#100 Von der Baustelle in den Bundestag: Wie macht Ingenieurswissen Politik? - Kassem Taher Saleh
Shownotes
Als Zehnjähriger floh Kassem Taher Saleh aus dem Irak nach Sachsen. Schon als Kind übersetzte er für seine Eltern in der Ausländerbehörde, später engagierte er sich gegen Pegida und beim Sächsischen Flüchtlingsrat. Heute verbindet der Bauingenieur und Grünen-Abgeordnetefachliches Bauwissen und Parlament. Eine Folge über Baupolitik als Gestaltungsauftrag und die Frage, warum Planende in der Politik fehlen.
Teaserbild: Kassem Taher Saleh, Foto: Juliane Mostertz Host und Produktion: Kerstin Kuhnekath Redaktion und Text: Katharina Lux
Übersicht aller Folgen mit weiteren Infos & Bildern zu unseren Gästen: https://www.baunetz-campus.de/podcasts
Transkript anzeigen
00:00:00: Willkommen und seid gegrüßt zur einhundertsten Episode von Studiertem zu Bauen, dem Baunetzkampus Alunipodcast präsentiert von Gira.
00:00:08: Ich bin Kerstin Kunekath und mein heutiger Gast ist Kassem Tahir Saleh.
00:00:13: Los geht's!
00:00:14: Herzlich willkommen im Baunetz Campus Alunhipodcast.
00:00:17: Kassemm Tahir saleh.
00:00:19: Du bist Bauingenieur?
00:00:21: Politiker und seit dem Jahr zweitausendundzwanzig Mitglied des Deutschen Bundestages jetzt in der zweiten Legislatur.
00:00:28: Du sprichst fünf Sprachen, du sprichest Kurdisch, Arabisch...
00:00:33: Mit den zwei Sprachen bin ich aufgewachsen?
00:00:35: Deutsch, Englisch, Spanisch also in Spanien auch studiert
00:00:38: hast.
00:00:38: Korrekt!
00:00:39: Erasmus, meine Erasmuss habe ich in Santander gemacht in Spaniens an der Atlantik-Küste oben.
00:00:44: Super super schöne Stadt
00:00:45: Wahnsinn!
00:00:46: Das finde ich schon beeindruckend, wenn Menschen die viele Sprachen sprechen.
00:00:48: Du bist Bundestagsabgeordneter der sächsischen Bündnis Neunzig-Die Grünen für den Wahlkreis Dresden.
00:00:54: Ja.
00:00:55: Du wirst Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie und im Ausschluss für Menschenrechte.
00:01:01: Und du bist Wohn- und baupolitischer Sprecher und du bist Obmann im Ausschuss für Wohn-, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen.
00:01:07: Habe ich was vergessen?
00:01:09: Vielleicht noch die Ergänzung, dass ich stellvertretendes Mitglied bin für die Ausschüsse Wirtschaft und Energie.
00:01:15: Und für die Menschenrechte und mein eigentlicher Hauptsitz ist das seit ich der Sprecher bin für Bauen, Wohnen statt Entwicklung.
00:01:24: Das vielleicht nochmal als kleinen, feinen Unterschied?
00:01:26: Ja okay dann haben wir das auf jeden Fall richtig und das ist natürlich auch total interessant.
00:01:31: Wir sind ja hier aus der Bubble der ArchitektInnen und Planerinnen Und deswegen wollen wir gerne über deinen Werdegang sprechen.
00:01:39: Der ist sehr bewegend und ich sage mal grob die Punkt, dann mache auch einen Riesensprung.
00:01:46: Du bist als Kind mit deiner Familie aus dem Irak geflohen aus Kurdistan und war es zehn Jahre alt, als du nach Deutschland gekommen bist.
00:01:54: Er wurde dann sozusagen verteilt ins Vogtland.
00:01:58: Da bist du in Plauen aufgewachsen der größten Kreisstadt im Vogt Land.
00:02:04: Dann hast du, und jetzt kommt der große Sprung später Bauingenieurwesen an der TU Dresden studiert.
00:02:10: Deine Kindheit ist total bewegend!
00:02:13: Ich möchte da mal hinweisen auf sehr interessante Podcasts in denen Du zu Gas bist und wo Du auch über deine Kindheit sprichst
00:02:20: Ja
00:02:21: Da kann man das nochmal nachhören Und wir machen den großen Sprung.
00:02:24: Also TU Dressen Warum hast Du dich für das Bauingenührwesen entschieden?
00:02:29: Das ist tatsächlich eine spannende Frage.
00:02:31: Die Inspiration kam auch aus dem Elternhaus.
00:02:35: Ich meine, ich komme aus einem ... ja.
00:02:38: Kotisch-Arabischen-Haushalt und aus dem Irak, wo man eher konservativer ist.
00:02:44: Und da sagt man entweder Jura, Ingenieurwesen, Lehrer, Arzt.
00:02:51: Das ist so was Handfestes, was ordentliches.
00:02:54: Und sowas muss man auch studieren.
00:02:56: Ja.
00:02:57: Und das war so das Ziel meiner Eltern.
00:02:59: Mach was handfestes!
00:03:01: Ich fand aber einen anderen spannenden Punkt viel interessanter Nämlich der Punkt, dass ich durch die Stadt laufen kann.
00:03:11: Mein Kindern und Elgenkindern später erklären kann Schau mal hier habe ich mitgearbeitet dieses Gebäude hab ich mitgebaut Und kann ihn über die ganzen Herausforderungen erzählen über den ganzen Phasen Die wir damals durchgegangen sind.
00:03:26: und das war erst in meinem Motivation.
00:03:28: Ich entwickle für dem Menschen ihre Umwelt mit Und da dachte ich, das passt super.
00:03:34: Vor allem auch die TU Dresden hatten extrem guten Ruf.
00:03:38: Das ist eine der elf Exzellenz-Universitäten Deutschlands.
00:03:41: Die einzige in Ostdeutschland.
00:03:43: In einer der schönsten Städte von Deutschland?
00:03:45: Total!
00:03:46: Also ich persönlich liebe Dresd und fühle mich sehr, sehr wohl da... ...und auch die Uni hat den guten Rauf und natürlich auch die Nähe zu meinen Eltern.
00:03:55: Das war mir auch sehr wichtig dass ich immer mal übers Wochenende hinweg schnell zu meiner Familie und meine Heimatstadt zurückgehen kann.
00:04:07: Und die Punkte haben alle mitgespielt, deshalb kam das in Frage.
00:04:11: Es ist am Ende kein einfaches Studium gewesen ehrlicherweise.
00:04:17: Das habe ich wirklich unterschätzt aber es hat mir immer Spaß gemacht mit extrem viel Zeit, extrem viel Nerven.
00:04:26: Aber der Studium hat mich geprägt und prägt natürlich auch meine Arbeit bis jetzt.
00:04:32: Darüber sprechen wir auf jeden Fall.
00:04:33: gleich noch, gab es Dinge die dir vielleicht gefehlt haben im Hochschulkontext?
00:04:37: Auch vielleicht im Zusammenhang zu deiner eigenen Biografie?
00:04:39: ich mein du hast das ja geschafft mit vielen Hindernissen die du überwinden musstest.
00:04:44: Das deutsche Schulsystem ist ja auch nicht so.
00:04:45: man wird schon unterteilt als Kinder dann hast du Abitur am zweiten Bildungsweg gemacht Dann zu studieren.
00:04:51: hast du da irgendwas vermisst im Studium oder fandest du irgendetwas besonders positiv?
00:04:56: Na ja, du kommst in eine Großstadt an.
00:04:58: In die Landeshauptstadt an wo uns das erste Mal alleine hast.
00:05:04: Alle erste mal musst du dich um deinen Alltag selbst kümmern.
00:05:08: Keine Eltern mehr da keine Geschwister mehr da und mir am Anfang ist die Sprache super schwer gefallen.
00:05:16: Ich meine auch diese universitäre Sprache hat eine eigene Sprache Und ich komme aus einem blauen Kleinstadt, wenn man da schon studiert.
00:05:23: Dann ist es irgendwie was Prägsames und das war die erste Herausforderung mit der Sprache klarzukommen in diese universitären Sprachen.
00:05:36: Und dann nochmal Boungen erwiesen wurde noch mal Fachbegriffe reinkommen.
00:05:40: Was ist eine Abdichtung?
00:05:41: ... WU, Wasser und durchlösiger Beton usw.
00:05:46: und so fort.
00:05:47: Also das ist auch noch mal ein eigenes Vokabular... ... dass man dann da noch zusätzlich lernen muss.
00:05:52: Und dann aber hast du einen Studium was vor allem die ersten drei Semester extrem extrem viel aussiebt!
00:05:59: Wir haben glaube ich mit dreihundert Studierenden angefangen... ...und am Ende hatten sechzig davon ihren Diplom geschafft.
00:06:06: Besonders die ersten vier Semestern werden ausgesiebt ohne Ende.
00:06:11: in technischer Mechanik war zum Beispiel so einfach.
00:06:14: Mathematik war da einfach und das war schon nicht ohne, aber der Druck war da.
00:06:20: Der Druck allerweise bei meinem ganzen Leben da laut auch während der Schule was erwähnt erst mal nach Deutschland kommen Sprache lernen durch das Schulsystem schlagen Rhealabschluss machen danach nach dem Rhealoabschluß nicht die Möglichkeit zu haben überhaupt eine Ausbildung zu machen weil mein Arbeitsverbot hat.
00:06:40: Dann stand ich vor der Frage, machst du das Abitur oder bleibst du zu Hause und empfängst Hartz IV?
00:06:45: Das war für mich überhaupt keine Option.
00:06:47: Dann hab' ich mein Abiturnach geholt... ...und nach dem Abiturtachteil habe ich meine Abituren studiert aber auch.
00:06:52: Und jetzt bleibe ich.
00:06:55: aber auch um mit dem ganzen Druck umzugehen ist mir nicht... Ich will sagen, ich wäre gefahren.
00:07:02: Das war wirklich ein schwerer Studium auch mit Nachtschichten und drumherum.
00:07:05: Ich meine das kennen die Architektinnen und Architekten auch so mit ihren Abgabefristen da.
00:07:12: auch in diesem Studiengang herrscht einen gewissen Druck.
00:07:15: aber ja am Ende hat es geklappt.
00:07:17: Am Ende habe ich mein Diplomzeugnis erlangt.
00:07:22: In meiner Diploma-Arbeit habe ich bereits schon mich mit Zirkularität mit zirkulären Bauen bzw.
00:07:29: Kreislaufwirtschaft auseinandergesetzt, ich habe nämlich über recycelbare Bauprodukte geschrieben in meine Diplomarbeit und es hat mir auch extrem viel Spaß gemacht und dieses Studium hat mir ein super Werkzeugkasten mitgegeben für mein Leben und für meine politische Arbeit weil man lernt eigentlich im Bauingenieurstudium so der Hauptaspekt was man lernte.
00:07:54: Du hast ein komplexes Problem.
00:07:57: Und jetzt geh Schritt für Schritt daran, vereinfacher es und biete mehrere Lösungsoptionen an... ...und dann entscheide dich!
00:08:06: Und das ist alles der Weise so dieses Grundwerkzeug was ich durch mein Studium mitbekommen habe.
00:08:13: Löse das Problem?
00:08:15: Es gibt eine Lösung.
00:08:16: Finde ein Weg.
00:08:17: du bist Ingenieur.
00:08:18: Du hast den kompletten Werkzeugkasten zur Seite.
00:08:22: nutze sie und let's go und mach' es!
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00:09:14: Ja, du schreibst auf deiner Website das sich im Studium dein politisches Engagement verdichtete.
00:09:21: Wie sah das aus?
00:09:22: Wann fing dein politische Interesse oder die politische Motivation an und in welcher Form?
00:09:28: Die Politik, die war immer Teil meines Lebens – ich meine alleine wenn man nach Deutschland flieht ist man automatisch mit der Politik direkt oder indirekt konfrontiert.
00:09:39: Das heißt in die Auslanderbehörde gehen, ich bin den ganzen Paragrafen auseinandersetzen.
00:09:44: Dann bekommst du durch die Communities entwickelt zu so eine gewisse Verantwortung.
00:09:48: Ich meine es war der erste da gut Deutsch gesprochen hat in der Familie.
00:09:53: dann musst Du auch Verantwortung übernehmen für Dich, für Deine Eltern, für deine Geschwister und für die gesamte Community weil dann begleitest Du auch andere ins Krankenhaus In die Ausländerbehörden.
00:10:04: das heisst Du warst automatisch schon positivisiert Und mir hat das alle sehr viel Spaß gemacht anderen Menschen zu helfen.
00:10:10: Das kam auch aus der Erziehung heraus, meine Eltern haben das auch immer uns beigebracht.
00:10:15: Mein Sohn du liebst in dieser Gesellschaft nicht alleine?
00:10:18: Du musst immer nach rechts und links schauen.
00:10:21: D.h.,
00:10:21: du musst dich wie andere einsetzen weil es wird Zeiten geben wo es dir auch nicht gut geht, wo du auch Hilfe benötigst und dementsprechend gehört das dazu dass man sich in diese gesellschaft engagiert Und dann lernst du mit zehn, elf zwölf dreizehn Jahren relativ schnell Verantwortung zu übernehmen für eine Gesellschaft.
00:10:42: Und mit diesem Antrieb habe ich mir sozusagen immer weiterentwickelt, dann war ich im Ehrenamt die Schießrichter im Fußballverein.
00:10:50: Jeder der Fußball spielt weiß welche Rolle so ein Schießrechter auf dem Platz hat – er ist nicht immer der beliebteste!
00:10:58: Aber dann wurde ich Klassensprecher, Schülersprecher und im Studium kam da nochmal tatsächlich noch mehr hinzu Dolmetscher beim Sächsischen Flüchtlingsrat unter anderem, wir haben eine Hochschulkruppe habe ich mitgegründet die sich für sozial schwache Kids Schüler und Schüler angesetzt hat.
00:11:17: Wir haben also Partnerschaften vermittelt zwischen Studierenden und den Kids wo wir einfach den Schülerinnen und Schülern einen anderen Alltag gezeigt haben.
00:11:26: Wir waren mit dem Fußballstadion im Theater auf Weihnachtsmarkt Wandern kochen, haben mit ihnen Hausaufgaben gemacht ... haben mit dem Ausbildungsplätze gesucht, ... ... Praktika gesucht und so weiter und sofort.
00:11:42: Um natürlich einerseits den Kids zu helfen... ... andererseits aber die Eltern auch etwas zu entlasten.
00:11:48: Und das war immer schon Teil meines Lebens ... ... und das ist immer noch Teil meanes Leben.
00:11:54: Ich bin immer noch erhentablich in vielen Funktionen aktiv,... ... weil mir das auch immer wichtig ist.
00:12:01: mein Wissen, meine Zeit auf irgendeine Art und Weise auch Menschen zurückzugeben.
00:12:06: Ich brauche diese Dankbarkeit ich brauche dieses Lächeln der Menschen um auch Kraft zu sammeln und Kraft zu tanken.
00:12:14: Du sprichst auch von Entlastung.
00:12:15: das finde ich auch interessant Weil du selber, persönlich warst ja selber sehr belastet in deinem Leben und du entlastest andere Menschen.
00:12:21: Das finde ich ein Interessanten.
00:12:23: Aber Anna, wenn du ganze Zeit mit Nazi sich da rumkämpft die ganze Zeit, mit Rassismen zu kämpfen hat auf unterschiedlichen Ebenen... Wenn du die ganze zeit diese Pegida-Scheiße miterlebst in Dresden auch noch persönlich betroffen bist dann entwickelst du eine ganz andere Kraft ... und eine ganz andere Motivation.
00:12:43: Denn es ist keine Last mehr, sondern eine... ... Selbstverständlichkeit,... ... wo du auch Kraft tankst!
00:12:50: Ist etwas widersprüchlich?
00:12:51: Das klingt zwar widersprichlich, für mich hat sich das aber nie widersprichtig angefühlt.
00:12:56: Ich finde das gar nicht so widersprechlich, aber auch nicht so verbreitet.
00:12:59: Ich find's schon eine besondere Eigenschaft.
00:13:01: Also ich kenne halt viele Menschen die es wesentlich viel einfacher haben und wie sehr viel jammern sag' ich
00:13:06: mal.
00:13:07: Vielleicht nochmal eine andere... Perspektive.
00:13:10: Und die kamen hauptsächlich auch von meinem Eltern, wir kommen hier hin in einem Land wo wir nichts haben und dieses land du kommst hierhin dir gibt etwas zu essen, ihr habt ja was zu trinken, du bekommst ein Dach über den Kopf.
00:13:26: ich konnte in die schule gehen habe studiert ohne jeweils einen eindigen Cent dafür zu bezahlen.
00:13:32: Und wenn du mit so einer Perspektive aufgezogen wirst, dann entwickelst du eine extrem große Dankbarkeit dem Land gegenüber und den Menschen auch gegenüber.
00:13:42: Da
00:13:42: überwiegt das positiv?
00:13:44: Und die paar Nazis können das gar nicht alles negativ weit färben?
00:13:47: Niemals!
00:13:48: Also da muss schon etwas Gravierendes passieren, dass ich sage... Ich fühle mich in Deutschland nicht wohl.
00:13:54: Ich bin Deutschland un dankbar Und ich verlasse jetzt dieses Land, weil ich mich hier nicht mehr wohlfühle.
00:14:00: Da muss schon sehr viel
00:14:02: passieren.".
00:14:03: Ja... Dann kommen wir mal zu deiner Tätigkeit vorher!
00:14:07: Bist du im Jahr zwanzig Bundestagsabgeordneter wurdest?
00:14:10: Warst Du als Bauleiter in Dresden und Hamburg tätig?
00:14:13: Wie hast Du denn diese Zeit erlebt?
00:14:15: Welche Projekte hast Du da
00:14:16: betreut?".
00:14:18: Ja, ich war ... Bauleiter habe auch während des Studiums einige Praktika gemacht.
00:14:24: Da hast du Projekte, da war ich noch Student.
00:14:29: Unter anderem in Leipzig haben wir für BMW eine Lackierei erweitert, also eine klassische Industriebau-Erweiterung der Lackiererei.
00:14:38: Dann in Freiberg haben wir Für die Uni ein neues HSZ oder neues Hörsaalzentrum gebaut mit einer Bibliothek auch wieder Rohbau ganz klassisch.
00:14:49: Das Spannende war allesherweile der Klingerbau.
00:14:54: Und dann, mein erster richtiger Job nach dem Studium war zerstärklich für den Dresdner Bauunternehmen in Hamburg.
00:15:03: Da haben wir in St.
00:15:04: Pauli den Bunker aufgestockt.
00:15:07: Der ist jetzt begehbar seit einigen Jahren und das heißt man Arbeitsalltag sah da so aus früh in den Zug rein Den ersten Zug nehmen von Dresden nach Hamburg fahren Dann hast du da Ballerst du da, arbeitest bis Donnerstag Mittag Nachmittag fährst wieder zurück nach Dresden.
00:15:26: Freitag hast Du Office-Tage im Büro Tag.
00:15:29: Das heißt du bist dann in dem Büro und breitest dann die nächste Woche vor... ...und schreibst dann machst dann den ganzen Papierkram Rechnungen und Nachträge
00:15:38: usw.,
00:15:39: was alles dazugehört.
00:15:40: Und das war mein Berufsalltag über Monate hinweg bevor ich in den Bundestag eingezogen bin Und das war auch spannend zu sehen, ehrlicherweise.
00:15:52: Auch die Dynamiken.
00:15:54: Ich meine ich habe Projekte in Sachsen mit betreut und ein Projekt in Hamburg.
00:15:57: dann kommst du mit Landesbauordnungen und Gerüsteabständen und so weiter und sofort.
00:16:05: Die ganzen technischen Kamenfilfe wird sich damit auseinander oder muss sich da mit auseinandersetzen.
00:16:13: Und in Hamburg den Bunker mit aufzubauen.
00:16:16: Das war auch eine extrem extrem.
00:16:18: Ich fand die Erfahrung.
00:16:20: Ich war der Junior-Bauleiter, hatte noch einen erfahrenen Bauleiter zur Hand, zur Seite und er hat mir natürlich extrem viel beigebracht und alleine tagtäglich auf der Baustelle zu sein oben zu sein in über dreimalig Meter Höhe auch das macht was mit einem.
00:16:40: Und das war mein Alltag und das werde ich auf jeden Fall vermissen und vermisse es immer noch weil Ich vermisse den einen Punkt auf der Baustelle, dass ich meine Arbeit tagtäglich sehen kann und mitverfolgen kann.
00:16:55: Das heißt ihr seht die eine Wand ist geschalt, die eine wand ist fertig... ...die eine Tür ist angebracht usw.
00:17:01: und so fort.
00:17:03: Im politischen Kontext habe ich manchmal das Gefühl, ich stehe sehr früh auf, arbeite zwölf- dreizehn Stunden, bin abends im Bett und dann denke ich mir was genau hast du heute gemacht?
00:17:16: Das ist so ein bisschen wie Kinder großziehen.
00:17:18: Ist das so, ja?
00:17:19: Ich hab keine Kinder, aber...
00:17:20: Ja doch!
00:17:21: Man fragt sich manchmal an.
00:17:22: Was habe ich hier ganz da gemacht?
00:17:24: Dann hat sie sich gekümmert.
00:17:26: Klar und da ist im Endeffekt auch Demokratie.
00:17:28: also man diskutiert, man überzeugt, man erklärt, man setzt sich hin und das hat natürlich auch gebraucht bestimmt bei mir sechs, sieben Monate altlich die ersten sechs, Sieben Monate den deutschen Bundestag war.
00:17:43: Hat es auf jeden Fall gebrauchte und bei mir auch im Kopf das zu erkennen.
00:17:48: Ja, ich kann mir auch vorstellen es sind mal zwei Schritte vor einer zurück wahrscheinlich also auch... Lass uns doch doch mal teilhaben dass das nicht so abstrakt ist für Menschen die halt überhaupt nicht in der Politik sind und da auch keine Berührung haben.
00:18:01: wie verlief dein Weg erstmal vom Ingenieurberuf in die Politik?
00:18:05: Das war ja auch rasant schnell!
00:18:07: Ja tatsächlich sehr schnell.
00:18:10: Ich bin erst seit dem Jahr zwölfund achtzehn deutsche Staatsbürger Und meine ersten Wahlen waren im Jahr zwei tausend neunzehn überhaupt.
00:18:17: Das heißt, wo ich selber wählen durfte.
00:18:22: In Sachsen hatten wir das klassische Superwahljahr alle fünf Jahre Landtagswahl, Kommunalwahl und Europawahl.
00:18:32: Mit der ganzen Pegida-Scheiße war er immer auf den Straßen unterwegs und so dachte ich, ich muss es auch mal partei ergreifen.
00:18:39: Ich kann jetzt mich nicht weiter nur... Ja, auf den Straßen unterwegs sein und so weiter und so fort.
00:18:45: Ich will jetzt auch mithelfen mit unterstützen das die Partei, ich bin da natürlich die Grünen in Sachsen starke Stimme bekommen und jetzt werde ich Mitglied und habe dabei im Wahlkampf auch mit geholfen und unterstützt.
00:19:00: Und hab mich da auch wohlgefühlt mit dem Menschen und den Themen, mit denen ich mich auseinander gesetzt habe.
00:19:08: Und nach einem Jahr wurde ich gefragt, ob ich sich Interesse habe für den Deutschen Bundestag zu kandidieren.
00:19:13: Von der Kone-Jugendseite aus.
00:19:16: Dann hab' ich natürlich mit super vielen Menschen gesprochen.
00:19:19: Der Bundesabgeordneter stand überhaupt nicht auf meinem Plan!
00:19:22: Ich wollte einfach nur in die Partei um... ...um einfach Partei zu ergreifen.
00:19:28: und jetzt IT lohnt politisch.
00:19:29: die Mandat war für mich... kam nicht mal in Frage.
00:19:33: Das war so neben den Beruf im Endeffekt?
00:19:35: Ja, das war neben dem Beruf.
00:19:36: Ich wollte früher so wie ein Klatjunge Fußballer werden, Rapper werden ja dann ein Ingenieur werden.
00:19:42: und dann kam die Anfrage und dann war ich okay.
00:19:45: Ich glaube ich muss erst mal mit vertrauten Menschen sprechen habe in meinen Eltern gesprochen.
00:19:51: Die meinten mein Sohn das machst du auf keinen Fall weil sie haben natürlich einen ganz anderen Bezug zu Politik.
00:19:59: Diktatur groß geworden, haben das ganze System mit Saddam Hussein und so weiter mit erlebt.
00:20:04: Und dann nochmal als Kurde.
00:20:06: Saddam Hussien war ja auch nicht der beste Freund von den Kurdeninnen und Kurden.
00:20:10: Er hat ihr ja auch verfolgt... ...und dann kommst du nach Deutschland hast ein stabiles Fundament dir aufgebaut!
00:20:19: Mit dem Studium?
00:20:20: Mit der
00:20:20: Arbeit?!
00:20:21: Die Eltern waren super stolz, super happy und ich komme mich von der Seite und sag's... Nee nee, dass ist es nicht.
00:20:27: Ich will Politiker werden.
00:20:29: Okay, warte einen Moment.
00:20:31: Mein Sohn macht mal den Schritt zurück und denkt mal drüber nach.
00:20:36: Und vor allem denkt ihr rüber nach woher wir kommen?
00:20:39: Dann habe ich mit anderen weiter gesprochen und einige Freundinnen fanden das spannend und haben mich unterstützt.
00:20:44: auch viele Parteifreundinnen und Freunde fanden es spannend und hat mich da unterstützt und ich bin manchmal so ein kleiner Sturkopf.
00:20:51: Sobald ich mir eine Sache in den Kopf gesetzt habe dann will ich jetzt unbedingt durchziehen Weil meine Meinung nach ist das Schlimmste für mich, mir am Ende vorwerfen zu lassen.
00:21:00: Ich habe es nicht probiert!
00:21:02: Ich probiere es, ich nehme den Kampf an und stecke Kraft rein, Zeit rein... ...und lerne aus den Fehlern.
00:21:09: Und das ist auch total okay und fein aber mir irgendwann vorwerfern zu lassen.. ..ich hab's nicht probieren.
00:21:15: Boah, da schmerzt.
00:21:17: Da schmerz ja und das hat... Ich habe gesagt, okay ich mache es.
00:21:20: Hat mein Hut in den Ring geworfen und dann beginnt der parteiinterne Wahlkampf... ...und natürlich auch nach außen.
00:21:26: Es hat alles geklappt!
00:21:27: Und ich war dann zwanzig-einundzwanzig bei meinem ersten Bundestagswahl überhaupt.
00:21:33: Ich habe vorher nie eine Bundestagswahl mitgemacht.
00:21:37: Auch nicht als Wähler.
00:21:38: War ich dann auch als Abgeordnete im Bundestag?
00:21:43: ja?
00:21:45: Ich habe einen neuen Job, ich muss nach Berlin.
00:21:47: Ja!
00:21:48: Ich kann dir auch ganz gerne von dem Wahlabend erzählen.
00:21:51: Den Abend, den werde ich mein Leben lang nicht vergessen.
00:21:54: Der erste Bundestagswahl-Walabend und bei mir stand es alle so weit auf der Kippe aber ich reingekommen wurde nicht.
00:22:02: Mal war ich drin, mal war ich nicht drin und dann bin ich drei Uhr morgens mit ihr.
00:22:06: Ey ich muss jetzt nach Hause, ich kann nicht... Bin ich nach Hause?
00:22:09: Konnte keine Sekunde schlafen Wenn wir mal zurück auf die Wahlpartie, und dann war es so um sechs Uhr morgens.
00:22:16: Weil das hat jetzt so ewig lange gebraucht wegen den Berlinerwahlen... Da war ja ... Ja, klar!
00:22:22: Da war der Chaos der Marathon.
00:22:26: Dann war die Abstimmung zum DW enteignen.
00:22:28: Und dann war die Bundestagswahl im Wahlzumabgeordneter Haus alles an einem Tag.
00:22:34: Die haben dann ewig gebrauchen bis sie alles ausgezählt haben.
00:22:39: Und da
00:22:39: kam glaube ich
00:22:39: schon ... Fünf Uhr morgens, um sechs Uhr morgens die Nachricht.
00:22:42: Es hat geklappt.
00:22:44: Wow!
00:22:44: Das war natürlich etwas Gigantisches.
00:22:47: dann haben wir noch gefeilt bis zum sieben.
00:22:48: ich bin nach Hause abgeduscht und bin direkt zu meinem Chef.
00:22:52: Vorher habe ich beim Bäcker eine Torte gekauft.
00:22:56: Ich bin ein Sack-Heldchef.
00:22:57: Ich hab geklappt, ich bin erst mal weg.
00:23:01: Und es waren aber schon die Vereinbarungen.
00:23:03: Wir hatten auch vorher eine schriftliche Vereinbarung mit den Mitteln diese da hatten.
00:23:10: unterstützt.
00:23:11: Super!
00:23:12: Und dann Anna, dann ging es wirklich direkt in den Zug rein und ab nach Berlin.
00:23:17: Und dann ging's Schlag auf Schlag.
00:23:20: Okay das heißt eigentlich kannst du ja nicht so anerlich viel Erfahrung mit dem ganzen politischen Vorgängen gehabt haben?
00:23:26: Wie bist Du da reingewachsen?
00:23:29: Ja nun Nummer eins ich werde das überhaupt nicht als so etwas Negatives sehen weil wenn man keine Erfahrungen hat dann blickt man natürlich ganz anders auf die Prozesse und die Verfahren und schaut auch etwas kritischer drauf Weil ich sage, auf dem Bau läuft es so ab.
00:23:43: Warum machen wir es nicht so?
00:23:45: Auch im politischen Raum!
00:23:47: Aber wie lief das ab?
00:23:49: Ich habe für die ersten zwei Wochen so einen Art Stundenplan bekommen, wie eine erste Woche als Student.
00:23:56: Das heißt man bekommt Führungen durch den Bundestag... Man bekommt Inputs über Steuern und Mitarbeiterführung.
00:24:04: Ich war einmal Chef.
00:24:06: Das heisst auch nochmal Personalverantwortung.
00:24:08: Man bekommt ein Einblick in die politischen Verfahren und parallel aber laufen die ganzen Koalitionsverhandlungen, Sondierungsgespräche, Inhalte über den Koalisionsvertrag.
00:24:20: Die Ampel als neue Regierung historisch das allererste Mal.
00:24:25: Das lief alles parallel und du kannst dir natürlich vorstellen wieso alle auf einmal an den ersten drei vier fünf sechs Wochen auf einen eingebracht haben.
00:24:36: dann brauchst du eine Wohnung.
00:24:38: Du musst dein komplettes Leben erst mal von null auf hundert, nicht nur zu hundred-undachtzig Grad sondern dreihundertsechzig Grad muss dir erstmal neu sortieren.
00:24:49: und das war ein extrem lehrreicher Zeit, die extrem spannende Zeit.
00:24:56: und da war ich auf einmal Bundeslandesabgeordneter in der zwanzigten Wahlperiode des deutschen Bundestages als Flüchtlingskind, Bau-Engine, was auch super selten ist und jetzt im Deutschen Bundestag.
00:25:08: Viel Spaß!
00:25:09: Regierungspartei
00:25:10: ja
00:25:10: auch.
00:25:10: Und dann noch Regierungspartei tatsächlich?
00:25:13: Jetzt Opposition im Moment dieser Legislatur wollte mal einwerfen dass Juristen bilden die Hauptberufsgruppe im Bundestag derzeit knapp hundertundzwanzig Abgeordnete von insgesamt sechshundertdreißig Das ist die größte Gruppe.
00:25:29: Dann folgen Politikwissenschaften an Lehrerinnen, dann Unternehmensberatungen und medizinische Berufe.
00:25:34: Dann habe ich auch noch mal nach Nicht-Akademiekang geguckt.
00:25:36: Die ist verschwindend
00:25:37: gering.
00:25:39: Also das bildet es überhaupt nicht so in der Gesellschaft ab.
00:25:42: Menschen mit Migrationshintergrund sind auch unter zwölf Prozent.
00:25:46: In der Bevölkerung sind es aber dreißig Prozent.
00:25:49: Du bringst jetzt diesen Bauingenieurperspektive, Migrationsperspektiv, Ostdeutschland Perspektive also sozusagen alles was... nicht großartig vorkommt.
00:25:58: Ich wünsche mir ehrlicherweise ein Bundestag, der einz zu einzige Gesellschaft repräsentiert und dazu setze ich mich auch dafür ein dass wir eine Mandatsobergrenze haben.
00:26:07: das wir sagen spätestens nach drei Legislaturperioden ist Schluss und dann gibt es einen Wechsel weil so bekommst du so ein gewissen Durchmischung rein und so gewisse zeitliche Begrenzung auch rein Und lo schaffst du auch, das Parlament repräsentiert zu machen und den Menschen besser zu erklären.
00:26:26: Wie laufen die Prozesse ab?
00:26:27: Was wird hier gemacht?
00:26:28: Und so weiter und sofort.
00:26:30: Es ist einfach nur, dass die Gesellschaft abgebildet wird und da fehlt aktuell definitiv der politische Wille dazu.
00:26:37: Über
00:26:37: die Strömung und wie sich das gerade entwickelt wollte ich auch noch mal sprechen.
00:26:40: aber erstmal wollte ich noch gerne bei deiner Arbeit bleiben.
00:26:43: nochmal einen Einblick als Bau- und wohnpolitischer Sprecher und ob man im Bausschuss... Koordinierst du die Arbeit auch deiner Fraktion?
00:26:51: Du hast eben ja auch schon gesagt, du bist auch Chef.
00:26:54: Kannst du uns einen Eindruck von deiner Arbeit geben?
00:26:57: Wie sieht zum Beispiel eine typische Sitzungswoche aus?
00:27:01: Vielleicht nochmal ein Schritt zurück zu einem typischen Arbeitsalltag eines Bundeshafsabgeordnete der unterscheidet sich in zwei Wochen.
00:27:08: Eineseits ist es eine klassische Sittungswochen wie du es gerade gesagt hast.
00:27:13: das man im Parlament hat man in Berlin Da muss man sogar in Berlin sein, weil da gesetzte Abstimmungen und so weiter stattfinden.
00:27:22: Und die andere Woche ist eine klassische Wahlkreiswoche und dann bist du viel freier.
00:27:27: Das heißt, ich bin nachher der Wiener Sachsen unterwegs, besuche Unternehmen, besuch zivilgesellschaftliche Organisationen, biete Bürgern, sprechst Stunden an... Unserweitung sofort!
00:27:38: Dann bist du also viel viel freie an deinem Terminkalender.
00:27:41: So eine klassiche Sitzungswoche ist recht lang ist aber auch recht strukturiert.
00:27:48: Montag und Dienstage sind eher für der eigenen Fraktion gedacht, das heißt am Montag trifft ich beispielsweise die Bauer G- und dann geht man Position durch, entwickelt Strategien, bespricht die Vor- auch natürlich mit anderen Fachargenen, mit den Verkehrsleuten-, Umweltleuten- mit den sozialen Leuten weil Bauern im Wohnen ist natürlich nicht nur ein klassisches... Bau-Thema oder ein klassisches Wohnthema, sondern hat natürlich extrem große Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft.
00:28:18: In dem entsprechen finden auch andere Absprachelstadt mit anderen Arbeitsgruppen, die sich da intensiver damit beschäftigen, mit den Verkehrsleuten und so weiter und sofort.
00:28:30: Das ist der Montag also ganz viele interne Absprachen, Strategienwirkungen, Positionspapiere Anträge vorbesprechen Und der Dienstag Das ähnlich auch der Vormittag und dann trifft man sich am Dienstag nachmittagen in der Fraktionssitzung.
00:28:47: Gleich da kommen alle zusammen von den Verteidigungsleuten, Außenleuten finanzern Wirtschaftslern.
00:28:52: Alle kommen auf einmal zusammen im Raum und besprechen über die jeweiligen Anträge, besprechen die Woche durch und setzen natürlich die Schwerpunkte wie stimmen wir zu welchem Antrag ab?
00:29:05: Und haben so eine gewisse Vorbereitung für die anstehenden Tage.
00:29:11: Da ist sehr viel intern.
00:29:13: und der Mittwoch so ein Ausschusstag, wir haben ja von zwanzig verschieden ausschüsse im deutschen Bundestag.
00:29:20: Von Arbeit und Soziales Wirtschaft und Energie, Bauen und Wohnen wo ich da drin bin, Menschenrechte, unsere Weite und sofort Rente, Gesundheit alles weiter.
00:29:32: Und das heißt, da treffst du dich zum ersten Mal in der Woche auch mit anderen Fraktionen.
00:29:38: Da sitzen nämlich in den jeweiligen Ausschusssitzungen alle Fraktionen einem Raum und debattieren die verschiedenen Anträge durch.
00:29:45: Und das findet alles am Vormittag statt, ab Mittag.
00:29:49: nach Mittag finden dann das Plenum statt was nur andere auch im Fernsehen sehen.
00:29:54: Die Regierungsbefragung, die Ministerinnen und Minister werden befragt oder der Kanzler zum Beispiel heute Morgen hat er eine Regierungserklärung abgegeben wo er die aktuelle Lage nochmal einschätzt und wie es eine Planung ist für die kommenden Monate.
00:30:13: Und das findet alles, Mittwoch, Donnerstag, Freitag statt oder den ganzen Plenardebatten im Deutschen Bundestag stattfinden parallel aber.
00:30:24: Finden Medienrunden statt, finden Besuchergruppen statt.
00:30:28: Finde noch mal Absprache-Runden statt.
00:30:32: Als wir noch metriert haben, haben wir Gesetze verhandelt mit den anderen Koalitionsverhandlungen, auch mit den Ministerien und so weiter.
00:30:41: Und es findet alles parallel statt.
00:30:44: So ein Tag geht selten eine zwanzig-zwanzig Uhr zu Ende in so einer Sitzungswoche allescher Weise.
00:30:53: Wie oft sind denn solche Sitzuns wochen?
00:30:55: Im Jahrgleichen sind das so dreiundzwanzige Wochen knapp die Hälfte.
00:30:59: Ja okay also jetzt dann relativ anstrengender Job.
00:31:04: Ja, ohne Frage.
00:31:06: Also ich glaube seine Sekte-Stunden-Woche ist normal geworden.
00:31:12: Das gehört dazu.
00:31:13: wenn man seinen Mandat ordentlich ausführt dann sind die Sektestunden-Wochen normal.
00:31:18: Okay also bin ich familienfreundlich.
00:31:21: Also von Änderungen am Gebäudeenergiegesetz, GEG über bezahlbaren Wohnraum bis zu Reformpaketen und der Debatte um Enteignung.
00:31:29: An welchen Gesetzesvorhaben arbeitest beziehungsweise diskutierst du derzeit mit?
00:31:35: Und wo siehst du die zentralen Konflikte und Chancen
00:31:37: auch?
00:31:38: Das sind tatsächlich einige.
00:31:40: ich fange vielleicht mal mit der Bauwende an.
00:31:43: Ich meine wir müssten zu einem Paradigmenwechsel hinkommen Remain Reduce Reuse.
00:31:52: Das Erhalten ist der effektivste Klimaschutz, da Graue-Energienbestand auch gebunden bleibt.
00:32:01: und dann müssen wir hin auf diese Art und Weise im Bereich Greitler Wirtschaftsgesetz beispielsweise ein Förderprogramm, ein Baugesetzbuch und so weiter und sofort.
00:32:10: Da müssen wir hinhaldeln dass wir dem Bestand bevorzugen gegenüber dem Neubau weil wir haben ein klares Ziel.
00:32:18: Wir haben einen krassen, krassen sozialen Sprengstoff.
00:32:22: Da ist der bezahlbarer Wohnraum.
00:32:25: wenn ich immer noch sehe das drei Komma zwei Millionen Haushalte in Deutschland knapp vierzig Prozent ihres Netto Einkommen für die Miete zahlen müssen.
00:32:36: Vierzig Prozent Ihres Netzo Einkommen geht allein auf die Miete drauf.
00:32:40: Ja sorry da müssen wir als Politik oder muss die Politik und die Regierung begreifen dass es ein sozialer Sprechstoff ist ohne Frage Und da müssen wir hin.
00:32:50: Oder ein weiterer Punkt, Baukostenkrise.
00:32:53: Das Bauland macht teils bis zu fünfzig Prozent der Kosten aus.
00:32:58: oder die Finanzierung Die Zinskosten haben sich seit dem Jahr zwanzigzwanzig fast verdoppelt und das fängt kein Weglassen von Schnickschnack alleine auf sondern ohne eine echte Bodenreform bleibt bauen ein Luxus.
00:33:16: und ja auch die Herstellung.
00:33:18: Bauwerkskosten sind zwischen zwanzig und endet fünfundzwanzig um über zweifünfzig Prozent gestiegen.
00:33:25: Und liegen damit weit über der allgemeinen Teurungsrate.
00:33:30: Noch mal die Bodenpreise, da das wirklich eine der gravierenden Entwicklungen in den deutschen Großstädten liegt im medialen Anteil der Erstellungskosten inklusive Grundstück bei circa fünftausend vierhundert Euro pro Quadratmeter.
00:33:45: Und auf solchen überteuten Bauland, das bis zu fünfzig Prozent der Baukosten ausmachen kann.
00:33:51: Lässt sich kein bezahlbarer Wohnraum am Ende bauen, solange die budenpolitischen Instrumente der Kommunen nicht gestärkt
00:33:58: werden.".
00:33:59: Das ist jetzt bundesweit gedacht auch?
00:34:02: Ja, es ist bundesweiten gedacht und ich rede überhaupt nicht in den Landekuppetenzen weil viele der baupolischen Maßnahmen liegen im Verantwortungsbereich der Länder.
00:34:13: Sondern da sind es rein die bundespolitischen Maßnahmen, die man da schaffen kann.
00:34:21: Das andere ist natürlich auch Förderprogramme.
00:34:23: Wir können natürlich auch mitbestimmen wohin sich das Land entwickeln soll im Bau- und Umfohrbereich wenn wir da jetzt Milliarden beispielsweise für die sekundär Hochstoffe ausgeben werden wo man sagt hey wenn du es schaffst den Baustoff wieder zu verwerten dann geben wir dir Steuererleichterung.
00:34:44: Dann kommen wir natürlich dazu, dass sich auch die Bauunternehmer, die Planenden, die Bauherren, die Investoren darauf machen.
00:34:49: Ja okay und dann gehen wir doch da rein weil dann sparen wir am Ende Geld.
00:34:55: Tun was für den Klimaschutz schaffen bezahlbaren Wohnraum?
00:34:58: Und dann gehen wie hin.
00:34:59: das heißt diese zwei ganz großen Handhabungen hat der Bund in dem einen Sinne Ordnungsrecht ganz klar überregeln über Gesetze.
00:35:08: in der anderen Hand Kann es über Steuern, kann es über Förderprogramme, das heißt übers Geld ja Stoßrichtungen geben wie sich die Bauwirtschaft am Ende hin entwickeln
00:35:21: kann.
00:35:22: Als Opposition schlagt ihr dann Gesetze vor?
00:35:26: Wie läuft das genau?
00:35:27: Ja, das machen wir auf jeden Fall.
00:35:29: Wir schreiben sogar auch Gesetzen und schlagen sie dann vor.
00:35:33: Die werden aber in der Regel zu Neunneinzig Prozent von den von der Regierung abgelehnt Weil die sagen, den Punkt finden wir super.
00:35:42: Wir können auch selbst beschließen.
00:35:44: Danke für die Vorarbeit, die nehmen wir jetzt mit und machen unseren eigenen Antrag draus.
00:35:48: Ist das nicht wahnsinnig frustrierend?
00:35:49: Also wenn die Idee gut war und sie nur die guten Sachen nehmen und dann die Lore werden dafür einstreichen...
00:35:57: Man kann es natürlich so oder so sehen ist es ja gleicherweise anders.
00:36:01: Mir geht's um die Sache!
00:36:02: Wenn sich tatsächlich etwas ändert und mein Punkt aufgenommen wird auch von den Regierungsparteien hey finde ich super.
00:36:08: Also du hast nicht das Bedürfnis zu sagen, das war unsere Idee.
00:36:11: Damit die Wähler auch wissen ihr müsst uns
00:36:13: wählen.
00:36:13: Das lag ich natürlich und erklär's natürlich dass es unsere Idee war.
00:36:16: man kann sich auch nachlesen wer dich damit beschäftigt.
00:36:20: Ich will jetzt nicht sagen ich muss alle lobern jetzt dafür bekommen dass ist keine demokratie so ein demokraties immer einen zusammenschluss.
00:36:30: Demokratie ist immer Kompromisse finden Und mir gehts wirklich am ende um die Sache und dafür Ich bin auch Politiker geworden, da ich sage wenn wir die Bauwände hinbekommen.
00:36:41: Wenn wir diesen sozialen Sprengstoff den ich vorhin beschrieben habe... ...hinbekommen!
00:36:46: Wenn wir die Demokratie wieder stabilisieren.. ..wenn wir unsere Umwelt wo wir eine extrem große Verantwortung haben... ...wieder hinbekommen Dann ist mir egal ob ich alleine dafür die Lobby an bekomme oder das aufteilen kann mit anderen Parteien.
00:37:02: Dafür bin ich, glaube ich, Demokrat genug.
00:37:05: Da ich sagen kann in einer Demokratie sollen nicht nur eine Person profitieren und eine Partei – besten Falle die Menschen und die Demokratie an sich!
00:37:14: Wir aus der Architektur Babel heraus sind sehr sicher, dass mehr Architekten denn in der Politik sein sollten.
00:37:23: Und es ist aber total schwer, Menschen zu finden, die das wirklich kombinieren, also Architektor- und Politik.
00:37:31: Fändest du das gut, wenn mehr Menschen aus der Architektur
00:37:34: kämen?
00:37:35: Total.
00:37:35: Unbedingt!
00:37:37: Du hast die Zahlen auch vorhin erwähnt wie viele Juristen da sind und wen die da untereinander fachsimpeln... Wir sollen sie bitte ein Gesetz entwerfen, einen baugesetzbaren Werfen oder Gebäudemonitionsgesetz.
00:37:51: Entwerfen was da am Ende Auswirkungen hat auf unter anderem die Planenden, die Architekten und die Handwerkerschaft.
00:37:58: Das heißt wenn ich selbst aus der Branche komme dann weiß ich wie die Arbeitsprozesse sind, weiß wie die Denkweisen sind, weißt wie die aktuellen Normungen sind usw.
00:38:08: und so fort wie auch das Denken ist der Berufsgruppe.
00:38:13: Ich wünsche mir unbedingt mehr Architekten und Architektinnen, mehr Banjo- und Banjo, mehr Handwerker generell in der Politik.
00:38:21: Die fehlen mir!
00:38:23: Weil nur wenn die da sind, schaffen wir es auch.
00:38:26: dieses komplexes Thema des Bauen und Wohnen.
00:38:29: Das ist wirklich kein einfaches Thema weil das auch super viele Auswirkungen auf die Infrastruktur brücken Straßen und
00:38:36: Co.,
00:38:36: wie gesagt hat eine soziale Auswirkung, hat ne psychologische Auswirkung.
00:38:40: Hat eine Klimaschutz auswirkungen, hat auch eine Integrationsauswörung.
00:38:46: also es hat super viele.
00:38:48: Wir brauchen Gebäude, wir brauchen überall einen Dach über den Kopf.
00:38:55: Wir bewegen uns und das kann man natürlich auch darauf an wie wir uns bewegen.
00:39:00: Das ist alles in diesem Themenkomplex mit drinne und je mehr Menschen daher kommen die Sprache sprechen, die Denkweise mitbringen, desto besser können nur die politischen Maßnahmen auch dafür
00:39:14: sein.".
00:39:16: Wie vermittelst du Inhalte aus deinem persönlichen ... und fachlichen Erfahrungsschatz heraus im politischen Kontext.
00:39:22: Zum Beispiel auch im Kampf gegen Rechtsextremismus oder Klimapolitik, die ja auch irgendwie immer kleiner wird?
00:39:29: Ich fang gleich mal so an und sage das gebaute Umwelt bringt unser Zusammenleben.
00:39:35: Das heißt wie wir leben entscheidet darüber wie es uns geht, auch als Gesellschaft.
00:39:40: Das Grundgesetz verankert das Ziel gleichwertiger Lebensverhältnisse Und da ist kein Zufall, sondern eine Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt.
00:39:50: Auch die Infrastruktur stärkt Demokratie.
00:39:53: Studien zeigen auch ganz klar gute Infrastruktur, stärkt das Vertrauen in staatliche Institutionen.
00:39:59: Dazu gehören Straßenbrücken und Schienen.
00:40:01: Ich meine ich kann als Dresdner Pestes Beispiel die Karole Brücke gut davon erzählen Bildungs-, Gesundheitsleben, Kulturbauten Gute unbezahlbare Wohnraum.
00:40:14: wer erlebt dass der Staat funktioniert, entwickelt eher auch das Vertrauen in die Demokratie.
00:40:20: Und demzufolge müssen wir auch hinkommen, dass die Fachpolitik verständlicher wird und der erste Schritt ist zu zeigen – das Thema betrifft jede und jeden!
00:40:31: Das fehlt im Bereich Bauen und Infrastruktur vergleichweise leicht weil alle wohnen, alle nutzen unsere gemeinsame Infrastruktur und auch die Kommunikation ist da elementar und nicht zu vernachlässigen.
00:40:45: Und das merkt man, dass die Kommunikation in den sozialen Medienanfahrt aufgenommen hat auch an Bedeutung gewonnen hat.
00:40:55: Man muss stattfinden und dafür unter anderem einfach viel präsenter sein und kommunizieren.
00:41:01: Ich probiere da über allmögliche Kanäle meine Meinung zu adokulieren und an die Menschen zu bringen, sei es über Twitch wo ich Gäste einlade und die jungen Menschen erreichen möchte, sei es über Klassik, Instagram, Facebook usw.
00:41:20: und sofort TikTok beispielsweise.
00:41:23: aber natürlich bedeutet das nicht dass man den direkten Umgang mit Menschen verlachte.
00:41:28: und da ist mir elementar super wichtig mit den Schulen zu sprechen um die Kids zu erreichen auf dem Marktplätzen präsent zu sein Bürger in Sprechstunden anzubieten, Formate zu schaffen.
00:41:43: Wo ich einfacher mit den Menschen reinkomme.
00:41:46: Ich mache zum Beispiel eine Döneraktion wo ich Döne verschenke und ja über das Essen kommt man super einfach ins Gespräch auch mit den unterschiedlichen Menschen Von armen bis reich, von gebildet bis nicht.
00:42:01: Von jung bis alt also wirklich in den unterschiedlichsten Menschen und da musst du wie hin dass wir genau in der Politik da rein gehen müssen?
00:42:09: Ich würde nicht sagen wir haben das vernachlässigt in den letzten Jahren sondern andere Menschen sind populistischer geworden in der Hinsicht und es ist leider so dass man über Emotionen einfacher an Menschen rankommt so hart es auch klingt, aber das Baugesetzbuch zu emotionalisieren ist einfach wenn ich sage hey!
00:42:31: Ich kann das bauen günstiger machen und es bauen einfacher machen.
00:42:35: Das macht ja die AfD beispielsweise Hey warum schieben wir nicht einfach alle alle Ausländer ab?
00:42:40: Dann haben wir immer Platz hier und dann haben wir auch kein Problem mit der Wohnungsrieße.
00:42:43: Bum!
00:42:44: Da ist das Thema.
00:42:45: hey natürlich macht der Sinn weniger Menschen und dadurch haben mehr Platz.
00:42:51: Aber da ist ja ein Aufhetzen ohne Ende und das natürlich was anderes als wenn ich sage, wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum, der muss am Ende auch klimaneutral sein und die Miete darf so viel nicht ansteigen wie wir dürfen keine Index-Mieten mehr verteilen
00:43:10: usw.,
00:43:10: sofort weißt du?
00:43:11: Das sind nochmal dieses runterbrechten an den einzelnen Maßnahmen Ein Übertema, Einsatz ist dann natürlich einfacher gesagt und diese Komplizität müssen wir schaffen in den direkten Umgang, in den direkten Gesprächen mit dem Menschen auch zu erklären so schwer sie auch manchmal sind.
00:43:30: Das positive Bild für die Rechtsextremen ist, wenn die Ausländer alle wechseln dann wird alles schön.
00:43:35: Dann blüht dieses Land.
00:43:37: Das ist das Bild sozusagen was der totaler Schatz sein ist.
00:43:40: aber das blühende Land ist dann eben in den Köpfen der Radies glauben und das sind leider ja nicht wenige.
00:43:45: Man braucht auch diese blühenden Landschaften mit anderen Inhalten quasi.
00:43:52: Total und?
00:43:52: Und da müssen wir hin dass wir die Gesellschaft nach vorne richten.
00:43:58: Ich meine, wir Menschen haben uns immer verändert.
00:44:00: Veränderungen können immer dazu auch zur Politik und die müssen wir einfach erzählen.
00:44:06: Und ich sage so mal, ich bin super dankbar in Deutschland leben zu können und Leben zu dürfen.
00:44:13: Uns geht es wirklich gut an.
00:44:17: Man kann klagen und es muss vieles besser werden aber wenn ich mir andere Teile der Welt anschaue dann müsste So eine gewisse Dankbarkeit, die fehlt mir.
00:44:31: Und dazu müssen wir hin, dass auch diese Wir und da haben wir uns als Planende, als Bauingenieurin, als Architektinnen, haben wir in einer gewissen Verantwortung diesen gesellschaftlichen Aspekt immer mitzudenken weil die Planenden und die Bauingenuellen natürlich die Handwerkerschaft am Ende zu der Kette mitgehören.
00:44:54: Die haben eine große Verantwortung, weil sie schaffen Gebäude.
00:44:57: Sie schaffen Infrastruktur für mindestens viertig-fünfzig Jahre und dementsprechend über Generationen hinweg.
00:45:05: Und wenn wir auch diese positive Erzählung mit erzählen in ihren eigenen Bereichen dann kommen wir glaube ich auch dazu.
00:45:12: Dann machen wir einen guten Schritt daran dass wir die Gesellschaft wieder miteinander, zueinander bringen und nicht wie sie es aktuell leider zu häufig passiert dass man Gegenhander arbeitet.
00:45:23: Und aufeinander, ja Hetzten... ...und diese Hass verbreitet.
00:45:28: Hass mag ich ehrlicherweise überhaupt nicht in meinem Wortschatz zu haben weil das so ein Wort ist das nur Negativität und nur Böses ausstrahlt.
00:45:41: Lass uns eher positive Begriffe nach vorne tragen.
00:45:45: lass uns eher die Positivität nach vorne tragen.
00:45:48: zu schwer, manchmal auch die eigene Situation ist.
00:45:52: Aber im Gesamten können wir uns dankbar zeigen wie unsere Gesellschaft hier ist in Deutschland.
00:46:00: Ich habe gelesen irgendwannmals nicht ganz aktuell aber dass nur zwei bis drei Prozent der Bevölkerung in politischen Parteien sind das heißt die Bevölkerung überlässt es einem sehr kleinen Kreis.
00:46:10: auch mehr Engagement an der Stelle
00:46:14: würde
00:46:14: vielleicht auch helfen.
00:46:16: Was wünscht du dir für Studierende der Planungsdisziplin?
00:46:21: Ich wünsche mir Mut zur Veränderung, weil Planungsberufe müssen immer wieder neu definieren.
00:46:28: Weil natürlich auch die Wünsche und Bedürfnisse der Menschen sich verändern.
00:46:34: Und die Baubranche befinden sich mitten einer Transformation beispielsweise das Umbau.
00:46:41: Wichtiger wird, dass der Neubau das Planungsprozesse viel mehr interdisziplinärer werden.
00:46:48: Dass auch ja regenerative zirkuläre Baustoffe an Bedeutung gewinnen.
00:46:54: und Transformation braucht da nicht nur technisches Wissen sondern sie verlangt auch Offenheit für neue Wege und den Mut bestehendes auch zu hinterfragen.
00:47:04: Und ich habe den Satz zu oft gehört Ja das haben wir doch schon immer so gemacht.
00:47:10: Und lasst euch nicht von diesem Satz und diesem Narrativ ausbremsen.
00:47:15: Und wartet nicht, bis man als erfahren genug gilt sondern macht es einfach.
00:47:20: Politik lebt auch von Menschen die Verantwortung übernehmen.
00:47:24: unterschiedlichen Perspektiven sind super, super wichtig innerhalb einer Demokratie.
00:47:30: um dem zufolge ja... brauchen wir auch dazu, dass wir Menschen brauchen die genau diese Offenheit haben, die genau dieser Kreativität haben.
00:47:41: Die genau diese Verantwortung auch übernehmen möchten.
00:47:47: Aber dazu gehört natürlich auch, dass die Bildung unsere wichtigste Innovation ist.
00:47:51: Wir in Deutschland haben keine Rohstoffe, wir haben jetzt kein Gold und keinen Bodenschätzer.
00:47:57: Sondern unsere größte Stärke, die uns auch für diese stärke international gemacht hat, ist unser Know-how, unser Wissen, unsere Innovationskraft.
00:48:05: und dazu gehört Bildung.
00:48:08: Und demzufolge wünsche ich mir von den neuen Studierenden seit kreativ bleibt, kreative setzt auch eure Hochschulkräfte unter Druck.
00:48:20: Verlangt mehr dass ihr mehr in den Bestand gehen wollt, verlangt mehr das er mehr in dem sozialen Gestaltungsraum gehen wollte, mehr interdisziplinärer denken.
00:48:30: Verlankt mehr und macht auch den Druck darüber dass ihr ja nicht nur das bestehende lernen wollt sondern auch neues Wissen generieren möchte.
00:48:43: Und demzufolge bleibt einfach offen, arbeitet miteinander, arbeitet zusammen.
00:48:50: und nur so sind wir als Gesellschaft stark und dann macht ihr euren Teil eure Aufgabe und euren teil um.
00:48:57: eure Verantwortung bringt ihr in die Gesellschaft ein und sie brauchen wir unbedingt.
00:49:01: Ich danke dir vielmals für deine Zeit und für das Interview.
00:49:04: Kasemta Hasserli
00:49:06: Sehr gerne Danke auch dir für deine Zeit und dass du mich besucht hast im Deutschen Bundestag hier in Berlin.
00:49:12: Danke!
00:49:12: Ja,
00:49:12: auch sehr gerne.
00:49:13: Das war Studiertum zu bauen der Baunetzkampus Alumni Podcast präsentiert von Gera.
00:49:19: Wir freuen uns wenn ihr uns eine Bewertung da lasst und natürlich wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid.
00:49:25: Redaktion und Veröffentlichungen Katharina Lux, Baunetz Campus.
00:49:29: Moderation und Audioproduktion ich Kerstin Kunighardt, Berlin.
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