#102 Interventionist: Architektur entsteht durch Handlung - Matthias Faul
Shownotes
Matthias Faul ist in einem 300 Jahre alten Fachwerkhaus aufgewachsen und ölt noch heute die Scharniere. Als Architekt, Lehrender und angehender Doktorand an der TU München bringt er Studierende raus aus ihrer Komfortzone: hin zu Ämtern oder zu Eigentümer*innen. Eine Folge über Intervention als Methode, Lehre als Empowerment und die Frage, was KI nie lernen kann.
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00:00:00: Willkommen und seid gegrüßt zur einhundertzweiten Episode von Studiertum zu Bauen, dem Baunetzkampus Alumni Podcast präsentiert von Gira.
00:00:08: Ich bin Kerstin Kunekhardt und mein heutiger Gast ist Matthias Fowl.
00:00:12: Los geht's!
00:00:14: Herzlich willkommen im Baunetzukampus Alumnipodcast Mathias
00:00:17: Foul.
00:00:18: Du bist Architekt?
00:00:19: Du lährst und du bist angehender Doktorant?
00:00:22: Du bewegst dich also zwischen Praxis, Lehre und Wissenschaft und zwar auch maßstäblich vom... Ländlichen Fachwerk über städtebauliche Praxis hin.
00:00:32: bist eben zur Akademie.
00:00:34: Du wirst in einem dreihundert Jahre alten Fachwerkaus aufgewachsen, ich würde dir gerne wissen wie dich das geprägt hat und wie sich dieses Aufwachsen zwischen Sanierung, Stampfleben und Handwerk gepräght hat.
00:00:51: Ja, für mich war es schon immer selbstverständlich dass Wände krumm und schief sind.
00:00:57: Und Eichenbalken knarzen und ein Haus vor allem dann weiter lebt wenn die Menschen, die darin leben diesen Ort auch auf eine gewisse Art und Weise lieben.
00:01:11: Es war gestern wieder so das ich die eine Tür einfach ausgehängt habe Sie unten ein bisschen abgeschliffen habe, die Scharniere gefettet hab und sie dann wieder eingehängt.
00:01:21: Und das sind so kleine Tätigkeiten, die ich schon immer tue mein ganzes Leben lang also... Dann musste in Eichenbalken ausgewechselt werden und dann ist ein Gefach mal wieder rausgebrochen und man wandelt immer auf diesen Spuren dieser Menschen, die früher in diesem Haus gelebt haben weil man auf den Speicher geht und dort ist der Leben nicht neu verputzt, sondern da kann man seine Finger in die Spuren der Menschen legen, die vor dreihundert Jahren diesen Leben dort eingebracht haben.
00:01:56: Und mit ihren Fingern ein Muster hinterlassen haben.
00:02:00: Das habe ich als Kind gemacht und das mache ich heute noch.
00:02:05: Man läuft durch diesen Gewölbekeller und denkt sich, die Menschen damals sind genauso durch diesen gewölbe Keller gelaufen.
00:02:15: würde ja Sinn machen da ein Haus drauf zu bauen, weil dann müssen wir diesen Keller nicht bauen.
00:02:21: Ja
00:02:22: und dass es so alt ist unsere lange schon hält spricht er auch für das Haus und hat wahrscheinlich seine Sicht auf Architektur auch geprägt diese Langlebigkeit.
00:02:32: Darf ich mal fragen wie?
00:02:33: die Raumhöhe ist bei drei hundert Jahre alt ist wahrscheinlich relativ niedrig oder?
00:02:37: Also die Raum Höhe Zwischen ein Meter neunzig und zwei Meter zehn.
00:02:44: Also auch ich muss mich bücken, wenn nicht durch die Türen gehe, weil die Türstöcke noch niedriger sind.
00:02:52: Aber das prägt meine Sicht auf Architektur, weil es gibt doch immer Versprünge in diesem Haus.
00:02:57: also wenn ich jetzt von der Küche ins Esszimmer gehe dann gehe ich über eine Stufe.
00:03:02: Wenn ich ins Badezimmer geh, dann gehe Ich zwei Stufen.
00:03:05: Also
00:03:07: kein Saugroboter.
00:03:08: Keine Barrierefreiheit, aber Wohnlichkeit und Behaglichkeit.
00:03:14: Und ein Gefühl von einem Freund hat mal gesagt Matthias ist es wie in einer Höhle.
00:03:21: Dieses Gefühl glaube ich das ist das was ich immer bei meinen Bauherren versuche zu wecken oder zu erforschen zu sagen Was ist das Gefühl wir leben wollt?
00:03:32: Das sollten wir versuchen erschaffen, weil die nächste Generation also eure Kinder oder ihre Nachkommen werden dieses Haus nur weiter pflegen wenn sie dieses Gefühl erlebt haben.
00:03:46: Ja und ich glaube das merkt man sowohl bei meinen gebauten Häusern als auch bei den Intervention mit den Studierenden.
00:03:53: es geht ganz oft darum Orte zu schaffen an die man sich gerne erinnert an die ja gerne wieder zurückkommt.
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00:04:50: Ende Wir sprechen über die Interventionen auf jeden Fall gleich noch.
00:04:54: Ich wollte jetzt erst nochmal zu dir zurückkommen, du wolltest erstmal trotzdem Industrie-Design studieren und hast dann Praktika gemacht?
00:05:04: Welche Praktik hast Du gemacht und bist du dadurch dann zur Architektur gekommen?
00:05:08: Genau ich wollte Industrie Design studieren Und da hieß es man muss vor Studium beginnen Praktikum vorweisen.
00:05:16: und dann bin ich einfach ins Nachbardorf zum Metallbauer Weil ich dachte, ja Schweißen wollte ich auch schon immer mal lernen.
00:05:22: Weil ich so an alten Motorrädern geschraubt habe und alten Traktoren.
00:05:27: Und dann hab' ich da beim Metallbauer Schweißengelernt drei Monate Praktikum gemacht.
00:05:33: Dann hat er mir angeboten bei ihm doch ein Meister zu machen und bei ihm zur Arbeiten.
00:05:38: Und wie gesagt, ne?
00:05:39: Ich will noch woanders hin!
00:05:40: Da bin ich zum Zimmermann, hab da Dachstühle gebaut... Und habe dann gemerkt, ja eigentlich mein ganzes Leben befasse ich mich mit diesem denkmalgeschützten Haus.
00:05:50: Hier kletterte ich auf dem Dachstuhl rum und da montiere ich einen Geländer.
00:05:54: Warum studiere ich eigentlich nicht Architektur?
00:05:57: Ja!
00:05:58: Dann bin ich zum Beratungsgespräch an die Fakultät in Kaiserslautern.
00:06:05: Da hat mich so ein netter Professor empfangen mit hey... Ich bin der Peter.
00:06:10: Nicht, also gleich beim Vornamen.
00:06:13: Und dann habe ich gedacht, ja okay.
00:06:15: Dann studiere ich das jetzt mal einen Semester und bewerb mich dann wieder beim Industriedesign... ...und dann bin ich da nie wieder weggekommen weil es mich ab dem ersten Tag begeistert hat.
00:06:25: Weil beim Industridesign hatte ich auch ein Gespräch mit einem Professor und er meinte ihr glaubt doch nicht dass ihr etwas Neues erfindet.
00:06:34: Das hätte auch Architektur jemand sagen können?
00:06:37: Ja also er meint halt so die weiß ich nicht, Bullthauptküche die muss halt aussehen wie von Bullthhaupt oder der Vitra Stuhl.
00:06:44: Der muss in unsere Schema passen.
00:06:47: aber bei Architektur könnt ihr für jeden Bauherrn was Neues oder Eigenes entwerfen.
00:06:53: und der Professor damals auch gesagt ja ihr könnt ja dann Architekten werden und dann könnte immer noch Stühle entwerven oder Kaffee kann für Alessi oder so.
00:07:03: Welche Rolle haben MentorInnen für dich gespielt?
00:07:06: In dem Studium?
00:07:08: eine große Rolle.
00:07:10: Also ich muss wirklich sagen, rückwirkend wird mir das bewusst wie einzelne Charaktere, einzelne Professoren mich wirklich geprägt haben.
00:07:20: und das ist vielleicht auch die Rolle, die ich persönlich dann einnehmen möchte in meiner Lehre.
00:07:25: da gibt es den Professor der immer schwarz gekleidet war jedes mal!
00:07:30: Dann haben wir als Studierende natürlich auch angefangen uns schwarz zu kleiden.
00:07:34: Und dann habe ich gegen Ende vom Studium den Matthias Kastoff kennengelernt, der so mein größter Mentor im Studium war und auch danach.
00:07:45: Weil ich bei ihm meine Diplomarbeit gemacht habe und die ersten fünf Jahre nach dem Studium gearbeitet habe.
00:07:53: Ich glaube dieses Zwischenmenschliche an der Universität in Kaiserslautern kannte Sprach man sich beim Vornamen an und jeder Professor kannte einen als Studierenden.
00:08:07: Und das löst so eine andere Beziehung aus, diese Beziehungen dieses Mentorenhafte versuche ich eben auch bei meinen Studenten aufrecht zu erhalten.
00:08:17: Ja,
00:08:18: kommen wir auch gleich nochmal zu.
00:08:20: Ich war da der fünf Jahre, weil die wollen wir jetzt nicht einfach durch hinweggehen, weil du hast ja eine beachtliche Karriere da gemacht also alle Stationen bist du dadurch gegangen vom Praktikanten bis zum Projekt leitenden Architekten und wurdest sogar als Partner am Ende angefragt und hast dich dann aber für die Selbstständigkeit entschieden?
00:08:37: Genau!
00:08:38: Weil ich auch glaube dass es einen Moment gibt in dem man aus dem Mentorenverhältnis auch wieder ausbricht.
00:08:48: Und das hat mich schon immer interessiert, so wann ist dieser Moment?
00:08:54: oder wann ist der Punkt wo man dann auch selber ins kalte Wasser springen muss und selbst schwimmen lernen muss?
00:09:00: weil ich einfach gemerkt habe es gab Momente Joe Fix mit, es ging um hundertfünfzig Wohnungen und ich war in der Verantwortung.
00:09:10: aber ich wusste wenn etwas schiefläuft dann kann ich mich umdrehen.
00:09:13: Und da steht jemand der da ist und der mich unterstützt und er mich auffängt wenn was schief läuft.
00:09:20: Als ich mein eigenes Büro gegründet habe und auf mich alleine stand, war dieser Mentor nicht mehr da und ich musste selber laufen lernen ... für das Eintreten und Einstehen, was ich erreichen wollte.
00:09:36: Und ich glaube, das war ein wichtiger Schritt.
00:09:38: Das war etwas, was sich dann auch wieder gelernt habe, dass wenn man daraus ausbricht,... ...dann kann man sich selbst auch wieder neu... ...erfinden auf eine gewisse Art.
00:09:52: Es gab eben diesen Moment in dem ich... ...für mich selber entschieden hab, dass ich... ....aus dieser Rolle möchte und mein eigenes Büro starten
00:10:01: möchte.".
00:10:02: Das ist ja jetzt auch schon sechs Jahre um den Dreh,
00:10:05: ne?
00:10:05: Bestät das schon.
00:10:06: In welcher Phase warst du denn dann?
00:10:07: Weil jetzt kommen wir mal zu deiner Lehre, weil es natürlich auch total interessant ist... Wie kam der Übergang an die Professur für Urban Design bei Benedikt Buxain an der TU München zustande und was hat dich dazu bewogen an Praxis- und Lehre langfristig parallel zu führen?
00:10:25: Das war ein fließender Übergangen!
00:10:27: Also in diesem Zeitfenster gab es ganz viel Bewegung.
00:10:32: Es gab zum ersten Mal für mich eine Lehrtätigkeit an der TU München und diese Lehrtättigkeit war bei Matthias Kastdorf, der als Gastprofessor an der Tu München war.
00:10:44: Und dann haben wir das Einsemester gemacht einen Masterstudiengang ein Masterstudio und dann habe ich Benedikt Buchsein kennengelernt Kompetenzen hat und dass er Themen untersucht, Forschungsfelder angeht die mich eigentlich wahnsinnig interessieren.
00:11:03: Die egalitäre Stadt, urbane Transformation, die Auseinandersetzung mit den Polikrisen des einundzwanzigsten Jahrhunderts.
00:11:12: Und dadurch sind Gespräche entstanden und auseinandersetzungen und dann hat er mich gefragt ob ich nicht nach der Gastprofessur weiter bei ihm wissenschaftlicher Mitarbeiter sein möchte ... Studios betreuen möchte, Lehre machen möchte.
00:11:28: Und das hat mich dann begeistert.
00:11:31: und ich habe eben im Studium oder kurz nach dem Studium haben... ...mehr schon Professorin gefragt ob ich in die Lehre möchte?
00:11:37: Und da hab' ich aber gesagt ne, ich muss erst mal fünf Jahre raus in diesen... In dieser harte Welt, in diesem Realismus damit ich studierend auch was erzählen kann!
00:11:47: Dann waren eben diese fünf Jahre um und die Tür ging auf.
00:11:52: und dann finde ich den Schritt ... in die Selbstständigkeit und in die Lehre gleichzeitig gegangen.
00:11:58: Also im Sommer, ... ... ich habe meinen Büro gegründet... ...und die Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU München begonnen.
00:12:07: Na ja, Jim, du hattest auch eine preisgekrönte Abschlussarbeit und bist da wahrscheinlich schon einigen aufgefallen.
00:12:15: Aber wahrscheinlich die beste Entscheidung, die man da treffen kann erstmal wirklich auf die Praxis zu haben sonst bleibt man halt immer in der Hochschule.
00:12:25: dann Du hast eben schon gesagt das Stichwort Interventionsklasse.
00:12:29: Ihr habt diese Interventionsklasse etabliert im Urban Design, in der Professur für Urban Design.
00:12:38: Was ist das?
00:12:41: Die Interventionsklasse war ein Format, dass wir vier Jahre immer im Sommersemester durchgeführt haben.
00:12:50: Es waren immer die Bachelorthesis der teilnehmenden Studierenden und Ziel war es, eine Intervention im Eins zu Eins in öffentlichen oder im privaten Raum durchzuführen.
00:13:04: Und dieses Format hat uns einfach gezeigt das Studierende eine Wirkung entfalten möchten, dass sie an realen Orten forschen wollen, dass Sie mit realen Akteuren in Beziehung und Dialog treten möchten – und dies auch auf eine gewisse Art und Weise müssen um über sich selbst hinauszuwachsen.
00:13:28: Wenn ich Studierende die Aufgabe gebe, belebt eine Baulücke dann können sie schöne Pläne machen und tolle Visualisierungen aber das bringt sie nicht aus ihrer Komfortzone.
00:13:41: wenn Sie aber herausfinden müssen wer der Eigentümer ist diesen Eigentüm er anrufen müssen ihn fragen müssten ob sie Die Baulicke haben dürfen für eine Woche, dann bei der Stadt München die Genehmigung dafür beantragen.
00:13:54: Dann eine Gerüstbaufirma fragen ob sie ihn gerüst also ein Dach baut und noch einen Getränkellieferant, der sie mit Getränken versorgt, dann bringt er das wahnsinnig aus ihrer Komfortzone.
00:14:06: aber Sie lernen auf verschiedenen Ebenen über Architektur zu sprechen Und Sie realisieren dass Sie mit der Behörde anders sprechen müssen als mit dem Eigentümer oder mit der Gerüstbaufirma.
00:14:22: Und wenn sie dann Freitagsvormittag um elf in dieser Baule gestehen und die Gerüstbauffirma kommt, und da sind fünf Handwerker, dann müssen Sie mit denen wieder anders sprechen?
00:14:33: Auf einmal regnet es!
00:14:35: Ihr Konzept geht gar nicht auf weil Sie haben kein Dach bedacht.
00:14:40: Dann fangen Sie an zu improvisieren und entwerfen ein Dach und gestalten einen Dach.
00:14:44: In kürzester Zeit.
00:14:46: Und das sind so Grundprinzipien der Interventionsklasse, wo wir einfach gemerkt haben.
00:14:51: Unser XXI-Jahrhundert mit all seinen Krisen braucht Studierende oder Absolventinnen die auf diese sich ständig änderten Bedingungen reagieren können.
00:15:06: Auf
00:15:07: reale Probleme und reale Situation Die lernen mit Ressourcenknappheit umzugehen weil sie haben nicht Unendlich viel Geld.
00:15:17: Sie haben eigentlich gar kein Geld für die Intervention und sie haben auch nicht unendlich Materialien, alle Materialien die sie verwenden müssen sich selbst auftreiben und besorgen Und das hat uns einfach gezeigt dass die Studierende da wahnsinnig viel rausziehen können.
00:15:33: und nach diesen vier Sommern Hat sich gezeigt, dass die Studenten so darauf drängen, dass ihr auch in den Wintersemestern Intervention machen möchten, dass wir das Format geändert haben und mittlerweile dieses Lehrformat eine Methode ist.
00:15:52: Und diese Methode der Intervention findet nun Anwendung bei uns im Studio genauso wie des Zeichnen eines Planes.
00:16:00: Das erstellen einer Visualisierung oder des Führen eines Interviews.
00:16:05: Ah ja, das heißt es ist keine einzelne Klasse mehr.
00:16:08: Das wurde wieder aufgelösen integriert
00:16:10: als
00:16:10: ganz normaler Bestandteil sozusagen
00:16:13: und des Format der Klasse war eigentlich so toll dass die Studierenden voneinander und miteinander gelernt haben.
00:16:21: also jeder konnte sein eigenes Thema machen Und man hatte dann Tischkritiken bei denen die einen über Gender Gerechtigkeit gesprochen haben Die anderen über eine Baulücke die anderen über Wasser in der Stadt und somit wurde der Konflikt oder dieser Wettbewerb aufgebrochen zu einem Dialog der Klasse und die Studierenden haben sich gegenseitig geholfen.
00:16:44: Das heißt, wenn die Dreiergruppe die Baulücke bestibilt hat, kamen die anderen neun vorbei und haben geholft.
00:16:51: Wenn dann die Woche drauf die Gruppe ihre Brunden aufgebaut hat, kommen die anderen helfen.
00:16:58: Und so hat sich die Intervention in eine Methode verwandelt und das Format der Klasse haben wir in das Studio übersetzt, indem wir weiterhin keine Aufgabenstellungen vorgeben.
00:17:11: Jede Gruppe ein anderes Thema macht und die Studierenden stets dazu bekräftigen, miteinander zu arbeiten und sich zu fördern und zu unterstützen.
00:17:21: Und wenn die einen Expertinnen sind für Brunnen dann sollen sie das den anderen vermitteln, die einen städtischen Platz gestalten.
00:17:31: Ja und da ist auch so eine Vielschichtigkeit der Themen, weil die Themen eben wie du sagst nicht vorgegeben sind.
00:17:38: Wie stellt ihr denn sicher das nicht?
00:17:40: irgendwelche Grundlagen dann nicht vermittelt werden aus Versehen?
00:17:45: Da haben wir den großen Vorteil dass die Studierenden wenn sie zu uns kommen meistens schon im siebten achten oder auch im Master sind und damit eigentlich Grundkenntnisse vorhanden sind.
00:17:57: ein Grundstock ist da Und sie sind dann eher schon an dem Punkt, dass Sie diesen Grundstock hinterfragen.
00:18:04: So ist zum Beispiel bei uns das Format der Raumpilotin entstanden die eigentlich den Raumpiloten in Frage stellen und sagen zeigt er uns denn wie wir gendergerecht oder barrierefrei für verschiedene gesellschaftliche Gruppen planen können.
00:18:22: Das heißt, die Studierenden sind schon reifer, die sind schon weiter Und die fühlen sich vielleicht schon zu wohl im Zeichnen in den Normen, dass wir sie dann eben rauswerfen ins kalte Wasser und sagen ja aber wie ist es denn wirklich?
00:18:42: Und dieses Projekt Raumpilotin, jetzt wurde es erwähnt.
00:18:45: Das darüber hat Baunetz Campus auch berichtet und das ist auch ein besonderes Projekt weil das war eine Publikation und ein Konzept und eine Ausstellung auch.
00:18:54: also das war keine bauliche Intervention aber einer Wissenschaft die auseinandersetzung im Endeffekt
00:18:59: genau und das sind eben diese Freiheit.
00:19:02: Die Studierenden können wählen ob sie eine intervention machen eine publikation machen entwurf machen.
00:19:11: Diese Freiheiten führen dazu, dass die nächste Generation bei uns erwachsen kann und wir eigentlich nicht auslernen.
00:19:22: Und ich glaube das ist das was ich mir von meinen Mentoren dann abgeschaut habe immer zu fördern und immer zu unterstützen und Lehre eigentlich mehr zu sehen als ein Werkzeug was Studierende bekräftigt.
00:19:41: Also ich sage immer, wir sind mehr Emotional Support oder Ally.
00:19:47: Oder wir sind Förderer.
00:19:50: Wir sammeln beispielsweise die Materialien, die die Studierenden verwendet haben bei Interventionen und haben sie bei uns hier zur Verfügung.
00:19:57: Das heißt wenn jetzt eine Gruppe kommt und sagt mir möchten wir das machen dann kann ich als Professor Ressourcen geben Ich kann Neonröhren geben, ich kann einen Soundbox und eine Akkubox und ein Kühlschrank zur Verfügung stellen.
00:20:13: Und genauso kann ich als Mitarbeiter der Professur Support geben und kann sagen wenn das Planungsamt euch nicht antwortet dann schreibe ich eine Mail.
00:20:26: oder wenn ihr für die Genehmigung eures Gewächshauses in Stempel braucht, dann mache Also.
00:20:34: es heißt, wenn man einmal Teil dieser Professur ist dann darf man als Studierender von diesen Benefits profitieren.
00:20:42: Und wir sagen immer die Studierenden sind eigenständiger Teil dieser Professor und sie dürfen darauf zugreifen.
00:20:50: Die dürfen bei uns ausdrucken, die dürfen unsere Bibliothek nutzen, die durften mit Forschungsprojekten bei uns kooperieren zusammenarbeiten damit Sie frühzeitig verstehen wie funktioniert nun Professor?
00:21:03: Wie funktioniert Lehre?
00:21:05: Welche Benefits, welche Ressourcen kann ich von der Professur verwenden.
00:21:12: Das ist total spannend, auch gerade dieses Rausgehen und merken wie wichtig Netzwerke sind.
00:21:16: Der eine kann schon was, wie du jetzt als Matthias Faul Architekt dann sozusagen irgendeine Genehmigung bekommen oder Unterschrift irgendwo setzen Und die können das eben noch nicht, dass man das aber nutzt.
00:21:27: Ich möchte doch gerne auf einen Projekt aufmerksam machen.
00:21:30: darüber hat Bonnetz Campus auch berichtet, das wird dann auch in den Shownotes verlinkt haben weil du eben auch wegen der gendergerechten Stadtplanung.
00:21:38: Da haben drei Studentinnen sich die Interventionsklasse als Hebel zur Nutze gemacht, heißt es in diesem Artikel und zwar ich zitiere mal im Sommersemester Zweiundzwanzig riefen die drei StudentInnen den Chair of Unlearning ins Leben, den ersten studentisch gegründeten Lehrstuhl der TU München.
00:21:57: mit verschiedenen räumlichen Interventionen eine Ausstellung vortragen Seminaren engagieren sie sich seitdem für eine Architektur leere Absatz von heteronormativen Vorbildern.
00:22:07: Das fand ich eben auch so interessant, dass Sie sozusagen ein Lehrstuhl etablieren konnten also um das mal zu verdeutlichen was ihr macht und wo genau das ansetzen kann.
00:22:19: Es ist also auch das worum es euch geht, dass Ihr Hebel anbietet die sich Studierende zu Nutze machen können.
00:22:28: Ja, wenn drei Studenten vor dir sitzen und sagen du eigentlich brauchen wir dich nicht mehr oder wir möchten dich ersetzen.
00:22:36: Oder wir glauben dass ihr nicht das richtige leert oder leistet ich glaube da würde es sehr viele geben die würden dem mit Abneigung oder Ablehnung entgegentreten.
00:22:50: aber genau da sagen wir weitermachen mehr machen über euch hinauswachsen.
00:22:57: Seid kritisch, hinterfragt die Dinge, hinter fragt auch uns und hinterfragt unsere Formate Denn am Ende des Tages profitieren wir davon weil wir die drei Studentinnen empowert haben Haben die im wahnsinnig spannendes Projekt gemacht haben uns sehr viel beigebracht oder uns Die Augen geöffnet was eigentlich fehlt oder wo wir wachsen können.
00:23:26: Und daraus erwächst dann die nächste Masterthesis, die sich mit Gendergerechtigkeit befasst und das nächste Studio – und dann kommen die Raumpiloten!
00:23:37: Hätte ich in den drei Jahren nicht gesagt, ja toll, mach da raus weiter, wären die Raumpinotinnen niemals entstanden?
00:23:45: So entwickelt sich die Professor aufgrund der Interessen von einzelnen Studierenden, wenig Gehör finden.
00:23:56: Aber wir machen diesen Raum auch, dass wir neue oder alternative Szenarienansätze von Studierenden eben hören, empowern und dann auch freien Raum geben.
00:24:10: also wir halten da nicht die Hand rüber und sagen ihr müsst es jetzt so und so machen sondern ihr macht das jetzt.
00:24:17: wenn's gut läuft braucht er uns nicht und wenns schlecht läuft sind wir da und unterstützen und fördern.
00:24:25: Und ich glaube, das ist das was der nächsten Generation eben oft fehlt so ein Gefühl von wir können das alleine... ...und die Lehrenden sind dann da wenn sie Hilfe brauchen.
00:24:41: Ja.
00:24:41: Und ja.
00:24:44: Und dann ist es wie bei mir und meinen Mentoren.
00:24:47: also Ich kann nach hinten blicken wenn etwas Blöd läuft und bekomme Hilfe.
00:24:52: Aber eigentlich werde ich immer zur Eigenständigkeit erzogen.
00:24:55: Und das ist bei Benedikt Buchs sein genauso, dass es immer für uns da ist, immer ein Rückhalt und er lässt uns immer die Freiheiten und selbst zu verwirklichen oder zu finden oder eigene Vorträge zu halten, eigene Forschungsprojekte anzustoßen – und das spürt man!
00:25:17: Das spüren auch die Studierenden, Sie den Rückhalt haben und wir als Lehrende den Rückhalt haben.
00:25:24: Ja, Ihr hinterfragt an der Professur jährlich euer Curriculum hast du gesagt?
00:25:29: Wie sieht das dann aus?
00:25:31: Was ist das Ziel?
00:25:32: Das Ziel ist nicht stehen zu bleiben!
00:25:36: Und das Ziel ist sich ständig änderten Bedingungen anzupassen.
00:25:42: Wir haben eine Vorlesungsreihe die heißt Die Macht der Bedingung Und da erforschen wir diese Bedingungen.
00:25:47: Warum sieht unsere Welt aus, wie sie aussieht?
00:25:49: Wie funktioniert sie?
00:25:51: Warum sieht die Lehre aus, was sie aussieht?
00:25:53: Warum werden Büros zur Wohnung umgebaut oder auch nicht?
00:25:58: und deswegen gibt es immer am Ende vom Semester eine Nachbesprechung.
00:26:03: Was ist gut gelaufen, was ist schlecht gelaufen?
00:26:05: Was müssen wir ändern?
00:26:07: Und einmal im Jahr setzen wir uns dann wirklich mehrere Tage zusammen und sagen Ist das noch zeitgemäß nach vier Jahren beispielsweise die Interventionsklasse weiterzuführen.
00:26:19: Nein, die Studierenden haben den Demand das auch im Winter zu tun.
00:26:24: Ist es noch zeitgemäß mit der Klasse zu agieren?
00:26:27: Nein weil wir haben immer mehr Studierende!
00:26:30: Ist es richtig Bachelor und Masterstudierende vielleicht mal einen Kurs zu packen dass sie auch voneinander lernen?
00:26:37: Ja haben wir ausprobiert hat funktioniert.
00:26:39: machen wir das weiter und so werden diese Themen immer wieder hinterfragt und dann wird es geändert.
00:26:45: oder das was du vorhin meintest mit die Grundlagen.
00:26:50: Bieten wir genug Ausbildung der Grundlagen, es könnte mehr sein.
00:26:54: also bieten wir einmal die Woche eine Stunde in einem Pulsvortrag oder ein Workshop wo wir diese Grundlagen weiter schärfen.
00:27:02: beispielsweise wie führt man gutes Interview?
00:27:06: Was sind Interventionen?
00:27:08: Wie geht künstlerische Raumwahrnehmung?
00:27:13: Und das sind dann Methoden, die wir einführen.
00:27:15: Weil wir einfach merken, dass es im Semester davor nicht stark genug war und so könnte es jetzt sein, wenn wir nach fünf Jahren merken das jetzige Format funktioniert nicht, dann ändern wir's auch wieder.
00:27:31: Ja du hast ja auch jetzt gesagt ihr seid mit Vornamen unterwegs.
00:27:36: Eli.
00:27:37: auf Augenhöhe begegnen heißt es ja am Endeffekt Englisches Wort für Verbündeter.
00:27:44: Du bist unterstützend da, du förderst was die Studierenden brauchen und wie sie sich entwickeln wollen.
00:27:51: Wie gelingt dir denn dieser Spagat zwischen diesem Auf-Augenhöhe sein und der Hierarchie der Institution?
00:27:57: Weil am Ende bist du deren Lehrener und musst Sie bewerten und benoten.
00:28:02: Wie geht das?
00:28:05: Ich glaube, die Studienden merken immer ... dass ich doch mehr Erfahrung habe.
00:28:14: Also die fünf Jahre im Beruf, in einem Architekturbüro und die fünf Jahren mit meinem eigenen Büro prägen ein.
00:28:25: Und die geben einem doch auch einen Vorsprung.
00:28:31: Ich bin nicht der Experte für gendergerechte Stadtplanungen.
00:28:36: Die drei Raumpiloten wissen viel, viel mehr darüber Aber ich weiß, wie man eine gute Ausstellung macht.
00:28:43: Und ich weiß mit einem Amt so kommuniziert, dass die Fördergelder rechtzeitig da sind und das sind dann wieder Momente in denen die Studierenden dadurch, dass sie den Rückhalt spüren, spülen Sie auch die Kompetenz.
00:28:58: Damit bleibe ich trotzdem der Hierarchie der Lehrende.
00:29:04: Es ist sehr freundschaftlich oder es ist sehr kollegial und sie sind Teil der Professur, aber sie haben weiterhin ein Gefühl von ich kann vom Lehrenden und vor allem vom Professor noch sehr viel lernen.
00:29:20: Und da bleibt diese Hierarchie auf eine gewisse Art bestehen auch wenn es so ist dass Sie ein sehr nahrbares Verhältnis zum Professorbuch sein haben funktioniert's!
00:29:35: Ja, das ist schön.
00:29:37: Also es ist so ein respektvoller Umgang.
00:29:39: auch hört man so raus und das ist natürlich immer gut für beide Seiten.
00:29:43: Du hast ja eben auch noch mal gesagt, dass du auch Materialspendes und Ressourcen zur Verfügung stellst.
00:29:48: Und so viele Ressoursen wie es geht, auch irgendwo in Ehrenamt im Endeffekt dann ausführst als Architekt der du bist aus deiner Selbstständigkeit heraus.
00:29:56: Was denkst du über die ressourcenfrage an der Hochschule?
00:29:58: Warum ist das überhaupt nötig, dass Menschen da jetzt ehrenamtlich in einem Hochschulstudium noch aktiv werden müssen weil die Ressursen doch eher knapp sind?
00:30:07: Wie geht's euch da und wie würdest du das einordnen?
00:30:11: Die Ressourcen-Verbildungen wurden in den letzten Jahren immer weiter gekürzt.
00:30:16: Und wir merken das ja auch bei den Lehrenden, also wir haben heute weniger Mittel für die Lehre als vor fünf Jahren und die die Ressurzen sind dann einfach knapp und ich merke dass vor allem die ressource Mensch wenig gezählt ist und wenig gewertschätzt wird.
00:30:40: noch fünf Räume anmieten würden, dafür wären Gelder da.
00:30:44: oder wenn wir jetzt eine große Maschine kaufen.
00:30:48: Dafür sind Gelder aber einfach einen Menschen zu bezahlen der da ist und mit Studierenden spricht und für Studierende da es und ein Rückhalt gibt.
00:30:59: Dafür werden die Gelder immer knapper und da sehe ich mich dann halt in meiner sozialen Ader dass ich sage, okay dann investiere ich sie zwei Stunden oder die vier Stunden jetzt als Ehrenamt.
00:31:14: Wofür ich nicht vom Staat bezahlt werde?
00:31:18: Weil mir die Studenten dann am Herzen liegen und weil ich einfach weiß das Sie sich in einigen Jahren daran erinnern werden.
00:31:28: also Das ist der schönste Moment wenn nach zwei Jahren oder nach vier jahren man einen ehemaligen Studierenden trifft und der sagt Ich wollte mal noch Danke sagen.
00:31:39: Ich verstehe heute, was ihr uns damals vermittelt habt und dann auch diese Erfolgsgeschichten zu sehen wenn Studierende dann auf einmal ein Buch rausbringen und auf dem Bundeskongress sprechen oder in einem Ministerium sind oder ein tolles Büro gründen oder der eines jetzt Bürgermeister geworden und verändert so eigentlich diese ganze Stadt- und Gesellschaften.
00:32:04: Und dafür mache ich es weil Das gibt einem so viel zurück, es gibt einem mehr zurück wie durch ein gebautes Haus zu laufen.
00:32:13: Weil das hat man schon erlebt also ist predictable.
00:32:18: Ich zeichne einen Haus und ich weiß wie sich das anfühlt und zwei Jahre später laufe ich durch dieses Haus und es überrascht mich wenig.
00:32:26: aber Studierende in diese Zeit investiere die können so wahnsinnig über sich selbst hinaus wachsen dass es einen emotional freut und berührt Wenn auf einmal jemand etwas präsentiert oder einen Vortrag hält, jemand der vor einem Jahr noch schüchtern zurückhaltend leise war steht auf einmal auf dem Bundeskongress und hält ein Vortag.
00:32:50: Man begleitet diese Menschen ein Stück auf ihrem Lebensweg und hofft einfach dass daraus etwas entsteht.
00:32:57: Und ich sage immer wenn meine Studierenden mal Lehrende sind hoffe ich das sie das weiter tragen und weiter geben.
00:33:04: Das ist das, was meine Mentoren mir mitgegeben haben.
00:33:07: Also es ist das was Benedikt Buchstein mir mitgibt und was Matthias Kastoff mir mit gegeben hat dass jeder Studierende über sich selbst hinauswachsen kann und in die Rolle wachsen kann, die er oder sie möchte.
00:33:22: Und du trägst das so weiter, also es ist wirklich wie eine Saat dann auch die aufgeht.
00:33:26: Das ist total gut!
00:33:27: Ich möchte noch mal kurz auf das Maschinenwürden bezahlt werden.
00:33:30: Thema zurück Menschen aber nicht.
00:33:32: da musste ich an KI irgendwie denken dass sehr auch nach ein großes Thema in der Lehre.
00:33:37: Es ist ein großes thema für die Studierenden bei euch und wie gehst Du selbst mit KI in der leere um?
00:33:43: Also wir haben sehr früh angefangen KI in die Lehre zu integrieren.
00:33:47: Wir haben schon vor In der Interventionsklasse gab es einen Studierenden, der hat sich mit digitalem Raum befasst und wie wir uns diese Räume aneignen.
00:33:57: Und dass digitale Räumen noch ungerechter sind als realer Räum.
00:34:02: Also Sexismus ist dort noch viel größer.
00:34:06: Dann haben wir frühzeitig gelernt das wir den Systemfeld auch ansprechen sollen.
00:34:11: Wir haben den Studenten dann frühzeitig erlaubt Bilder zu generieren.
00:34:16: sie durften jetzt Interviews damit auswerten, sie dürfen KI verwenden wenn Sie beispielsweise ein Workshop mit Kindern machen um deren gesprochenes Wort in Bilder zu übersetzen.
00:34:29: Sie müssen es dann immer kennzeichnen und so lernen wir auch wie Sie es kennzeichnend ob das die richtigen Methoden sind.
00:34:38: also wenn Sie den prompt mit angeben oder wenn Sie sagen wie das Format abgelaufen ist und wir eigentlich diese Verknüpfung von digitalem und realen Raum erfahren und erforschen.
00:34:50: Und dennoch zeigt uns, dass die KI sie weiter in einer Sicherheit hüllt, die aber nicht exizent ist und das dadurch die Intervention noch mehr an Kraft gewinnt – und dieses Zwischenmenschliche und das Format der Klasse weil Sie noch schneller merken, dass Sie im realen All des erleben können was es im digitalen nicht gibt und dass die KI nicht menschlich ist im Sinne von menschlicher Unvernunft.
00:35:22: Und damit umgehen, wenn andere auch...
00:35:24: Wenn andere unvernünftig sind?
00:35:26: So weil der Wutbürger, der dann zu meiner Intervention kommt und sagt was das denn für ein Blödsinn?
00:35:31: mit dem muss ich klarkommen und den muss ich überzeugen und mit dem Muss sich in einen Dialog treten.
00:35:37: und das sind die Momente an denen die Studierenden wachsen.
00:35:41: Bei meinem Bauherrn stehe und realisiere, ich komme hier nicht weiter.
00:35:45: Ich werde meinen Willen nicht durchsetzen aber ich muss den Willen des anderen akzeptieren integrieren und den bestmöglichen Outcome erzeugen.
00:35:55: Und das ist diese Menschlichkeit und dieses Zwischenmenschliche was sie bei uns lernen müssen.
00:36:02: Wir befragen die Studierenden auch immer am Anfang und am Ende vom Semester.
00:36:07: Es ist wirklich auffällig Achtzig Prozent der Studierenden.
00:36:11: bei uns ist Empathie wichtig.
00:36:14: Ich glaube, das ist was, was die KI halt auch nicht so kann.
00:36:18: Empatisch sein mit Gefühl entwickeln, Verantwortung übernehmen sich kümmern.
00:36:25: und ich glaube, dass es etwas, was in der Architektur fehlt.
00:36:30: Das ist genau dieses ... Die Tür aushängen, fetten und wieder reinhängen den Klappladen streichen, ganz physisch einfach da sein.
00:36:42: Ja das ist das was die KI vor allen Dingen nicht kann.
00:36:44: Fysische Dinge weil es gibt ja auch immer wieder Berichte dass Leute mit KI irgendwie therapeutische Maßnahmen ergreifen sei es jetzt dahingestellt wie gut das ist.
00:36:53: aber die kann sehr gut empathie imitieren wahrscheinlich aber sie wird niemals ein Chania ölen.
00:37:00: Sie wird keinen Klapptaden streichen und die wird aber auch Mit einem Kind darüber sprechen, ob der städtische Platz jetzt so funktioniert oder nicht.
00:37:11: Und ob der jetzt schattig genug ist?
00:37:13: Oder ob die Proportionen stimmen
00:37:15: ja... Ja wir hatten eben das Thema welche Projekte hervorgegangen sind und wir haben über zwei besondere gesprochen und ich wollte noch diesen Recycling-Modellbauwettbewerb wenigstens mal erwähnen weil der auch so interessant ist.
00:37:31: Darüber hat Baunitz auch berichtet, also deswegen es gibt da einiges von eurer Seite über das schon geschrieben wurde und das wollte ich noch gern ergänzen.
00:37:40: zum Projekt Raum Pilotin und Chair of Unlearning genau!
00:37:45: Da ging es nämlich um Modellbau als recycelten Materialien.
00:37:49: Das wäre noch mal vielleicht nur so, als Ergänzung zu diesem Ressourcenthema und der knappen Ressource.
00:37:55: Und da hat ihr die Studierenden auch losgeschickt, Materialien aus Müllbehältern herauszu- oder zu retten bevor sie abgeholt werden von den Müllerpforen dann eben verschrottet werden.
00:38:07: Vielleicht magst du da noch kurz was zu sagen?
00:38:09: Also wir haben frühzeitig zu den Studenten gesagt Ihr müsst lernen mit knappen Ressourcen umzugehen.
00:38:17: Und dann haben wir gesagt, ab im ersten Semester schon haben wir es gesagt ihr dürft keine Materialien mehr kaufen sondern ihr müsst die Materialien an dem Ort finden, an dem ihr agiert.
00:38:33: und so sind dann die ersten Modelle entstanden aus Trachtensocken, aus Kerzen, aus Bauschutt, aus Blättern.
00:38:43: Dann gab es im Semester darauf, wieder in der Interventionsklasse eben drei Studierende die gesagt haben ja aber an der Universität selbst gibt es ganz viel Materialien die weggeworfen werden.
00:38:58: Und können wir nicht diese Materialien auch verwenden?
00:39:01: Und können wenn ich diese Materialie die wertlos sind sammeln sortieren und damit wieder kuratieren?
00:39:12: Genau das ist passiert.
00:39:14: Die Studierenden sind dann vorbeigekommen, haben gefragt was das Material denn jetzt kostet?
00:39:18: Was vorher nur als wertloser Müll in der Ecke laden.
00:39:22: Und so haben die drei angefangen, haben darüber eine Arbeit geschrieben wo die Materialien sind wie man sie sammelt, wie man sich kuratiert dass sie wieder gut verwendet werden.
00:39:32: und dann standes Thema im Raum Und dann war das Thema an der Professur und dann war es Lager an der Professor.
00:39:38: Dann haben wir gesagt, wir müssen es eigentlich noch größer machen.
00:39:40: Und dann gab's wieder andere Studierende.
00:39:42: mit denen haben wir einen Wahlfach dazu gemacht und die haben dann des Instagram gestartet.
00:39:46: Die haben den deutschlandweiten Wettbewerb gestartet und damit ist ein Netzwerk entstanden.
00:39:51: in diesem Netzwerk.
00:39:52: Das ist ein Miroboard und WhatsApp Channel sind mittlerweile von bestimmt zehn verschiedenen Universitäten Studierende, die dann auch ein Lager gebaut haben und die das an ihrer Universität zu machen.
00:40:07: Und die in ihrer Universitätswahl Föcher dazu gemacht haben und Ausstellungen gemacht haben.
00:40:12: Und je länger wir es gemacht haben umso bewusster wurde uns dass die wichtigste Ressource, die wir haben eigentlich wissen ist nicht das Stück Pappe sondern das Wissen darüber wie wir damit umgehen und welche Modelle wir überhaupt bauen.
00:40:29: weil Das ressourcenschonste Modell ist ja auch wieder das Modell, was vielleicht klein und wertvoll ist.
00:40:36: Was ich liebe?
00:40:36: Was ich aufhebe?
00:40:37: Was in meinen Regalstelle?
00:40:39: Das war sich bewahre und nicht das große, was ich dem Professor einmal fünf Minuten zeige uns dann im Container landet.
00:40:47: Und die Materialien, die ich verwerte sollten sich dem anpassen wofür es gemacht ist.
00:40:54: Da glauben wir eben dran, dass die Studierenden wenn sie sich frühzeitig damit auseinandersetzen das später im realen Leben auch tun.
00:41:03: Dass sie über die Baustelle laufen und sagen diese Tür ist wertig.
00:41:08: Die möchten wir wieder einbauen oder diese Steine könnte man wieder verwerten.
00:41:13: zu etwas anderem Und es ist sehr spannend wie viele Freundschaften dann entstehen weil so ein Projekt entsteht Und auf einmal wird man eingeladen nach Kaiserslaut oder Stuttgart dort einen Vortrag zu halten.
00:41:30: Da trifft man dann wieder Leute, die sagen hey was macht ihr eigentlich mit der Raumpilotin?
00:41:34: Dann erzählt man darüber und dann bilden die auf einmal ein Arbeitskreis und machen etwas zur Gendergerechtigkeit.
00:41:41: Also all diese Themen sind Spielbälle, die wir aufgreifen und damit eigentlich den Dialog zu... Was sind die Forschungsfragen die Fragen der Wissenschaft des XXI.
00:41:55: Jahrhunderts?
00:41:56: und wie können wir die nächste Generation darauf vorbereiten, sich diesen Fragen und Aufgaben hinzugeben?
00:42:04: Und das ist auch so cool, man ist dann irgendwo in Düsseldorf und dann kommt eine Studentin auf einen zu und sagt, ah dieses Semester, wir haben die Raumpilotin so oft benutzt!
00:42:14: Ich kenne weder diese Studentinnen noch das Projekt aber genau dafür machen wir es Ideen und Gedanken, die aus der Studierendenschaft kommen.
00:42:26: Verbreitung finden und Nachahme finden.
00:42:30: Und es ist vollkommen egal wer das erschaffen hat oder wer dahinter steht.
00:42:36: Viele wissen das ja gar nicht – dass Chair of Learning Raumpilotin Klaus Sökerl, dass das alles hier entstanden ist aber darum geht's nicht!
00:42:46: Ja, total gut.
00:42:47: Gut dass wir es jetzt noch angesprochen haben!
00:42:50: Ja ich komme zur Abschlussfrage und zwar zu deinem Berufsbild.
00:42:54: wenn du eben als selbstständiger Architekt in der Professurarbeit mit einer Dissertation beschäftigt bist was ist dein Berufs Bild?
00:43:02: Architek schätze ich mal oder was würdest Du Dich bezeichnen?
00:43:07: Also auf dem Papier steht Ich bin Architekkt weil ich glaube ich bin Raubenbilder.
00:43:16: Ich kann Räume bilden für verschiedene Anlässe, für verschiedene Zwecke.
00:43:22: Für verschiedene Menschen und für verschiedene Jahreszeiten in Situationen.
00:43:27: Und das ist genau das was ich versuche den Studenten zu vermitteln.
00:43:30: Es ist egal ob ich ein neues Haus baue, ein Haus transformiere oder einen Raum für nur zwei Stunden transformiere.
00:43:39: Wenn ich jetzt hier eine Leinwand hinstelle oder wenn ich unser DJ-Set anschmeiße, dann ist es hier ein Kino oder einen Club.
00:43:46: Und wenn ne Stunde später hier drei Studierende kommen und ein Problem haben, dann is' das nen Besprechungsraum!
00:43:53: Und morgen, wenn hier Wochenende ist und wir hier trotzdem sind und was zum Mittagessen kochen, dann isses n Esszimmer... ...und wenn Studierenden das verstehen, dass Raum entsteht durch Handlung Und Architektur damit entsteht Durchhandlung, dann glaube ich habe ich meinen Job als Wissenschaftsjahr Mitarbeiter gut gemacht.
00:44:17: Also begreifen wie das funktioniert und dass es nicht auf die vier Wände und den Boden ankommt sondern auch Die Dinge die passieren
00:44:24: also wissenschaftler und architekten
00:44:28: DJ auch noch.
00:44:31: Und was möchtest du Studierenden mitgeben, die gerne auch so vielseitig sein wollen in ihrem Berufsleben und sagen ich möchte auch ein hybrides Berufsbild oder einen hybriden Weg gehen?
00:44:42: Dass es wahnsinnig anstrengend ist und wahnsinnigerfüllend und dass es verschwimmt und das es nicht mehr eine Wochenende gibt und einen Montag bis Freitag sondern dass man sich bewusst dafür entscheiden muss, dass man dann so lebt.
00:45:02: Also da ich sonntags morgens einen Plan für meine Bauherren zeichne und samstags auf einer Intervention in Nördling bin weil die Studierende es angestoßen habe Und das man dann dienstags morgens Die Straße entlang läuft und sich denkt wie toll!
00:45:19: Das ist mein beruf Ich werde dafür bezahlt, Interessanten Menschen, Gespräche darüber führe wir unsere Welt sein kann.
00:45:29: Und das ist wahnsinnig erfüllend!
00:45:32: Okay super dann danke ich dir ganz herzlich für das Interview Matthias Faul.
00:45:36: Vielen Dank, hat mich sehr
00:45:55: gefreut.
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