#101 Architekt im Generalunternehmen: Was bringt ein Seitenwechsel? - Stefan Anders

Shownotes

Stefan Anders hat neun Jahre lang ein Architekturbüro in Potsdam aufgebaut. Dann wechselte er die Seiten. Heute leitet er den Potsdamer Standort von B&O Bau, forscht am Holz-Lehm-Campus und plant ab Herbst seine Promotion. Eine Folge über GUs, Reallabore und die Frage, was ein Architekt sein kann.

Teaserbild: Stefan Anders, Foto: B&O Bau und Gebäudetechnik Host und Produktion: Kerstin Kuhnekath Redaktion und Text: Katharina Lux

Übersicht aller Folgen mit weiteren Infos & Bildern zu unseren Gästen: https://www.baunetz-campus.de/podcasts

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Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen uns seit Gegrüß zur einhundert ersten Episode von Studiertum zu Bauen, dem Baunetz Campus Alumni Podcast präsentiert von Gira.

00:00:09: Ich bin Kerstin Kunekatz und mein heutiger Gast ist Stefan Anders.

00:00:14: Los geht's!

00:00:14: Herzlich willkommen im Baunez Campus Alumni podcast Stefan Anders.

00:00:19: Hallo

00:00:19: Danke dass ich da sein darf.

00:00:20: Ja schön dass du gekommen bist aus Potsdam nach Berlin.

00:00:23: wir sitzen in der Redaktion Du bist Architekt, Projektleiter und Standortleiter in Potsdam bei der B&O Bau.

00:00:31: Und du bist angehender Doktorand bei Professor Eicke Roswagg-Klinger an der TU Berlin.

00:00:37: Genau!

00:00:39: Nebenberuflich bist du noch selbstständig als Architekt tätig.

00:00:42: Genau, damit es nicht langweilig wird zwischendurch!

00:00:44: Genau da kommen wir auch nochmal gleich hin.

00:00:46: wie geht das alles gleichzeitig?

00:00:48: Auf jeden Fall fangen wir aber mal vorne an.

00:00:50: Du hast Architektor studiert an der FA Potsdam und zwar hast du da dein Bachelor gemacht und deinen Master.

00:00:57: Bachelor war da in Potsdamm gerade erst im zweiten Jahr Und zwischen diesen beiden Abschlüssen hast du noch ein praktisches Jahr oder etwas länger sogar absolviert, neun Monate Kopenhagen und knapp sechs Monate in Basel.

00:01:11: Genau!

00:01:12: Da würde ich gerne wissen erstmal wie war dein Studium in Potsdam?

00:01:16: Wie waren deine Stationen

00:01:17: Kopenhaagen

00:01:18: und Basel?

00:01:20: Mein Studium war sehr gerafft.

00:01:21: Also ich bin tatsächlich jeweils in Regelstudienzeit da durchgerauscht, weil ich sage mal durch das BAföG mein Lebensunterhalt bestreiten musste und natürlich so kurz wie möglich in der Regelstudien-Zeit durchkommen wollte.

00:01:34: Weil ich dachte dann gibt es da vielleicht die Möglichkeit zu reduzieren was sich am Ende auch als Waage und nicht ganz so richtig herausgestellt hat.

00:01:42: Ah, sehr kreditwas man zurückzeige.

00:01:45: Das war leider so, dass die Prüfungsphase immer nach dem bei der BAföG-Stelle als Regelstudienzeit angesetzt stattgefunden hat.

00:01:53: Dadurch war es dann nicht offiziell die Regelstudientzeit.

00:01:56: also da muss man drauf achten wann die Hochschule dann die Prüfung macht das man dann auch wirklich in der BAFÖG-Regelstudien Zeit durchkommt.

00:02:03: Das hat leider nicht so gut funktioniert, hat sich am Ende aber auch nicht als riesen Thema herausgestellt.

00:02:08: Und ich bin damals tatsächlich auf Ansprache von Herrn Savade der bei uns eine Gastvorlesung gehalten hat einfach darauf aufmerksam gemacht worden dass es eine total tolle Idee ist zwischen Bachelor und Master nochmal was Praktisches zu machen.

00:02:24: Bin auch immer noch sehr dankbar dafür.

00:02:25: und der erste Schritt war durch ein Professor initiiert in Kopenhagen mit einem Kommiliton.

00:02:33: Die Stadt war super, das arbeit nicht so.

00:02:36: Das

00:02:37: Büro war nicht so doll.

00:02:38: Genau es war ein Riesenunternehmen und ein ganz kleines Architekturbüro was nur für ein großes Mode unternehmen quasi dann die Architek-Tour Flagship Stores.

00:02:48: und was man da nicht alles machen musste... Das

00:02:50: ist schön ja!

00:02:51: Das hab ich auch schon gemacht.

00:02:52: Das kann schön sein aber es kann auch schnell langweilig werden und wir waren halt eben nur Trainee Und deswegen war das relativ schnell auch nicht mehr so spannend.

00:03:03: Dann gab es nach knapp acht Monaten einen Anruf und die Frage, willst du nicht zu uns ins Büro nach Basel kommen?

00:03:10: Und dann war das einfach entschieden, die restliche Zeit bis zum Master in Basel zu verbringen.

00:03:16: Da war ich bei einem ganz kleinen Architekturbüro mit einer Schweizer- und deutschen Führung.

00:03:22: Es waren damals noch Studerstrassearchitekten.

00:03:25: Das war eine sehr schöne Zeit dort in Baseln!

00:03:28: Okay, das heißt da warst du erstmal noch so normal.

00:03:31: klassisch Architekt werden ist

00:03:33: gut.

00:03:34: Ich mache jetzt Master und du hattest aber auch an die ETH Zürich gehen können?

00:03:38: Ja, also ich habe darüber nachgedacht.

00:03:41: Ein Freund von mir der hat diesen Schritt gemacht hatte aber sehr viel Themen noch nachzuarbeiten und das wollte ich dann ehrlich gesagt nicht so gerne und ich war auch nicht so verwurzelt in der Schweiz.

00:03:52: er war denn da schon liiert, hatte mit seiner Freunde natürlich einen ganz anderen Status und für mich war es dann auch Zeit wieder zurück zu kommen und ich bin auch ganz froh wieder in der Heimat zu sein dafür entschieden, dann in Potsdam weiterzustudieren.

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00:05:01: Okay dann hast du deinen Master gemacht Und dann bist du in ein Architekturbüro gegangen, in Potsdam.

00:05:08: Genau!

00:05:09: Da hast du innerhalb von neun Jahren die Büroleitungen übernommen.

00:05:13: Also du hast erst klein angefangen und bist dann aufgestiegen zum Büroleiter?

00:05:19: Was hat dich an diesem klassischen Weg ... ... gereizt, kann man das so fragen?

00:05:23: Ich meine du warst ja eher auf dem Weg.

00:05:26: Du hast vielleicht die Frage nicht eher was hatte ich dort gereizт... ... sondern eher was hat dich dann am Ende vielleicht gebremst!

00:05:31: Also hast du Grenzen gespürt dass du gegangen bist.

00:05:34: Das ist eigentlich eine gute Karriere auch.

00:05:37: Ja also für mich war es dann an der Stelle so, ich bin halt wirklich nach dem Studium relativ zügig dann eingestiegen auch direkt in die Projektleitung.

00:05:46: Es war so das sprichwörtliche kalte Wasser, in das man reingeworfen würde.

00:05:51: Also es gab halt dort, sag ich mal diese Nahtstelle die zu füllen war und es fing an tatsächlich über Wettbewerbe teilweise mit großen städtebaulichen Wett bewerben dann direkt auch in der Projektleitung bis nach China tatsächlich.

00:06:06: Und dann auch in die realen Projekte.

00:06:09: und dadurch dass das dann am Anfang schon im ersten Jahr so gut lief ging es immer weiter.

00:06:13: Der Jahresvertrag wurde dann natürlich verlängert und eigentlich war ich immer der, der los wollte, der wieder aus dem Büro raus wollte weil das mir nicht gereicht hat.

00:06:22: Weil's mir auch an vielen Stellen zu... Vielleicht darf man das so nicht sagen aber die Architektur war mir doch schon zu viel schwarz und weiß, zu viele Ninties und da war ich nicht immer der der dahinter gestanden hat.

00:06:36: Und die Entwicklung ging aber weiter weil man immer wieder auf mich eingegangen ist bis zum gewissen Punkt also.

00:06:42: Ich bin dann nach sechs oder sieben Jahren dort in die Büroleitung aufgestiegen, hatte immer große Projekte bis hin zum Hochhaus und es ist halt tatsächlich dann aber auch das ... das Ende gewesen der Veranstange.

00:06:56: Und dann musste ich für mich entscheiden, weil natürlich nicht alles immer so rosig läuft, egal in welcher Position man ist und man auch Wünsche hat den Wunsch zum Beispiel weiterzugehen in die Forschung oder an Hochschulen zu arbeiten.

00:07:08: Der hat mich letztendlich ein Stück weit aus dem Büro rausgedrängt und eben in die Geschäftsführung war der Weg versperrt und dann war die Entscheidung relativ schnell

00:07:17: klar.".

00:07:18: Ah okay!

00:07:18: Das heißt da hätte er auch anders laufen können aber es gut so ließ kommen, ist vermutlich.

00:07:25: Du warst aber dann auch trotzdem selbst da schon nebenberuflich selbstständig, gell?

00:07:29: Ging das schon los?

00:07:31: Ja, genau.

00:07:35: Was ermöglicht dir dieser zweite Weg neben dem angestellten Fall?

00:07:38: ...

00:07:38: der ermöglicht, vor allen Dingen die Projekte eben auszuwählen.

00:07:42: Das ist schon mal Schritt eins.

00:07:43: also ich sage viel mehr ab als ich tatsächlich tue und... Ich komme eben aus dem Architekturbüro.

00:07:50: eher aus der konventionellen Bauweise sag' ich jetzt mal wir haben vier Beton gemacht, wir haben viele Mauerwerk gemacht und das war nicht unbedingt der Weg den ich als den absoluten und richtigen verstanden habe.

00:08:01: natürlich wenn man Investorenarchitektur böses Wort gemacht hat dann gehört es dazu immer ein Weg zu Und es war auch vom Anspruch her eine sehr gute Architektur, die wir da gemacht haben meines Erachtens.

00:08:13: Aber trotzdem fehlte mir was und das, was mir halt fehlten... ... habe ich durch die nebenberufliche Selbstständigkeit vielleicht dann erlangt.

00:08:21: Also, ich mache wirklich sehr ausgewählt ... ... hab Einfamilienhäuser oder Aufstockungen, Erweiterung und Sanierung gemacht... ... hab für Kindergärten im Prinzip Umbauten gemacht ... ... aus Plattenbaukindergärte eben dann ... ... die bekannten Cluster-Kindergärtn zum Beispiel umgebaut ... ... bis hin zu Förderprojekten in Potsdam für ein Kulturprojekt ... ... für das sich viel ehrenamtlich auch tätig bin

00:08:44: genau.".

00:08:45: Also sorgst du selber dafür, dass das ausgeglichen ist?

00:08:49: Damals war es für mich der Ausgleich.

00:08:51: Mittlerweile bin ich ja auch beruflich auf anderen Wegen unterwegs und eben nicht mehr im konventionellen Bauen verhaftet.

00:08:58: Ja da kommen wir jetzt genau hin!

00:09:00: Du bist jetzt bei... B&O-Bau.

00:09:03: Und das ist interessant, darüber möchte ich mit dir sprechen.

00:09:05: Das hat sich vom Dach der Kabel Trieb, deiner und fünfzig bis zur heutigen Bau & Service Gruppe mit eigenen Werken entwickelt ein komplexes Konklomerat.

00:09:16: kannst du uns die Struktur mal erklären?

00:09:17: von dem Ganzen was B& O-Baumacht?

00:09:20: Genau, also B&U Bau ist heute wie schon erwähnt in zwei Hauptbereiche aufgeteilt.

00:09:25: Einmal der Service für die Wohnungswirtschaft, die B&O-Service, die klammer ich mal so ein bisschen aus weil da hat es sage man wenig zu tun mit dem was ich tue.

00:09:34: Die B&UB Bau ist eigentlich der spannende Part, sag ich mal.

00:09:39: Für mich persönlich natürlich gehört beides in die Gruppe.

00:09:41: Die Bau ist an dieser Stelle vor allen Dingen Generalübernehmer, Generalunternehmer bis hin zum Totalübernehmer für Bauvorhaben im sozialen Wohnungsbau für alle Städtischen, für alle Genossenschaften eigentlich deutschlandweit tätig mit zwei Hauptsitzen und vielen Nebensitzen deutschlandsweit verteilt.

00:09:58: Und wir auch schon erwähnt mit eigenen Produktionsstandorten.

00:10:01: Wir produzieren in Pre-Lock eigene Fertigbäder, wir produzieren an Frankfurt oder eigentlich eigene serielle Holzbauteile also Holzwände vor allen Dingen und haben jetzt vor kurzem noch eine eigene Balkonenfertigung im Prinzip erworben die dann auch noch die Nahtstelle macht von der Fassade zum Balkon genau.

00:10:23: Und was ist deine Aufgabe da?

00:10:25: Meine Aufgabe hat weniger mit der Produktion zu tun, sondern eher aktuell mit zwei verschiedenen Welten letztendlich.

00:10:32: Also einmal das Projektgeschäft die Projekte selbst also eben die Bauwerke als Projektleiter, als Projektkoordinator und als Standortleitung in Potsdam zu betreuen.

00:10:42: Das ist der eine Part und der andere Part ist unser oder mein Lieblingsbauvorhaben in Berlin an der Birnestrasse, also im Hauptstandort in Berlin.

00:10:53: Und dass ich mich als Bauhandvertreter, als Projektleiter, als Projektekoordinator und als Forschungsleiter kümmern darf.

00:11:00: Das Projekt möchte natürlich auch mit dir sprechen.

00:11:04: Ich hatte noch eine Frage davor.

00:11:07: Du wolltest ursprünglich nur zwei Jahre dort bleiben?

00:11:10: Hat dieses Projekt damit zu tun... oder was hält dich da, weil du jetzt schon über fünf Jahre da bist?

00:11:17: Ja genau.

00:11:17: Seit zwanzig-einundzwanzig bin ich jetzt ja schon bei der B&U Bau in Berlin und es ist tatsächlich so... Ich bin so gestartet!

00:11:26: Ich habe die ersten Gespräche geführt und hab gesagt eigentlich für zwei Jahre vielleicht zwei Jahre plus also sowas wie drei Jahre und dann würde ich schon gerne Richtung Doktorarbeit schielen.

00:11:38: Und dann hat sich das Projekt unter anderem und zwei, drei andere Sachen ergeben.

00:11:44: Vor allen Dingen hat es sich ergeben, dass der Gesellschaft da gesagt hat naja wenn Doktor Arbeit mit uns... Das ist auch einer der Gründe warum ich noch da bin weil sich halt alles so gefügt hat, dass für mich und für auch B&O ein guter Weg ist.

00:12:00: die Arbeit als GU.

00:12:02: Du hast eben ja gesagt, Generalunternehmer, Generalübernehmer, Totalübernehmer.

00:12:06: kannst du uns die Arbeit erklären als GU und warum ist es dir wichtig, die Rolle der ArchitektInnen im EU-Kontext neu zu denken?

00:12:15: Oh, das ist eine sehr komplexe Frage.

00:12:19: Wenn wir bauen ja auf verschiedenen Wegen... Wir sind eigentlich immer wenn wir in Berlin und in Brandenburg etwas bauen auf Ausschreibungen im Prinzip eingegangen und haben Zuschlag bekommen.

00:12:28: Und natürlich haben wir sag ich mal zwei Herzen die bei uns schlagen.

00:12:32: Es gibt das Systemhaus den Systembau den B&O vorrangig vorantreiben möchte weil wir eben auch unsere eigenen Wände produzieren und eben im system noch schneller bauen können zur Verfügung stellen können.

00:12:47: Das beißt sich immer so ein bisschen mit dem Wunsch der Architekten nach Gestaltungswillen.

00:12:51: Da fragt man dann oft natürlich, wie viel Architektur steckt da noch drin?

00:12:56: Aber es steckt oft vor allen Dingen in Berlin und in Potsdam und im Städtischen noch mehr Architekatur darin als man denkt weil wir können nicht wie auf der Grünwiese immer bauen.

00:13:04: Wir brauchen immer Architekte als Partner um eben diese Bauvorhaben bis in die Ausführung auch zu bringen.

00:13:10: also das ist halt zweigeteilt.

00:13:12: Es gibt Bauvorhaben, da braucht man weniger Architeketenleistungen kann schneller bauen und bei städtischen urbanen Kontext hat man die Architekten natürlich dabei.

00:13:20: Und ich glaube, dass für ein schnelleres Bauen es total nötig ist da auch bei den architektenden Verständnissen dafür zu bekommen.

00:13:29: Wir als Architekten müssen dann wieder interdisziplinär und das ist eigentlich so mein Hauptarbeitsfeld.

00:13:36: Alle Stricke im Prinzip strenge zusammenhalten und gucken, dass trotz alledem auch wenn da weniger Architekturleistung oder Architektenleistung dahinter ist alles miteinander funktioniert.

00:13:47: Das ist ja trotz aller dem Arbeitsbeschrieb gerade die Koordinationsleistungen, die nie wegfallen wird, wenn es auf die Baustelle geht.

00:13:56: Also verstehe ich das richtig?

00:13:57: Auch statt gegen GU's zu argumentieren Lieber reingehen als Architekt und dort mitgestalten.

00:14:04: Wenn, ja das kann schon einen Weg sein glaube ich oder halt eben auch mit den GU oder GU's im Zusammenzuarbeiten.

00:14:12: Und wir sind jetzt nicht so ein Riesenbetrieb da gibt es ganz andere und die gehen auch nochmal glaube ich ganz anders damit um.

00:14:19: aber ich glaube aus der Perspektive die ich hier vertreten kann ist das ein Weg der für den Architekten auch ein guter sein kann ob das jetzt Projektleitung heißt oder Bauleitung oder was auch immer dann daraus wird.

00:14:31: Was so ein bisschen wegfällt dieser ganze Ansatz des Entwerfens, also man muss sich seine Position dann schon auch so annehmen wie die Position beschrieben ist.

00:14:41: Das ist glaube ich dann am Anfang der größte Knackpunkt würde ich sagen, dass man im Verständnis dann vielleicht nochmal ganz anders bewerten müsste.

00:14:49: Also es ist eine andere Tätigkeit?

00:14:51: Man braucht Übersicht an vielen Stellen und muss so ein Projekt trotzdem lesen können.

00:14:55: Man muss natürlich auch den Architekten der es dann vielleicht begleitet steuern können.

00:15:01: Da kommen ganz viele Fragen auf ganz vielen Ebenen zusammen und man muss eben die Übersichten haben um alle Gewerke und alle Planungsbeteiligte im Prinzip zu verstehen und zu implementieren.

00:15:11: Dann kommen wir jetzt mal zu dem Holz-Lehmbau-Kampus Berlin.

00:15:15: Das Realabor mit Lehm und Holz, am HLCB arbeitet ihr mit Saubruch hatten Bauhauserde und dem Industrieverband Lehmbaustoffe.

00:15:26: Wie kam es zu diesem Ansatz?

00:15:27: Und was heißt das ein solches Projekt zugleich als Bauherr, GU und Forschungsträger zu begleiten?

00:15:34: Wir haben den Landesbeirat Holz Berlin-Brannburg vergessen, aber das macht nichts.

00:15:37: Die Agenz ich gerne habe gerade mit dem Danny Ohnesorge noch telefoniert.

00:15:41: Genau also gestartet sind wir natürlich doch nicht direkt in die Forschung gestartet.

00:15:45: Sind wir mit dem Wunsch?

00:15:46: Wir brauchen neue Büroflächen.

00:15:48: Wir sind im Grundstück quasi schon verankert und wir sind durchgängig auch im Bürobetrieb begonnen haben wir noch alle Komplett ohne Partner letztendlich, weil wir natürlich erstmal die Sicherung machen mussten.

00:16:02: Können wir überhaupt bauen?

00:16:02: Was dürfen wir bauen?

00:16:04: Wie weit können wir dort gehen vor

00:16:06: Ort?".

00:16:06: heißt, wir sind über eine Bau-Voranfrage erst mal antastend daran gegangen und sind dann mit Sauberbruch hatten zusammen quasi in das Projekt gestartet.

00:16:14: Das ist jetzt aber auch schon wieder vierenhalb Jahre her vierjahre würde ich sagen ungefähr dass man mit Sauerbruch hatte gestartet sind Und dann kam relativ schnell des Baus der Erde dazu Aber erstmal nur als beratende Instanz um diese ganzen Lehmbauteile die damals eben noch nicht so unter dienen Normungen waren Aber vorerst nur die Wände im Prinzip mit Beraten zu begleiten Partner dann daran vielleicht noch zu wachsen, weil die waren ja noch relativ jung.

00:16:40: Gibt es auch erst fünf Jahre des Baus der Erde?

00:16:42: Und das war so eines der ersten Projekte wo die mit eingestiegen sind und letztendlich hat sich dann alles ein bisschen ergeben.

00:16:49: In den Jahr zwanzig-dreinzwanzig sind wir in Kooperationsvertrag mit dem Bau aus der Erde eingegangen.

00:16:53: da waren sie natürlich schon im Projekt mit gebunden und daraus hat sich denn eben das Forschen weiterentwickelt.

00:16:59: also dann sind wir eine DBU Anfrage reingegangen haben den Zuschlag bekommen quasi gerade unsere zweijährige Forschung in dem grade benannten Forschungsverband verbunden abgeschlossen.

00:17:12: Ja, und jetzt ist es ja wie gesagt ein realer Bohr.

00:17:17: da kann man hinkommen und da kommen auch viele Leute hin und schauen sich an was da passiert.

00:17:21: wer kommt?

00:17:23: Hauptsächlich Architekten.

00:17:25: Also es ist tatsächlich so, dass natürlich die Architekten direkt gucken wollen aber wir haben für unser Bauvorraum da eigentlich mehr Zeit mit Führung als im Bauen verbracht.

00:17:35: mittlerweile Wir haben ja ab und an vorne weg schon mal Riegel davor geschoben Aber eigentlich ist es durch die Bank weg.

00:17:42: jeder deren Interesse hat von der Baugruppe bis über die Architekten wirklich die größte Gruppe der interessierten ist.

00:17:48: Und auch unsere Kunden unsere normalen die ganzen städtischen und die Genossenschaften, die sind halt natürlich viel vor Ort.

00:17:57: Aber es hat eine Strahlkraft weit über Deutschland hinaus.

00:17:59: also wir hatten jetzt erst gestern auch eine Foundation aus London und Afrika und es gibt wirklich eine enorme Strahl Kraft über dieses Bauen was wir da so zeigen wie das könnten.

00:18:15: Aber sage ich mal, gerade in der, sage ich immer durch die Finanzmittel gesteuerten Wohnungsgebäude, die wir normalerweise herstellen müssen und eben auch die Obergrenzen, die die städtischen und eben die Genossenschaften halt einfach vorgeben müssen nicht möglich sind.

00:18:33: Woher kamen die aus Afrika?

00:18:35: Das ist so.

00:18:36: Tanzania Kenia aus der Ecke war das genau.

00:18:39: Okay, kannst du das Projekt nochmal kurz erklären?

00:18:42: für wen machte dieses Realabor?

00:18:44: Wer ist die Zielgruppe?

00:18:46: Erstmal sind es unsere Kollegen und Kolleginnen.

00:18:49: Die Hauptziegrupper sind die, die später an dem Objekt arbeiten.

00:18:52: Wir bauen natürlich erstmal grundsätzlich unsere neuen Büroflächen, die auch in die neuen Arbeitswelten erst mal integriert werden muss.

00:19:01: Und das ist erstmal Zielgruppe eins.

00:19:03: Also die wichtigste Zielgruppen sind natürlich alle, die dann da vor Ort zusammenarbeiten aber auch alle zu Veranstaltungen kommen.

00:19:09: Das heißt ja nicht ohne Grundcampus.

00:19:12: Wir wollen natürlich die Hochschulen an uns binden.

00:19:13: wir wollten weiter forschen.

00:19:15: Wir wollen natürlich unsere ganzen Kunden gerne vor Ort begrüßen, weil wir viele Bauteile auch im eigenen Werk hergestellt haben.

00:19:22: Da können wir mal zeigen wie produzieren und was produzieren wir?

00:19:25: Und da müssen wir es auch nicht verstecken.

00:19:27: Normalerweise macht die Muster-Holzbau-Richtlinie uns ja ein Strich durch die Rechnung, vom Holz sieht man ja im Wohnungsbau relativ wenig aber da haben was vor Ort hinbekommen eben dass alle Bauteile sichtbar bleiben.

00:19:37: also die Hauptzieggruppe ist natürlich aus rein geschäftstechnischer Sicht auch die Bauherrschaft kann man zusammenfassend sagen aber darüber hinaus natürlich alle die interessiert sind und die Hochschulen.

00:19:49: Wie ist das mit dem Entwurf?

00:19:51: Im Realabor fallen viele Entscheidungen vor Ort.

00:19:54: Wie verändert sich da die Rolle?

00:19:55: oder wie verändert sich der Entwurf, wenn Architektinnen zugleich Bau herinnern

00:19:58: sind?

00:20:00: Wir haben ja dann einen starken Partner an der Seite.

00:20:02: Mit Sauerbruch hatten das ist so dass wir da eigentlich täglich im Austausch sind auch bis jetzt in diese Phase rein wo es dann ins Interior geht.

00:20:11: Da wird's nochmal ganz spannend wenns um die Farben geht.

00:20:14: Es ist natürlich so dass wer alles hart aneinander und miteinander ausdiskutieren, aber auf eine Art und Weise die im Normalfall auch wirklich viel Spaß mit sich bringt.

00:20:24: Wir haben halt... wir machen uns eigentlich keine Entscheidung wirklich leicht.

00:20:28: das kann manchmal auch anstrengend sein, aber es ist auch fast das Schöne und es ist nicht alles detailliert.

00:20:34: Das ist richtig!

00:20:35: Aber wir haben dadurch dass wir alle seriell vorfertigen lassen haben.

00:20:40: Also Holzbau und auch Lehmbau haben wir ja in Elementen anliefern lassen, zumindest was die Wand-Elemente angeht.

00:20:47: Und von daher wussten wir schon wie ganz viel aussieht.

00:20:49: also das haben wir hier auch über des Forschen mit quer subventioniert dass wir gesagt haben Wir machen ein Prototyping und wir gucken wie soll etwas werden?

00:20:57: Für unsere Lehmwände haben wir drei verschiedene zwei Meter hohe Muster gebaut.

00:21:02: Das heißt wir haben uns da vorher einen langen Weg genommen um dann zum Ziel zu kommen.

00:21:07: Ich erinnere mich gerade an eine Professorin im Studium früher, die gesagt hat so ja bei der Architektur gibt es keine Generalprobe.

00:21:12: Das musst du fortsetzen aber im Endeffekt ist das ja wie eine Art Generalproben.

00:21:17: Also wir haben halt da einiges als Generalprobe gemacht, weil wir natürlich auch noch viele Sachen gar nicht wissen konnten oder wussten.

00:21:24: Gerade bei der Decke die wir eigentlich komplett neu entwickelt haben für das Bauvorhaben mussten wir einfach Modelle bauen und eins zu eins Modelle erproben bis hin dass wir ein industrielles Produkt dann auch hergestellt haben.

00:21:36: Ja

00:21:37: aus diesem Projekt ist ein neusticken System entstanden, für das ihr einen Patent an angemeldet habt.

00:21:42: Und ab Herbst planst du, wie Du eben schon auch erwähnt hast die Promotion bei Eichkerosfer Klinger.

00:21:48: Wie fügen Sie sich jetzt bei der Praxis Forschung und Doktorarbeit zusammen?

00:21:52: Das werden wir sehen.

00:21:53: Also ganz einfach gesprochen, also letztendlich ist es natürlich jetzt schon weg gewesen bis zu diesem Punkt und man kann natürlich nicht und das hört sich natürlich alles parallel sehr viel an Alles gleichzeitig funktioniert denke ich bei niemanden.

00:22:07: Und deswegen war dieser Punkt auch weil Eike auch relativ klar gesagt hat also Jetzt parallel anfangen und er hat noch dies und jenes lass uns das mal auf den Herbst schieben für mich auch perfekt weil da is Eigentlich so der Punkt gegeben ab Oktober, dass wir dann so langsam rüberziehen in den ersten Bauabschnitt.

00:22:24: Der Bürobereich des Realer Boys wird dann fertiggestellt und dann gibt es dann quasi direkt den Cut und dann kann man da auch sauber einsteigen und dann weitermachen.

00:22:35: Wie würdest du denn dein Berufsbild beschreiben?

00:22:37: So zwischen Konzern eigener Praxis Forschung Lehre also als was bezeichnen sie dich?

00:22:46: Ja, das ist eine sehr gute Frage.

00:22:48: Das ist auch immer die Frage was steht unter der Mail?

00:22:50: Das kann man dann immer je nachdem noch mal anpassen.

00:22:54: also ich würde mich weiter als Architekt beschreiben weil ich den Architekten immer so verstehe dass er der ist der den Überblick haben muss der die verschiedenen Gewerke steuern und verstehen können muss und deswegen glaube ich dass die richtige Jobbeschreibung architekt bleibt.

00:23:10: und egal was man dann tatsächlich tut oder Ich sag mal, ob das dann alles unter der Jobbeschreibung an sich stehen würde ist für mich immer noch der richtige Titel.

00:23:23: Würdest du auch sagen, dass Berufsfeld weitet sich sowieso?

00:23:29: Also es gibt eh einen Schiff...

00:23:31: Ich glaube, es wäre gut wenn sich einige das erlauben würden dass der Blick sich weitet.

00:23:37: Ich glaube bei manchen und das merkt man halt eben ich arbeite wirklich mit vielen Architekturbüros zusammen jetzt nicht nur Berlin spezifisch sondern weiter darüber hinaus und da gibt's einige die dann die großen Schritte weitermachen auch als Büro glaube ich wenn sie den Blick weiten und das ist glaube ich auf vielen Ebenen nicht nur in der Architekatur glaube ich der Weg den wir gehen müssen.

00:23:58: Und die letzte Frage, was möchtest du Studierenden mitgeben?

00:24:01: Die überlegen ebenfalls nicht diesen klassischen Bürobetrieb anzusteuern sondern eben die sich auch so breit aufstellen möchten.

00:24:11: Also ganz viel mitnehmen, würde ich sagen.

00:24:13: Also soviel wie Angeboten wenn man die Chance hat einfach ausprobieren und mitnehmen.

00:24:18: also Ich sehe halt auch bei meinen Kommilitonen von damals Wie die Wege gehen können.

00:24:23: der eine ist im Theaterbau Der andere ist doch Fotograf geworden wieder ein anderer macht tatsächlich noch Architektur aber auch Ganz im speziellen als Künstler und so weiter.

00:24:33: es kann letztendlich alles daraus werden Man muss selber für sich.

00:24:37: dann glaube ich den Weg suchen.

00:24:39: Und eigentlich ist der Rat dem man geben kann einfach ausprobieren, einfach machen.

00:24:44: Das Eins-zu-Eins-Modell in der Architektur ist eigentlich das Spannende was man miterleben kann.

00:24:48: Das sollte man auf jeden Fall einmal machen und alles danach ergibt sich glaube

00:24:53: ich.

00:24:54: Ja dann danke ich dir ganz herzlich für das Interview Stefan Anders!

00:24:58: Sehr gerne, danke dass ich da sein durfte.

00:25:00: Das war studiert um zu bauen.

00:25:01: Der Baunetzkampus Alumnipodcast präsentiert von Gira!

00:25:05: Wir freuen uns, wenn ihr uns eine Bewertung da lasst und natürlich auch – wenn ihr beim nächsten Mal wieder rein hört!

00:25:11: Redaktion und Veröffentlichungen Katharina Lux, Baunetz Campus Moderation und Audio-Produktion Ich, Kerstin Kunekat Berlin.

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