#90 Architektin für Authentizität: Wie offen muss Architektur heute sein? - Barbara Holzer
Shownotes
Zwischen internationalen Projekten, Ausstellungsdesign und Lehre bewegt sich Barbara Holzers Arbeit konsequent entlang gesellschaftlicher Fragestellungen. Eine Folge über Verantwortung, unsere Profession, feministische Perspektiven und darüber, wie man eigentlich Studierende in einer komplexer werdenden Welt begleiten kann.
Host und Produktion: Kerstin Kuhnekath Redaktion und Text: Katharina Lux
Übersicht aller Folgen mit weiteren Infos & Bildern zu unseren Gästen: https://www.baunetz-campus.de/podcasts
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00:00:00: Willkommen und seid gegrüßt zur neunzigsten Episode von Studiertum zu Bauen, dem Baunetzkampus Alumni Podcast präsentiert von Gira.
00:00:08: Ich bin Kerstin Kunekatz und mein heutiger Gast ist Barbara Holzer.
00:00:12: Los geht's!
00:00:13: Herzlich willkommen im Baunetz Campus Alumni Podcast – Barbara Holza Du bist Architektin, Professorin und Mitgründerin des international tätigen Büros Holzer Kobler-Architekturen.
00:00:24: Du lehrst seit vielen Jahren an der Peterbären School of Arts in Düsseldorf Und arbeitest an der Städtstelle von Architektur, Städtebau, Ausstellungsgestaltung und Design mit einem klaren gesellschaftlichen und politischen Anspruch an die Architektor.
00:00:40: Darüber
00:00:41: sprechen wir heute!
00:00:43: Erst mal fangen wir aber an natürlich bei deinem Studium.
00:00:46: Du hast Architek-Tour an der ETH Zürich einer der prägensten Architekkurschulen Europas studiert und deinen Studium nineteenhundertneunzig abgeschlossen.
00:00:56: Wie bist du ursprünglich zur Architektur gekommen?
00:00:59: Und wie blickst du heute auf die Ausbildung an der ETH Zürich zurück?
00:01:04: Also ich wollte überhaupt nie Architekting werden.
00:01:06: Das war überhaupt nicht auf meiner Agenda aus Beruf, das war vorne weg und es gibt auch quasi gar keine Beziehungen oder Verknüpfung zu der Disziplin in meiner Familie oder in meinem Umfeld.
00:01:21: Ich wollte eigentlich Schauspielerin werden, das war so mein Ziel und Wunsch.
00:01:25: Und ich komme aber aus einer Familie die nicht studieren konnte, denn dann war es ganz wichtig dass sich an eine Uni als eine Hochschule sozusagen Ausbildung mache also tatsächlich ein... einen akademischen Abschluss schaffe.
00:01:43: Und irgendwie fand ich das auch nicht ganz uninteressant und habe eigentlich nur geguckt, was kann ich studieren?
00:01:50: Was ein kreatives Moment hat!
00:01:53: Das Einzige, was sich erst dieser Liste an Studiengängen fand, war dem in Spracher Architektur.
00:01:59: So bin ich zur Architektor gekommen.
00:02:02: Wenn du das so vergleichst, welche Rollen und Haltung oder welches Berufsbild sind dir dort begegnet.
00:02:08: Stimmte das überein mit dem was du dir vorgestellt hast?
00:02:11: Oder hattest du schon Fragestellungen damals die ich heute noch begleiten?
00:02:16: Also ich glaube ich bin da wirklich echt wie ein unbeschriebenes Glat habe gestartet.
00:02:20: Ich hatte keine Ahnung Und es hat sich so ein Universum geöffnet, also einen ganzen Feld an Themen die mir sogar nicht bekannt waren und die ich super interessant fand.
00:02:34: Mich haben viele Themen geprägt, glaube ich auch viele Persönlichkeiten.
00:02:39: Für mich war da eine Professorin florerischer Runkatti ganz wichtig.
00:02:43: das war die erste und einzige Professorin damals an der ETH Zürich vor fünfundzwanzig Jahren.
00:02:49: Ich glaube, ohne sie hätte ich dieses Studium nicht geschafft.
00:02:52: Dieses Thema der Vorbildfunktion und Rollmodels war es uns nicht existent und von daher war das prägend!
00:03:02: Ich habe aber auch viel mitgenommen von Nebendisziplinen wie Sozialwissenschaften – gab's damals schon bei uns oder?
00:03:10: auch Film- und Videoproduktion.
00:03:13: Das fand ich super spannend, alle diese Fragen des effemeren Vergänglichen der Narrative usw.
00:03:21: Und dann glaube ich die Eta hat mich in dem Sinne geprägt weil es wie eine Art Ausnahmesituation war in die ich mich wieso fünf Jahre begeben konnte und mich so wirklich vertiefen konnte mit einer Materie.
00:03:35: Super exklusiv wenn man sich das so vorstellt Eigentlich auch in so einer bestimmten Ausschliesslichkeit und Radikalität sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
00:03:45: Im Nachhinein fand ich das, finde ich es immer noch großartig, dass das möglich war.
00:03:50: Genau die richtige Anlaufstelle für jemanden der überhaupt nicht den Hintergrund hat und schon Vorstellungen hat, wo es hingehen soll.
00:03:56: Super!
00:03:57: Und nach dem Studium hast du dann bei Dani Liebeskind in Berlin gearbeitet?
00:04:01: Du warst unter anderem an Projekten wie dem Kunstmuseum Felix Nussbaumhaus im Museumskwartier Ausner Brück oder dem Shopping- und Erlebniszentrum auf Deutsch Westseite in Bern beteiligt, also große Projekte.
00:04:14: Warum hast du dich damals für Liebeskind entschieden?
00:04:17: Also das hat sich auch wie vieles so zufällig ergeben.
00:04:21: Es war nicht geplant.
00:04:23: ich bin wie viele nach Berlin gegangen in der Zeit es war direkt noch der Wende wirtschaftliche Flaute in der Schweiz und irgendwie sind alle nach Berlin gegangen, also einfach diese Stadt im Umbruch war.
00:04:39: Und ich bin tatsächlich zu Max Dudler gegangen.
00:04:43: Es war mein erster Job in Berlin und das hat mich wahnsinnig geprägt weil wir haben ja noch so von Hand gezeichnet und ich saß dann bei Max Dudel mit ganz vielen Frauen, alles Architektinnen in dem Büro.
00:04:58: Wir hatten eine total witzige Zeit Aber ich habe an einer Schule gearbeitet, die war dreihundert Meter lang und hatte immer das gleiche Fensterformat.
00:05:08: Und ich erinnere mich total gut wie ich mit diesem Tusschstift immer das Gleiche rechte Stunden lang gezeichnet habe.
00:05:16: Ja, super!
00:05:16: Und dann hatte ich so das Gefühl, eh ne, das kann es irgendwie nicht sein... Also das kann's nicht sein!
00:05:22: Zu viel Rasta!
00:05:25: Genau, Hatte Liebeskind kennengelernt über eine Ausstellungsgestaltung, die ich in Zürich realisieren konnte.
00:05:34: Der Museum für Gestaltung damals.
00:05:37: Die erste monographische Werkschau eigentlich von Daniel Liebskind in Züri und da habe ich dann Daniel und Nina kennengelernt.
00:05:46: Und die haben mich damals schon gefragt, ob ich nicht zu ihnen ins Büro kommen möchte für Wettbewerbe?
00:05:53: Aber abgelehnt das wollte ich irgendwie nicht weil ich wollte wie bauen lernen.
00:05:56: Das war mir so mega wichtig dass ich irgendwie verstehe wie man ein Haus konstruiert und was das bedeutet.
00:06:04: Dann hatten sie diesen Wettberg gewonnen in Osnabrück für das Felix-Nussbaumhaus und dann hatten sie mich wieder gerufen.
00:06:12: bin ich dann zu Dani Liebeskind und habe eigentlich dieses Mal mein erstes Projekt, was sich dann realisieren konnte.
00:06:20: Großartig!
00:06:21: Und wie kam es vorher, dass du die Ausstellung mitgestaltet hast in Zürich?
00:06:26: Ja, das kam eigentlich über ein Freundeskreis und meinen jetzigen Büropartner Tristan Kobler.
00:06:33: Der im Museum von Gestaltung viele Jahre zusammen mit Martin Heller.
00:06:37: Das ist so ein Begriff der Expo Null zwei ewig in der Schweiz.
00:06:41: Das war damals der künstliche Direktor und auch eine wichtige Figur in der Frage von Szenografie-Ausstellungsnarrativen.
00:06:50: einen ganz wichtigen Beitrag geleistet, was das betrifft.
00:06:53: Und der war lange Kurator im Museum für Gestaltung.
00:06:55: und der Tristan Kobler eben mein Büropartner hat da Ausstellungsgestaltung gemacht und wir kannten uns schon lange und er hat dann mich damals gefragt ob ich Lust hätte diese Erstellung zu machen.
00:07:07: also so ist diese Verknüpfung gekommen.
00:07:11: Also das war dann zwischen Studium und Berlin Werbung.
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00:07:18: Das sind die mit den Schaltern.
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00:08:04: Und wenn du jetzt zurückschaust auf die Zeit bei Liebeskind, wie hatte ich das denn geprägt?
00:08:09: Also dein Verständnis von Architektur.
00:08:11: Von Prozess.
00:08:12: Von der Rolle von Architektinnen oder Autorinnenschaften.
00:08:18: Ich glaube so nach der ETH war es für mich wirklich eine Schlüsselphase in meinem Leben und es geht mir dabei – oder es ging mir immer weniger um die formale Frage Wie man immer steht zu der Architektursprache von liebes Kind und quasi auch von den, sagen wir mal vielleicht wichtigen... Erinnerung oder Memorialmäßigen, Kulturgeschichtlichen bauten hin zu den kommerziellen Bauten in der eindlichen Formelsprache.
00:08:48: Ich finde das kann man durchaus kritisch diskutieren.
00:08:50: was aber für mich relevant war wirklich wie diese Frage oder diese Auseinandersetzung mit den Normen oder mit dem Normativen also die Norm immer infrage zu stellen und auf den Kopf zu stellen, zu hinterfragen und über diesen Zugang eigentlich Antworten zu finden Das hatte Daniel, weil er auch im Gespräch mit Nina so eine intellektuelle Auseinandersetzung stattgefunden hat und nicht eine pragmatische Auseinsetzung war das für mich wirklich zentral.
00:09:25: Also dieses Thema, dass man an Visionen glaubt Visionen auch realisieren kann.
00:09:33: Also ich meine, das war exemplarisch in dem Büro von Daniel und in diesem Kontext vom Berlin.
00:09:40: Das war natürlich der bunte Vogel in dieser Phase der kritischen Rekonstruktion quasi mit diesem jüdischen Museum und einem ganz internationalen Truppe die da zusammen kam.
00:09:54: wirklich ein großer Raum der Freiheit, den ich da für mich so wie entdecken konnte.
00:10:02: Hat dich das dann auch zur Selbstständigkeit inspiriert?
00:10:04: In dem Jahr zwei Tausend Zweier hast du dein eigenes Büro in Zürich gegründet und seit Jahr zwei tausend vier führst du gemeinsam mit Tristan Kobler, den wir eben schon erwähnt haben.
00:10:13: Das Büro Holzer-Kobler Architekturen mit Standorten in Züri Berlin, Cologne und Nyon.
00:10:18: Warum wolltest du dich selbstständig machen?
00:10:21: oder was war der konkrete Auslöser?
00:10:25: Für mich war es schon wichtig, ich bin ein Mensch.
00:10:30: Ich brauche immer wieder einen nächsten Schritt.
00:10:34: Es braucht eine Abzweigung, die ich nehmen kann.
00:10:38: Das gehört zu mir und meinem Leben.
00:10:41: Und ich bin vielleicht eine suchende Person und nicht so sehr eine ankommende Person.
00:10:49: Und ich hatte tatsächlich so zwei, drei auch wieder über dieses Netzwerk eben von dem Museum für Gestaltung über Martin Hähler und Christian Kober.
00:10:59: An der Expo Nullzwei konnte ich zwei große Ausstellungen realisieren und dadurch hatte ich wie ein Fuß schon draußen.
00:11:08: Das war total schön weil ich konnte dann anfangen eigentlich neben liebes Kind selbstständig an diesem Projekt zu arbeiten.
00:11:17: Und dann hat sich das so ein bisschen das Schicksal auch mitgeholfen, dass Liebeskind tatsächlich so ein großes Kommerzielles, sein erstes großes kommerzielles Projekt und Wettbewerb gewonnen hat.
00:11:27: An dem ich auch maßgeblich mit gearbeitet hatte damals in Bern dieses Einkaufs- und Freizeitzentrum.
00:11:36: Ich bin dann mit diesem Projekt quasi in die Schweiz gezogen zurück.
00:11:41: Ich habe parallel zu der Leitung dieses Projektes auch mein Büro angefangen aufzubauen, mein eigenes Zusammenhang mit Tristan Kobler.
00:11:53: Wie sieht eure Arbeitsweise aus?
00:11:55: Holzer Kobler-Architekturen arbeitet ohne feste Formsprache und stark kollaborativ.
00:12:02: Themen wie Teamarbeit, Interdisziplinarität und Schwarmintelligenz sind zentral?
00:12:09: Was bedeutet diese Haltung im Alltag eines Büros konkret?
00:12:12: Also ich glaube die Faszination ist eigentlich immer für mich wenn ich jetzt von meiner Seite spreche dass die Projekte doch immer so eine Einzigartigkeit haben.
00:12:23: Also, dass möglichst wenig Repetition in den Themen liegt und das irgendwie versucht, immer wieder neue Antworten zu finden.
00:12:32: Das ist manchmal gar nicht so einfach.
00:12:34: Dass es nicht um eine Perfektionierung oder Optimierung von Ergebnissen geht sondern eigentlich immer wieder um neue Dinge.
00:12:42: Und ich glaube auch vielleicht noch wichtig für mich in welcher Konstellation man arbeitet, dass wir mit unterschiedlichen Personen oder Institutionen oder Bauherrschaften zu tun haben und dadurch eben auch so wie deren Einfluss- und Input wie ins Werk integrieren können.
00:13:03: Das finde ich total interessant!
00:13:06: Wie kann man auch so unbekannte Momente irgendwie befördern?
00:13:10: Und quasi die Wege und Vorstellungen öffnen um sich quasi irgendwie einen Beitrag leisten zu können in der Architektur im Städtebau oder in der Synografie.
00:13:24: Wie funktioniert das in einem professionellen internationalen Kontext, diese kollaborative Arbeit vor und nachteile?
00:13:32: Ich glaube es ist immer wichtig natürlich dass alle ihren Raum bekommen und das ist natürlich nicht immer gleichermaßen gegeben.
00:13:39: Es gibt häufig natürlich ich sage jetzt mal Parteien, die sind dominanter.
00:13:45: Andere ordnen sich eher unter und ich glaube es ist ganz wichtig dass man quasi wie so einen Raum für ein Projekt herstellt in dem alle sozusagen ihre Rolle finden.
00:13:57: Und die ist ja nie die gleiche, das ist nie equal.
00:14:01: Es sind eben Persönlichkeiten oder es sind Kompetenzen, die variieren und ich glaube die Schwierigkeit ist das in so einen Balance zu bringen, dass quasi darin einfach auch so eine hohe Kreativität überhaupt entstehen kann und das Wissen sozusagen wirklich zusammengeführt werden kann.
00:14:20: Es braucht dann manchmal ein bisschen mehr Zeit oder eine Runde mehr und diesen Raum sich zu nehmen, das ist manchmal gar nicht so einfach.
00:14:31: Zeitdruck oder auch in den vielen Themen, die man gleichzeitig auf dem Tisch hat sich diese Zeit einzuräumen.
00:14:40: Und ich glaube das sind so die Herausforderungen, dass man so Konstellationen schafft, in denen quasi alle ihren Platz finden einerseits und andererseits sich sozusagen auch die zeitlichen Räume sichert um überhaupt den Dialog stattfinden zu lassen.
00:14:59: Es ist ja auch oft aus Zeitmangel und aus ökonomischen Gründen, dass viele eben ein System entwickeln.
00:15:05: Und da eben doch alles mögliche immer wiederholen.
00:15:09: Alle haben ihre starren Positionen.
00:15:11: So ist das so ein funktionierendes System, was irgendwann vielleicht nicht mehr funktioniert aber eine Zeit lang läuft.
00:15:19: Also wenn ich das so raushöre... Ihr legt sozusagen Wert darauf, euch die Zeit unbedingt dafür zu nehmen dass es eben genau nicht so läuft.
00:15:26: Dass sich irgendwann leerläuft sondern immer lebendig bleibt auch auf eine Art und Weise
00:15:32: Also das ist auf jeden Fall.
00:15:33: das Ziel ist diese Lebendigkeit zu erhalten.
00:15:36: aber ich glaube jetzt ist ja auch ein Thema und man redet ja manchmal gar nicht mehr so häufig drüber.
00:15:42: Aber wir müssen uns selbst Alle auch unternehmerisch verhalten, das finde ich auch total wichtig und es ist auch überhaupt nicht zu verteufeln.
00:15:50: Ich finde es eigentlich auch schön wenn wir einen Beruf quasi ausüben von der uns gut ernährt also die Existenz sichert.
00:16:02: Das heißt, du musst natürlich eine bestimmte Effizienz in bestimmten Stellen an den Tag legen.
00:16:07: Das ist unumgänglich wenn du auch Unternehmerisch das gut machen möchtest und ich glaube es ist halt auch wie so ein Balanceakt.
00:16:16: Das heißt Du musst bestimmte Projekte vielleicht effizienter abwickeln wo Du sagst, da ist gerade vielleicht dieses Effiziente zu üben dran während Du in anderen Projekten dir Freiräume rausnimmst.
00:16:30: also Das kannst du ja nicht nur gehen auf alle Projekte klappen.
00:16:34: Und das ist glaube ich ganz wichtig, dass man auch so ein Projekt spezifisch gewichtet.
00:16:40: und wenn ich jetzt bei uns im Büro... Dann ist es natürlich total schön, dass wir dann so Ausstellungen haben.
00:16:48: Kleine Ausstellung-Temporäre die haben ein Minibudget von irgendwie zwanzigtausend und auf der anderen Seite hast du gigantische Projekte die wickelst du für zweihundert Millionen ab.
00:16:59: also die Spanne mit von Projekten mit denen wir uns beschäftigen ist so enorm groß.
00:17:05: das kleine Projekt ist in drei Wochen in drei Monaten gebaut, gezeigt und wieder rückgebaut.
00:17:12: Das andere dauert erst mal zehn Jahre bis zwanzig Jahre.
00:17:17: Du sprichst auch über ganz unterschiedliche Tempis.
00:17:20: Das ist total wichtig.
00:17:23: Und das schätze ich an unserem Büro oder der Vielfalt unserer Themen, dass wir so in diesen unterschiedlichen Tempi- und Maßstäben unterwegs sein können.
00:17:35: Du verstehst Architektur auch als gesellschaftliches Wirkungsfeld und als gestschaftliche und politische Praxis.
00:17:42: Lass uns da mal drauf schauen, Themen wie kulturelle Authentizität Nachhaltigkeit und sozialer Mehrwert, feministische Perspektiven.
00:17:54: Und Rollmodelarbeit im Zentrum deiner Arbeit sind ihr wichtig?
00:17:58: Das sind viele große Begriffe, die können wir mal ein bisschen auseinander nehmen.
00:18:02: Was heißt kulturelle Authentizität und ästhetische Identität?
00:18:08: Also ich glaube ganz stark daran das Architektur etwas ist mit dem man sich identifiziert.
00:18:14: Raum ist Teil unserer Kultur.
00:18:17: Und das finde ich total wichtig, dass man kann ja so wie von Gebäuden als Characters sprechen.
00:18:24: Das finde ich eigentlich ganz schön, wenn man sagt, die Häuser haben eine Seele ohne esoterisch das zu meinen, dann glaube ich ist das eben etwas Wichtiges dass es nicht nur einen Nutzen hat und eine Funktion sondern Architektur hat eindeutig ein Mehrwert.
00:18:39: Architektor macht etwas mit uns und wie wir uns in Räumen fühlen oder ob das im Straßenräum ist oder in Innenräumen spielt überhaupt keine Rolle.
00:18:49: Und ich glaube diese Prägung von Architektur auf unser Leben und auf unser soziales Verständnis.
00:18:57: Das ist ein ganz wichtiger Punkt in der Arbeit, den fokussiere ich extrem stark weil ich glaube damit können wir auch Einfluss nehmen auf ein gesellschaftliches aber auch kulturelles Verständnissen von Architekturen.
00:19:16: Und da steckt wahrscheinlich dann noch die Frage drin für wen sie ein Mehrwert ist.
00:19:20: Man schafft ja auch Räume für verschiedene Personengruppen.
00:19:24: Also vielleicht steckt das in dieser kulturellen Authentizität, in dem Begriff noch mit drin?
00:19:30: So kann man es auf jeden Fall interpretieren.
00:19:32: und ich glaube das andere ist ja auch das was natürlich heute ein großes Thema ist die Uneigenbarkeit von Raum.
00:19:38: also
00:19:39: wie
00:19:39: generieren oder kreieren wir Räumen die dann durch die Menschen die darin leben arbeiten sich treffen Freizeit verbringen dass die Menschen sich die Räume wirklich aneignen können für sich selber.
00:19:54: Ich glaube, das ist das Zweite was ich extrem wichtig finde, dass die Grundstruktur das zulässt und ich finde diese Überformung gerade durch die Menschen in gewisser Hinsicht auch extrem spannend.
00:20:06: also das Werk der Architektur ist eigentlich nur ein halbes Werk wenn es nicht besetzt wird durch den Menschen die es nutzen.
00:20:15: Das ist glaube ich auch total wichtiger Punkt.
00:20:20: Dann schauen wir mal auf die feministische Positionierung, die ja auch eine Rolle spielt für dich.
00:20:25: Feministische Themen und die Schaffung feministischer Handlungsräume sind ein zentraler Bestandteil deines architektonischen und akademischen Schaffens.
00:20:35: Wir gucken gleich nochmal auf das Symposium Room at the Top.
00:20:38: Erstmal was bedeutet Feminismus in der Architektur?
00:20:40: Für Dich jenseits von vielleicht Repräsentationsfragen?
00:20:46: Also ich will immer sagen Da ist sozusagen für mich auch so ein ganz, wenn ich das so auf mein ganz pragmatischen Handlungsspielraum quasi runterbreche.
00:20:58: Weil das finde ich recht wichtig!
00:21:00: Ist für mich so ein Thema tatsächlich wie kann ich selber in meinem Wirkungs-Fahrkreis möglichst viele Architektinnen und junge Architekten oder Studierende Darauf sensibilisieren, sie unterstützen in ihren Karrieren oder Biografien oder ein Stück in ihrem Weg begleiten und Sie ermutigen die Frauen quasi in diesem Beruf aktiv zu werden sich zu vernetzen.
00:21:34: und quasi Position zu beziehen.
00:21:36: Das ist sozusagen ein auf meiner täglichen Erkender, wenn ich das so formulieren
00:21:43: darf.".
00:21:44: Ja kommt diese Haltung auch vielleicht daher dass du auch weil du eben auch sagtest was ja auch sehr eindrücklich ist?
00:21:51: Du hattest eine einzige Professorin selber damals und ohne sie hättest du das nicht geschafft hast du eben gesagt.
00:21:58: Ist das sozusagen der Ursprung deines Engagements?
00:22:02: Ich würde sagen also die Sense Bilisierung kam über die ETH.
00:22:07: Das war für mich ... da war das plötzlich so wie sichtbar, weil damals war auch Hans Kohlhof Professor und so, also diese großen Männer, die da standen und irgendwie die Welt einen erklärten.
00:22:20: Und das war für me schon so irgendwie nach einer gewissen Zeit super irritierend.
00:22:27: Ich dachte immer, ich kann ja gar nicht so werden wie die... ich bin ja gar.
00:22:31: Ich glaube, das hat mich extrem beschäftigt.
00:22:36: Dann habe ich irgendwie versucht so überwissenschaftliche Mitarbeiterinnen mein Weg zu finden.
00:22:42: aber es hat mich sensibilisiert ganz klar schon damals für die Thematik und auch dafür dass ein extremes Ungleichgewicht besteht quasi nicht nur natürlich bei uns in der Planung, sondern auch nachher wo das Geld liegt.
00:22:59: Also wem gehört das Gebäude?
00:23:01: Wohin gehört das Grundstück?
00:23:03: und wer entscheidet eigentlich?
00:23:05: Und wer investiert das Geld?
00:23:07: Da ist es dann eigentlich fast auch schließlich noch im Männerhand!
00:23:12: Das hat mich extrem beschäftigt.
00:23:14: Es hat den Startpunkt genommen und hat sich durch meine ganze berufliche Erfahrung durchgezogen.
00:23:22: Und wo siehst du heute die entscheidenden Hebel für strukturelle Veränderungen innerhalb der Profession?
00:23:28: Ja, also ich glaube tatsächlich es ist aber in die Lehre und das ist natürlich... Also ich glaube es geht nur über gesetzliche Regelung.
00:23:36: Es geht immer noch nur über Kote, es geht darüber dass man quasi an jeder Stelle wo man aktiv ist als Architektin Ich bin in vielen Jury's oder Gremien oder Fachbeiräten usw.. Da bin ich jedes Mal, wenn ich da drin bin, setze ich mich genau dafür ein.
00:23:56: Das Teilnehmerkreis, dass der wirklich zu einem mausgeblichen Teil aus Frauen besteht und das quasi in welcher Ebene auch immer ob in den Gremien oder in den Büros die sich an Verfahren beteiligen.
00:24:15: Es ist viel Arbeit.
00:24:17: Das merke ich sowohl in der Lehre als auch in der Praxis und wir sind da weit davon entfernt, dass es selbstverständlich ist.
00:24:24: Es gibt immer so bestimmte Bubbles wo das ganz klar ist.
00:24:28: aber wenn du die Bubble wieder verlässt dann ... dann ist es überhaupt nicht selbstverständlich.
00:24:33: Und ich habe gerade jetzt irgendwie drei Protokolle korrigiert von einem Begleitgremium, wo ich sozusagen die gendergerechte Sprache einsetzen musste.
00:24:43: Also das ist unglaublicher.
00:24:46: Manchmal mache ich nur das.
00:24:47: Ich denke super geschrieben an mich!
00:24:49: Ich muss nur die Sprache ändern weil das einfach nicht drin ist und damit möchte ich euch nur sagen dass es im ganz kleinen Moment quasi so einen Stich setzen kann.
00:25:00: Das geht bis natürlich ins Große, wo ich mich engagiere.
00:25:05: Aber das ist mir ein ganz wichtiges Anliegen!
00:25:08: Ich habe eben schon erwähnt Room at the Top – das war ein Symposium, dass du mit organisiert hast.
00:25:14: Wir kennen uns ja auch und ich habe das moderiert hier Transparenz.
00:25:18: Es ging zwei Tage für die Studierenden.
00:25:22: Ich glaube es war eine sehr interessante Speakerin da.
00:25:27: Warum ging
00:25:27: es bei dem Symposium aus deiner Sicht und was leisten solche Formate?
00:25:34: Das Symposium war auch nochmal so ein Raum, den wir aufgespannt haben.
00:25:41: Der eigentlich diese Handlungs- oder Wirkungsfelder für unsere Provision aufzeigte also nicht nur die Akademie sondern auch die Berufswelt Praxis, also Architekturbüros aber auch Verwaltung quasi in die Politik etc.
00:26:01: Überall gibt es zentrale Handlungsräume in der wir als Frauen uns positionieren müssen um quasi auch dort eine Wirkung zu erzeugen und das fand ich interessant.
00:26:14: Das ging ja über zwei Tage und das war quasi so vom Professionals und Professionales zu studieren nur als Publikum recht gemischt, das fand Wir hatten auch Studierende, die ja noch so ihre feministischen Projekte vorgestellt haben zwischendrin.
00:26:31: Und das hat eigentlich auch nochmal so viel nicht die Perspektive erlaubt immer wieder zu wechseln also dass nicht nur die Sicht von erfahrenen Frauen sondern eben auch von jungen Frauen quasi genauso relevant ist.
00:26:46: Also das glaube ich ist ganz wichtig als Ermutigung auch und fand eigentlich in dem Sinne ein wichtiger Raum, weil es so ein Raum ist an dem man auch über die Dinge oder wir alle sprechen konnten, über die man nicht so selbstverständlich und in jedem Kontext sprechen kann.
00:27:04: Also Räume und Plattformen herzustellen wo sich Frauen austauschen können über ihren Wirkungs- und Handlungsraum, ihre Erfahrung und die Vernetzung.
00:27:14: Also tatsächlich ist es auch etwas was sonst in der Lehre und im Alltag des Studiums nicht stattfindet?
00:27:22: Ich würde sagen nicht in diesem Sinne oder weil ich glaube alles was so wie grenzüberschreitend ist da bin ich wieder bei dem Thema des Normativen.
00:27:30: also das heißt wenn Wenn man merkt, man verknüpft die Akademie mit dem Draußen.
00:27:38: Das draußen ist nicht schlechter wie die Akademie und das draußen hat wieder ganz viele Wirkungskreise.
00:27:44: Und ich glaube in dem Moment hat diese Symposium so diese Mehrschichtigkeit dargestellt.
00:27:50: Dass es quasi nicht nur die Akadeemiker als geschützter Raum diesen Diskurs möglich macht sondern dass dieser Diskurs zwingend verknüppt werden soll eigentlich konstant, wenn man so möchte.
00:28:03: Über die Akademie herrschen die
00:28:04: Praxis.".
00:28:05: Die Role Modelarbeit findet sich ja da wieder auch.
00:28:08: Wenn man solche interessanten Speakerinnen hat dann ist es natürlich sind das ja auch alles Role Models eventuell für Studierende?
00:28:15: Also auf jeden Fall ich glaube es ist generell eben so ein Thema unserer Zeit.
00:28:19: Sich die Zeit nehmen für diese relevanten Themen Über das sich Zeitnehmen auch selber, sich wieder auftanken.
00:28:28: Sich inspirieren und auch sich hinterfragen.
00:28:32: Das scheint mir schon total wichtig.
00:28:35: Es ist ja nicht etwas... Auch wenn man viele Jahre erfahren hat wo man so sagen kann okay wir können uns darauf ausruhen es ist alles gesettelt, es nimmt alles seinen Lauf und so.
00:28:47: Nein, es ist ganz im Gegenteil.
00:28:49: also jetzt der Wind ist wie der Härtein gegen den wir segeln müssen.
00:28:54: Es geht nicht einfach geschmeidig nach vorne und ich glaube dafür ist das auch wichtig, dieses Bewusstsein immer wieder zu schärfen.
00:29:02: Und auch die Energie zu holen!
00:29:04: Das ist ja auch so dass wir dran bleiben und nicht irgendwie wieder resignieren darüber möchte ich gar nicht nachdenken sondern eigentlich uns inspirieren quasi nach vorne zu gehen.
00:29:18: Ja, auch vielleicht im Sinne einer wirklich Resilienz quasi dabei zu bleiben.
00:29:24: Kraftschöpfen gegen den Backlash.
00:29:27: Genau!
00:29:27: Kommen
00:29:27: wir noch mal zu dir zurück zur deiner beruflichen Laufbahn.
00:29:31: Du warst erst Gastprofessoren an der ETH Zürich und bist seit Jahrzehntzehn Professorin für Architektur- und Innenarchitektor in der Peter Berren School of Arts wo er das Room at the Top letztes Jahr stattgefunden hat in Düsseldorf.
00:29:42: In deiner Lehre verstehst du dich als Coach & Katalysator.
00:29:47: Im Fokus stehen Haltung, Wahrnehmung und persönliche Positionierung.
00:29:51: Was heißt das?
00:29:53: Wie lehrst du konkret als Katalysator?
00:29:57: Ich glaube eine ganz wichtige Methode ist die Fragestellung!
00:30:02: Man muss sich ja überhaupt erstmal die richtige Frage stellen, oder was heißt schon richtig?
00:30:06: Man muss überhaupt mal Fragen stellen.
00:30:09: Und ich glaube bei dieses finde ich so, das ist sicher so ein Katalysator wenn man Dinge eben hinterfragt oder versucht zu verstehen oder zu durchdringen.
00:30:19: Das ist ganz relevant und auch Teil meiner Lehre also dass die Themen sind sehr häufig feministisch geprägt.
00:30:28: Die Themen sind sozialräumlich wichtige Themen spezifisch wichtige Themen.
00:30:34: Und ich möchte eigentlich damit sensibilisieren, die Studierenden dass sie eben Dinge diese vielleicht im Alltag überhaupt nicht wahrnehmen oder auch selbstverständlich irgendwie in ihren Alltag integrieren hinterfragen und überlegen warum ist es eigentlich so?
00:30:55: Das habe ich mir noch gar nie überlegt.
00:30:58: Könnte man das vielleicht auch anders tun oder könnte man da quasi andere Menschengruppen dazu einladen?
00:31:05: Oder wie komme ich überhaupt zu einer Idee, eine Form oder eine Antwort in der Architektur und im Städteband.
00:31:16: Was sollten Studierende heute zwingend lernen um Architektor als politische soziale und ökologische Praxis begreifen zu können?
00:31:24: Die klassische Architekturausbildung ist ja immer noch, ich entwerfe ein Haus und ich entwärfe ein schönes Haus oder ein hochwertiges Haus gestalterisch.
00:31:35: Und ich glaube das ist wie so... Das sage ich jetzt aus Schweizerin.
00:31:41: Das muss man lernen, das ist wie so Pflicht!
00:31:43: Ich muss Konstruktion lernen und ich muss irgendwie ein Gebäude entwerfen können aber die Aufgabenstellung wissen wir heute... Die sind ganz anders.
00:31:56: Wir wissen, dass vierzig Prozent der Substanz in den deutschen Städten sanierungsbedürftig ist.
00:32:02: Das heißt wir haben es mit Bestand zu tun und wir haben das mit dem Thema Klimaschutz auch wenn's dann gleich gibt.
00:32:09: aber wir haben uns mit dem themazirkulären Bauern zu tun, wir haben mit KI zu tun Und wir haben sie mit sozialen Problemstellungen zu tun.
00:32:18: Mir ist wichtig, dass in der Architekturausbildung diese Komplexität ein Teil des Grundverständnisses für Architekatur ist.
00:32:26: Also wie kann ich sozusagen mit den richtigen Mitteln am richtigen Ort das Richtige schaffen?
00:32:35: Diese Fragestellung finde ich die Zentralste.
00:32:39: Und dafür braucht es auch so ein bisschen diese Schwarmintelligenz, weil wir können das viele Fragen gar nicht selber beantworten.
00:32:46: Wir brauchen wie den Dialog mit Menschen die sich jetzt spezifisch mit den unterschiedlichen Disziplinen auseinandersetzen und die entsprechende Konkurrenz in einen Diskurs mit einbringen.
00:32:59: Eines deiner zentralen Anliegen ist wie eben festgestellt die Förderung feministischer Handlungsräume innerhalb der Architektur Nicht nur die, aber eben auch.
00:33:11: Du thematisierst die kritische Schnittstelle zwischen Studium und Beruf und setzt dich Generationenübergreifend für Sichtbarkeit, für Dialog und für strukturelle Veränderungen innerhalb der Profession ein.
00:33:23: Welche Aufgabe findest du hat die Lehre generell?
00:33:27: Also auch außerhalb deines Wirkungsbereiches – was würdest du dir wünschen für die Lehren?
00:33:33: Und welche haben auch die Büros um eine vorhandene Lücke zu schließen die sich zwischen Studium und Berufspraxis auftut?
00:33:42: Also ich glaube, das hat damit zu tun wie eine Verteilung von Aufgaben- und Aufträgen erfolgt.
00:33:52: Es gibt sozusagen dieses Thema des Wettbewerbswesens was sich sehr stark etabliert hat und was sozusagen viel ausgrenzender ist als man vielleicht landläufig annimmt.
00:34:07: also Ich glaube, es braucht viele agilere Arten wie sozusagen Aufträge an kleinere Strukturen, kleinere Büros, junge Büros vergeben werden können.
00:34:23: Es liegt in der Frage der wirklich extrem etablierten Abläufe, welche Projekte an welchen Büros quasi verteilt werden.
00:34:36: Das finde ich, da ist enorm viel Handlungs- quasi Notwendigkeit weil wir uns seit Jahrzehnten ausruhen auf diesen Wettbewerbswesen was sich wirklich durchaus nachvollziehbar woher es kommt aber aus der heutigen Sicht findest du doch sehr schwierig und exklusiv oder explodierend.
00:35:02: Also das glaube ich ist ein ganz zentraler Hebel, der zweite Hebel ist tatsächlich vielleicht in der Hochschule weil du da noch mal drauf angesprochen hast die Akademie ist diese Frage des Disziplinen übergreifenden Arbeitens.
00:35:19: also wie schafft man quasi in der Ausbildung die Nähe doch auch zur Praxis, ohne dass die Praxis irgendwie weniger attraktiv ist wie möglicherweise eine Recherche oder quasi ein Projekt in einem geschützten akademischen und theoretischem Kontext.
00:35:43: Und ich spreche da jetzt ganz... explizit von angewandter Forschung.
00:35:49: Das finde ich extrem relevant, also wenn ich jetzt Düsseldorf sehe dann haben wir Sozial- und Kulturwissenschaften daneben.
00:35:57: Wir haben aber auch Medientechnik, wir haben ganz viele Fakultäten eigentlich zusammen dieses Disziplin-Fakultätenübergreifende, das ist überhaupt nicht Teil unserer Alltagskultur in der Akademie.
00:36:15: schnell.
00:36:15: Das finde ich recht problematisch muss ich sagen.
00:36:19: gerade in der Architektur.
00:36:21: also wenn es in anderen Berufsfeldern in der Schweiz dieses Major Minor Prinzip gibt, d.h.
00:36:27: dann studierst du Architektor und du musst zumindest aus Nebenfach einen zweiten Studiengang wählen, würde ich mir sowas für die Architektur tatsächlich wünschen.
00:36:37: Also das wir wirklich vernetzt ... ausgebildet werden, dass ich schon quasi wie eine Art Meiner-System einführe wo ich sage, ich studiere Politologie und Sozialwissenschaften.
00:36:49: Weiß ich was baue?
00:36:51: Nicht Baukonstruktion das ist Teil des Architekturstudiums aber eben Fächer die ganz andere Impete haben auf unsere Diszipli.
00:37:01: Das würde ich mir wünschen!
00:37:02: Die Komplexität alleine ein Haus zu bauen ist ja schon sehr groß die gesellschaftlichen und auch klimatischen ökonomischen, ökologischen Aspekte auch mit einzubeziehen was ja sein muss.
00:37:19: Und da noch ein anderes Fach noch mit einbeziehen.
00:37:22: also es ist schon total anspruchsvoll.
00:37:25: Das Interessante daran ist ja dass du niemals als Person das alles abdecken wirst und ich glaube das Spannende daran is ja dass Du wie Dein Weg suchst ne?
00:37:35: ob du dich dann in der Konstruktion einnächstest oder in der Stadtplanung.
00:37:44: Ich kann längst nicht mehr alles, das ist ja klar.
00:37:48: Meine Aufgabe ist vielmehr quasi... ich bin viel übergeordneter unterwegs als jetzt in einer ganz detaillierten Projektarbeit.
00:38:00: Lässt du natürlich immer einen großen Teil aus, musst du ja auch.
00:38:03: Es geht ja gar nicht!
00:38:04: Aber ich glaube wenn du das verstehst dass es dieses Spektrum gibt... Das finde ich so cool an diesem Beruf.
00:38:11: Du kannst ja eigentlich deinen Schwerpunkt ansetzen.
00:38:14: Der ist recht vielfältig die Möglichkeit.
00:38:17: Vielen Dank für das Interview Barbara Holzer.
00:38:20: Danke dir, ganz
00:38:39: herzlich.
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