlich vertiefenen Expertenrolle auch als in einer hierarchischen Managementfunktion, was ja auch zu dem passt.

00:29:35: Was du gerade gesagt hast?

00:29:37: Was steckt hinter dieser Entscheidung?

00:29:40: So ein bisschen mein Problem immer mit solchen Hierarchien ist das genau nicht so.

00:29:46: die Art dass wie ich gerne zusammen arbeite und Ich übernehme jetzt zum ersten Mal eine Projektleitung in einem Projekt und ich merke schon, dass die Aufgaben, die man noch dazu bekommt, nicht unbedingt die Aufgabensinn, die mir am meisten Spaß machen im Job.

00:30:01: Weil mich schon das Inhaltliche am meisten interessiert.

00:30:04: also wie gehen wir an dieses Projekt ran?

00:30:06: Wie können wir das so gut gestalten, dass es für den Kunden auch gut ist Und diese organisatorischen oder... Ja, Projektarbeiten die eher so in dem Bereich fallen nochmal Kapazitäten zu planen oder irgendwelche Rechnungen zu stellen.

00:30:23: Das ist was das mir jetzt nicht so viel Spaß macht und das ist natürlich auch das was man zum Beispiel im Büro dann machen würde wenn man dann in einer führenden Position ist, in der leitenden Position.

00:30:34: aber das sind die Themen die ich eigentlich gar nicht so spannend an einem Job finde.

00:30:38: und die normale Entwicklung ist schon dass man immer mehr in diese Themen reinrückt.

00:30:43: Ich finde so, wenn es dann ganz am Ende so ist dass man tatsächlich Qualitätssicherung betreibt.

00:30:47: Dass man in allen Projekten so drin ist das man guckt haben wir inhaltlich das erreicht was wir uns vorgestellt haben und da nochmal Sachen prüft und da noch mal drauf schaut.

00:30:57: das ist dann wieder spannend.

00:30:59: aber um dahin zu kommen muss man eben diesen ganzen Prozess durchlaufen der mich einfach nicht so interessiert.

00:31:07: also ich find dieses Inhaltliche auch teilweise Wissenschaftliche Ja, Wissensgetriebene viel interessanter.

00:31:14: Weil das einfach was ist, was mir Spaß macht, mich in Themen einzuarbeiten und mich auch für Themen zu begeistern und damit dann zu arbeiten.

00:31:22: Ich komme zur letzten Frage.

00:31:25: Dein eigener Weg ist alles andere als der klassische Studium mit internationalem Blick, Büropraxis, Beratung der öffentlichen Hand, ehrenamtliches Kammer-Engagement.

00:31:34: Vielseitig ist das!

00:31:35: Würdest du jungen ArchitektInnen heute eher zu einem klassischen Bürostart raten oder auch zur alternativen Wege wie Beratungsverwaltung und Engagement?

00:31:46: Ich glaube es ist total abhängig von den eigenen Interessen.

00:31:49: ich fand Super wichtig, erstmal einen Blick in den normalen Büroalltag zu bekommen.

00:31:54: Um Verständnis davon zu bekommen wie funktioniert eigentlich die Architekturwelt?

00:31:58: Wie funktioniert eigentlich ein Bauprojekt?

00:31:59: Was muss man alles machen und schaffen?

00:32:03: Deswegen finde ich das schon sehr bereichernd.

00:32:05: wenn aber so die Planung an sich jetzt für jemand nach dem Studium gar nicht so erstrebenswert ist als Job dann lohnt sich es auch total in einer Anrichtung zu gucken und tatsächlich auch in den Behörden selbst zu schauen.

00:32:17: Es gibt da auch total spannende Positionen, auch viele die wissenschaftlicher Natur sind.

00:32:21: also da kann man viel finden was inhaltlich einfach auch total interessant ist.

00:32:27: Und das kommt halt immer darauf an was einen selber interessiert.

00:32:32: Da ist jeder Weg anders und deswegen merkt man auch, dass es doch sehr variiert.

00:32:36: Und man vielleicht auch erst mal ein paar Stationen durchlaufen muss um dann zu einem Punkt zu kommen wo man auch zufrieden ist und was einem Spaß macht.

00:32:44: Ja super!

00:32:45: Ich danke dir vielmals für das Gespräch und für deine Zeit Marina Kuck.

00:32:49: Danke dir, vielen Dank.

00:32:50: Das war Studium zu Bauen.

00:32:52: der Baunerz Campus Alumni Podcast präsentiert von Gira.

00:32:54: Wir freuen uns wenn ihr beim nächsten Mal wieder rein hört und auch sehr wenn ihr uns eine Bewertung da lasst.

00:33:01: Redaktion und Veröffentlichung Katharina Lux, Baunetz Campus, Moderation & Audio-Produktion Ich, Kerstin Kunekath Berlin.

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