#97 Umbaumacherin: Warum Weiterverwenden die beste Option ist - Philine Barbe

Shownotes

Vorhandenes nutzen statt neu bauen – für Philine Barbe ist das von klein auf Selbstverständnis. Aus dieser Haltung ist eine Praxis zwischen Selbstbau, Großstruktur und Denkmalpflege geworden: das Kollektiv umbaubar, die VOLLGUT eG in Neukölln und ihre Arbeit an der Hutfabrik von Erich Mendelsohn. Eine Folge über Umbaukultur, kollektives Arbeiten und die Architektin als Dirigentin.

Host und Produktion: Kerstin Kuhnekath Redaktion und Text: Katharina Lux

Übersicht aller Folgen mit weiteren Infos & Bildern zu unseren Gästen: https://www.baunetz-campus.de/podcasts

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Transkript anzeigen

00:00:00: Willkommen und seid gegrüßt zur siebenundneunzigsten Episode von Studiertum zu Bauen, dem Baunetzkampus Alumni Podcast präsentiert von Gira.

00:00:08: Ich bin Kerstin Kunekatz und mein heutiger Gast ist Felina Barbe.

00:00:12: Los geht's!

00:00:13: Herzlich willkommen im Baunetzukampus Alumnipodcast.

00:00:16: – Feline Barbe du bist Architektin und Expertin für zirkuläres Bauen?

00:00:21: Du bist Mitgründerin von Umbaubar Vorständin und Mitgründerin der Vollgut-EG.

00:00:27: Und Fachplanerin für Denkmalschutz in Ausbildung.

00:00:31: Dein Schwerpunkt liegt beim Bauen im Bestand, Umnutzung von Großstrukturen und zirkulären Bauern.

00:00:36: Deine Arbeit bewegt sich zwischen Konzept, Programmierung und konkretem Selbstbau und versteht Architektur als ressourcenschonende, kollektive und vermittelnde Praxis.

00:00:47: Und zwar schon lange – wir kommen darauf gleich!

00:00:49: Im Zentrum stehen Fragen nach Umbaukultur, Denkmal- und Bestandschutz und der Bauwende als gesellschaftlichem Projekt.

00:00:58: Du hast Bachelor an TU Berlin und Master an der Bauhausuniversität Weimar gemacht Beide Abschlussarbeiten mit frei gewählten Themen, die heute auch genau deinen Arbeitsumfeld umreißen.

00:01:11: Wie blickst du auf dein Studium zurück?

00:01:13: Hallo Kerstin!

00:01:14: Es ist sehr schön mit dir hier am Vollgutareal zu sitzen.

00:01:17: Genau wir können kurz sagen... Wir sitzen vor dem Vollguttareal oder auf dem Areal und haben ja das Vollgullager hinter uns, das Sirkularhaus links von uns rechts von dir.

00:01:30: Ja, sehr schön mit dir hier zu sein und es hat auch sehr Spaß gemacht sich ein paar Gedanken vorabzumachen.

00:01:37: Und einfach nochmal zu sehen was man eigentlich so alles gemacht hat und wo einen das so hingebracht hat und was einen auch wohin gebracht hat.

00:01:46: Das hat mich total für mein gesamtes Bild von Architektur und vom Vermitteln geprägt.

00:01:56: Und für den Master bin ich dann tatsächlich an die Bauhausuni in Weimar gegangen.

00:02:01: Ich musste mal aus Berlin raus und habe dann dort mich nochmal ganz doll auf eben Großstrukturen, Industriestrukturen spezialisiert ein bisschen anders als im Bachelor, wo ich dann tatsächlich eher eben so dieses Thema Nachhaltigkeit, Holzbau, Zirkulieres bauen hatte und dann halt irgendwann gemerkt habe okay diese beiden Studienschwerpunkte die ich mir da gesucht habe selber kommen in meiner beruflichen Tätigkeit total zusammen.

00:02:31: Und Teile deiner Abschlussthemen wurden auch realisiert.

00:02:34: kannst du uns dazu noch was

00:02:35: sagen?

00:02:36: Ja, genau.

00:02:37: Also sogar im Endeffekt sind das beide die mich weiter begleiten.

00:02:41: Das eine ist das Thema des Holzhouses wo ich mit wiederverwendeten Materialien auch gearbeitet habe und es war die Idee dort im Wald zwischen Seen-Mauerstreifen also ein sehr historischer Ort in Eigenbau einen Haus zu bauen was eben diesen Schwerpunkt auf wieder verwendete Materialien und nachhaltigen Materialien hat.

00:03:02: Das ist, dass wir das im Jahr- und Jahrzehnte-Jährige haben.

00:03:06: Und es wird von einer sehr besonderen Frau sehr geliebt!

00:03:12: Wie kam das überhaupt?

00:03:13: Wie bist du zu dem Thema zirkuläres Bauen gekommen?

00:03:16: Das war ja im Jahr zwei Tausendsechzehn, wo es wirklich noch kaum eine Rolle spielte... Oder noch kein akademisches Schlagwort war, sagen wir so.

00:03:24: Deine Motivation?

00:03:25: Weil kommt die so konsequent in diese Richtung zu gehen?

00:03:28: Voll!

00:03:28: Ja ehrlich gesagt kommt es einfach total von da wo ich her komme.

00:03:32: also meine... Meine Mutter ist Hutmacherin, Künstlerin und Textilwissenschaftlerin.

00:03:42: Die hat sich spezialisiert auf Nachhaltigkeit, Mode, Textil wiederverwenden weiter verwenden umnähen wenn etwas nicht mehr getragen wird.

00:03:50: Und bei uns wohnte immer hinter fragt ob man was wegschmeißt.

00:03:53: es war immer diese Fast-Fashion wurde total infrage gestellt.

00:03:56: ich bin in sozusagen großen Berliner Wohnungen aufgewachsen wo halt einfach das Handwerk ganz präsent war.

00:04:02: wir hatten Werkstätten.

00:04:04: war das so, dass der Ort in dem ich aufgewachsen bin.

00:04:07: Das heißt wegschmeißen gab es erstmal nicht sondern immer erst mal überlegen kann man's denn wieder verwenden und als was?

00:04:13: Vielleicht hat das mich tatsächlich nachhaltig sehr geprägt.

00:04:16: Barbara Boussa, kennst du ja auch?

00:04:18: Du hast

00:04:19: im Baubüro INSITU gearbeitet und auch viel gelernt.

00:04:22: Wie bist du dahin gekommen?

00:04:24: Ehrlich gesagt über die Transform-EG.

00:04:26: dann also hier war die Mitarbeit am Circular House Eric Honinger der mit Barbara Buesa zusammen des Baubüros INSITEU gegründet hat.

00:04:34: Der war hier Aufsichtsratvorsitzender in der Transform EG.

00:04:37: Und als ich da sozusagen neue Mitarbeiter angefangen habe hat er glaube ich gemerkt, dass ich dann ein besonderes Interesse mitbringe und hat dann gesagt hey komm doch mal rüber hier ist immer Platz für dich.

00:04:51: Und genau dadurch ist halt diese sehr produktive und wirklich auch dieser ganz intensive Austausch entstanden und den führen wir seit Jahren fort.

00:05:00: also wenn ich fragen habe dann rufe ich Erik an und sage hey können wir mal zusammen drauf gucken?

00:05:05: Ich schätze seine Meinung extrem!

00:05:08: Also tatsächlich ist es eher, dass wir mit denen kooperieren.

00:05:10: Dass wir Mitarbeiterinnen und eben auch... Eric und Barbara dann in Verbindung stehen.

00:05:17: Und dass wir die zu Planungsworkshops dazu holen, die lassen wir nach Berlin einfahren oder machen es online aber tatsächlich sehr gerne auch vor Ort oder das ich meinen Koffer mitnehme und mich dort zu denen setze und wir in so Workshop-Formaten tatsächlich sehr imwurfsprigende Komponenten

00:05:36: zusammenentwickeln.".

00:05:38: Werbung Der Baunetz Campus Alumnipodcast wird unterstützt von Gira.

00:05:42: Das sind die mit den Schaltern.

00:05:43: Wenn es um Smart Home und Smart Building oder ganz einfach, um die richtigen Schalter- und Steckdosen geht ist Gira euer Ansprechpartner Nummer eins.

00:05:52: Eingesetzt werden bei Gira ausschließlich hochwertige Materialien wie Edelstahl, Bronze, Aluminium, Glas und Linolium Multiplex.

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00:06:28: Ja großartig!

00:06:29: Du hast auch sehr früh... sehr eigenständig in anderen Projekten wie dem Vollgut mitgewirkt.

00:06:34: Wir haben es ja eben schon erwähnt, weil wir hier sitzen

00:06:36: das

00:06:37: Baunetz Campus hat ein Artikel darüber veröffentlicht den man auch auf der Seite findet wenn man Baunitz Campus voll gut zum Beispiel eingibt Wie hat sich denn dieser Weg überhaupt ergeben?

00:06:49: Also was bedeutet das auch für deine Rolle die du heute ausübst?

00:06:53: Ja ich bin zum Vollguth ganz Spannend gekommen, eigentlich über ein Wochenende auf dem Land in Prätschen.

00:07:03: Ein Projekt der Terra Libra Immobilien GmbH, der Eigentümerin von dem Areal hier.

00:07:11: Das ist die Tochter einer Stiftung, der Edetmarion-Stiftung im Basel Und da haben Bekannte von mir gearbeitet und ich bin dort hingefahren, um nochmal vor Thesis-Präsentationen ein bisschen runterzukommen.

00:07:24: Ein bisschen sich Gedanken zu machen.

00:07:27: und genau die Person guckte über meine Schulter und sagte ach das ist aber interessant.

00:07:31: willst du mir nicht mal das jetzt vortragen?

00:07:33: Das tut dir doch gut das Mal zu üben!

00:07:35: So viel

00:07:36: zum Wunder kommen

00:07:37: Kinder.

00:07:37: und dann habe ich den Personen meine meine Ideen und sozusagen den Entwurf und das Ganze so versucht mal zu erklären.

00:07:47: Und dann kam kurz später tatsächlich einen Anruf, yo ich hätte hier was, was irgendwie total zu dir passen würde.

00:07:57: Könntest du mir bis morgen früh eine Bewerbung schicken?

00:08:00: Es war ne kleine Nachtschicht!

00:08:01: Ich hab's gemacht weil ich fand dass Klang eben genau passend Und so bin ich da erst mal das Projekt reingekommen.

00:08:08: und dann ging es halt weiter, dass das von der Eigentümerin zu der Transform-EG die halt mitten im Bau des Zirkelerhauses war in die Projektsteuerung ging.

00:08:16: Da bin ich mit dem Projekt sozusagen mitgegangen, bin in die Co-Projektleitung des Projekts gekommen und war auch mit auf dem Circular, auf der Baustelle halt hier unterwegs.

00:08:27: Was total viele Eindrücke hinterlassen hat und mich auf jeden Fall komplett geprägt hat.

00:08:32: Und dann später im September XXIII haben wir halt eben die Vollgut-EG dann gegründet und da bin ich angetreten als eben zukünftiges Vorstandsmitglied und habe eigentlich in meiner Antrittsrede auch gesagt dass Ich antrete um aus Lehrgut wieder voll gut

00:08:49: zu machen.

00:08:50: Kannst du, ich meine es gibt ja den Artikel dazu aber kannst du in ein paar Sätzen sagen was ihr macht?

00:08:57: Genau also das Vollgut selber.

00:08:58: Das ist hier auf dem Areal der ehemaligen Kindlbrauerei in Neukölln und unser Projekt selber ist sozusagen die Modernisierung und der behutsame Umbau von den ehemalingen Brauereikellern, die halt stillgelegt sind seit einigen Jahren Jahrzehnten sogar schon und das soll umgebaut werden.

00:09:16: unsere Vision ist ein Zentrum für queere migrantische und populäre Kulture in Berlin, Neukölln als Genossenschaft organisiert.

00:09:23: Also gegen Spekulationen für Nachbarschaftstätigkeiten und sehr niederschwellige Angebote zu schaffen.

00:09:31: Dann kommen wir mal zur dem nächsten Format weil du machst ja einiges umbaubar.

00:09:36: Umbaubar ist kein klassisches Büro sondern einen projektbezogener Zusammenschluss von gleichgesinnten die du noch aus dem Studium kennst.

00:09:46: wie organisiert

00:09:47: ihr euch?

00:09:47: Und warum funktioniert Für eure Themen ein offenes kollektives Format besser als eine feste Bürostruktur.

00:09:54: Ja, genau.

00:09:54: Also wir mit Umbau war Kollektiv für Umbaukultur und Ressourcenschonung haben uns eigentlich schon so während des Studiums gegründet Und wir kennen es aus dem Bachelorstudium.

00:10:04: also parallel dazu hat sich an Professional Studios gegrüntet.

00:10:07: Wir waren wie eine Freundesgruppe die so voll Lust hatte glaube ich einfach tätig zu werden selbstzubauen und genau zu gucken.

00:10:14: was machen wir denn hier eigentlich So und halt nicht nur in der Theorie zu bleiben?

00:10:17: Klammer

00:10:17: auf Martin Binder war auch schon jetzt sogar ist im podcast relativ am Anfang Genau.

00:10:27: Genau, und Sarah Bauer und ich sind sozusagen das Kernteam oder vielleicht nennen wir uns eher die Initiatoren von Umbaubar.

00:10:35: Und wir haben schon während des Studiums kleinere Umbauten gemacht und halt so ein bisschen mit dem Fokus auf Selbstbau – was können wir denn mit dem, was wir hier lernen eigentlich in der Praxisonsetzen?

00:10:45: Wir hatten total Lust auf Praxis!

00:10:47: So…und dann ging es halt so etwas in den nächsten Dimensionen, dass sie gesagt haben Zum einen suchen wir erstmal eine Haupttätigkeit, die wir nicht.

00:10:57: Also wir sind keine Architekturbüro, die jetzt das als Haupttäglichkeit eben erst mal machen, sondern wir wollen ja nach dem Studium erstmal ganz viel Arbeitserfahrung sammeln und wollen halt uns total spezialisieren in diesen Bereichen herumgegangen und haben verschiedene Arbeitserfahrungen gemacht, wie eben ich jetzt beim Vollgut bei der Transform-EG

00:11:17: usw.,

00:11:19: wo ich dann jetzt halt mit fünf Jahren Berufserfahrung drauf zurückgucken kann.

00:11:23: Und sagen kann Ich nehme ja diese ganze Erfahrung mit!

00:11:25: Das ist ja Teil von meiner Identität oder von meiner beruflichen Identität auf jeden Fall.

00:11:31: Mit dem Background sind wir dann jetzt beratend und planend tätig für Umbauprojekte und Arealsentwicklungen haben so viel auf das Aktivieren von Bestandsarealen, viel halt eben Industrieareale und der Fokus liegt bei uns wirklich einfach auf Umbaukultur- und Ressourcenschonung.

00:11:49: Genau!

00:11:50: Und wir selber verstehen uns so dass wir Projekte auch anleiern, dass wir mit unserer Expertise die wir uns halt aufbauen konnten da reingehen und je nach Projekt uns halt unterschiedlich zusammensetzen das was das Projekt zum Beispiel braucht.

00:12:06: Also wir gucken am Anfang immer machen eine Art Kapazitätsplanung und gucken okay wer kann wie viel leisten und was wird eigentlich benötigt Und gehen dann, wenn wir sozusagen an unsere eigenen, sage ich jetzt mal Kapazitätsgrenzen kommen.

00:12:18: Dann gehen wir in Kooperation mit etablierten Büros wo wir uns dann halt einfach Expertise mit dazukolen.

00:12:24: Das ist ja eine super Strategie.

00:12:26: Es ist agil, man kann darauf eingehen was für Projekte man hat und kann sozusagen immer dann je nach Projekt tatsächlich drauf gucken.

00:12:34: Handelt es sich hierbei um den Denkmal?

00:12:36: Handelt's sich eben um kein Denk mal?

00:12:39: Was sind die Leistungsphase Null, für die wir angefragt werden?

00:12:42: Darüber

00:12:43: sprechen wir gleich auch noch einmal über das Thema Denk Mal.

00:12:45: Was ist Denk-Mal?

00:12:47: Warum muss man da so unterscheiden?

00:12:49: Die Hutfabrik Lukkenwalde, da wollte ich vorhin auch drauf zu sprechen kommen.

00:12:53: Das ist ja ein großes Projekt!

00:12:55: Mit der Hutfabiik betreust du gerade eine große Struktur von Erich Mendelssohn?

00:12:59: Wie bist Du an diesen Auftrag gekommen?

00:13:02: Ja die Geschichte geht ein bisschen zurück... ...zweitausendundzwanzig habe ich einen Thema für meine Masterthesis gesucht und wollte in dieser Arbeit einfach nochmal wirklich meine mich bewegenden Themen ansprechen und aufzeigen.

00:13:17: Das heißt das Thema Leerstand, das Thema Großstruktur, Industriebau, schwierige Gebäude wie kann man sie umnutzen?

00:13:24: Und Bestandsschutz, Respekt vor der gebauten Umwelt diese ganzen Themen sozusagen in einem Praxisbeispiel mal zeigen.

00:13:31: und ich habe geguckt welche Gebäuden finde ich die mich total ansprechen oder interessieren und bin über eben so ein bisschen den privaten Kontext auch viel in Lokkenwalde gewesen.

00:13:44: Wie gesagt, meine Mutter als Hutmacherin ist jetzt auch nicht ganz fern sozusagen das Hutmachahandwerk und hat da die Masterthesis Behüten nach Nutzung der Emmerling-Hutfabrik von Erich Mendelssohn ein Industriebau im Spannungsfeld von Denkmalschutz und Konversion Lehre und Leere entwickelt.

00:14:01: Und genau da in dem Zuge habe ich einen tatsächlich konkreten Entwurf dargestellt, der diese ganzen verschiedenen Themen versucht exemplarisch aufzuzeigen In dieser Bearbeitungszeit sehr viel Kontakt mit verschiedensten Akteuren vor Ort.

00:14:18: Mit der ehemaligen Bürgermeisterin von Lukkenwalde, dem Landeskonservator Thomas Drachenberg und hatte denen dann natürlich im Nachgang auch meine Thesis geschickt und habe gesagt so hier das ist übrigens das was ich erarbeitet habe anscheinend sehr gut an, sodass dem Eigentümer diese Arbeit gezeigt wurde und gezeigt wurde.

00:14:40: Schauen Sie doch mal hier!

00:14:41: Hier gibt es was da hat sich jemand richtig reingehangen und hat sich richtig Gedanken gemacht und das sieht doch alles ganz schick aus.

00:14:48: So und daraus ist dann eine jetzt direkt Beauftragung erfolgt, die halt eben das Nutzungskonzept also das Nachnutzungskonzept und die denkmalpflegerische Zielstellung derzeitig innehat.

00:15:01: Also wir haben es erweitert auf Behüten reparieren und umnutzen.

00:15:04: Das ist ja derzeitige Stand und wir arbeiten gerade eben die Grundlagen, um dann in die nächste Phase zu starten, also die Entwurfphase

00:15:13: Ja!

00:15:13: Und wer arbeitet damit?

00:15:15: Da ist halt genau so... als meine direkte Kollegin dabei und wir haben einen Team aufgestellt.

00:15:21: Jetzt in dieser Vorphase sind wir zwischen vier bis fünf Personen, die da mitarbeiten.

00:15:27: also unter anderem sind Mona Thomas dabei und auch Edda Meinarts Und zum Beispiel halt Eric Connecker dann für diese Entwurfsworkshops mit dabei, mit seiner halt extremen Expertise in dem Feld Arealsentwicklung und Co.

00:15:43: Also es ist sozusagen als Umbaubar schon?

00:15:45: Und dann aber auch mit anderen

00:15:46: Akteuren?

00:15:47: Genau!

00:15:47: Das ist wieder dieses kooperative Gedacht das wenn's wie gesagt aus unserem Netzwerkpool suchen wer passt denn zu welcher Fragestellung die wir gerade bearbeiten und haben da dann halt die Personen zusammengesucht jetzt diese Planungsphase grad Mit Betreuen.

00:16:01: Und was würdest du sagen, wie wirkt sich das auf das Verhältnis aus zwischen Planenden, Bauenden und Auftraggebenden diese Art zusammenzuarbeiten?

00:16:09: Ich glaube es ist erst mal ein bisschen anders weil man das halt so kennt.

00:16:13: okay es gibt einen Büro da sind dann oft die Namen der BüroinhaberInnen sozusagen... große und wir sind halt eher so hey die Leute, die daran mitarbeiten.

00:16:25: Wir verstehen uns weniger als ein Büro wo jetzt der eigene Name an erster Stelle steht und alle die mitarbeiten können es dann vielleicht in ihrem Portfolio irgendwann mal zeigen.

00:16:35: Das heißt für uns ist das total wichtig zu sagen Architektur ist immer ein kollektiver Prozess.

00:16:43: Es ist immer einen Zusammenfügen aus verschiedenen Personen, die da aktiv

00:16:46: sind.

00:16:47: Glaubst du das ist Zeitgeist auch?

00:16:49: Also generell dass es weniger so ist als dieses Aushängerschild.

00:16:52: Das ist jetzt des drei Buchstaben geschriebenen Büro.

00:16:57: Die auch

00:16:57: gut sind und wollen wir jetzt nicht sehen.

00:16:59: Keine Frage aber das ist so was die großen Büros eher haben.

00:17:03: Also natürlich sind die gut, aber ich meine nur gibt es einen strukturellen Wandel an der Stelle.

00:17:07: meinst du?

00:17:07: Ja.

00:17:08: Ich glaube das treibt uns alle um.

00:17:09: also entweder lebe ich in dieser gewissen so genannten Bubble dass das halt viel bei uns.

00:17:16: die Fragestellung ist wie wollen wir in Zukunft arbeiten und wer hat eigentlich welche ich nenn's mal Credits an dem Entwurf?

00:17:26: Ich glaube, dass sich viele damit beschäftigen, welche Zusammenschlüsse gibt es.

00:17:30: Wie wollen wir arbeiten und wie wollen wir halt Projekte generieren?

00:17:34: Du machst gerade die Ausbildung zur Fachplanerin für Denkmalschutz.

00:17:38: Korrekt!

00:17:40: Erst mal was bedeutet das?

00:17:42: Warum machst du das?

00:17:43: Wo willst du hin damit?

00:17:44: Genau also bei mir ist... geht es mir darum, einmal so ein bisschen die Grenze zwischen dem materiellen Bestandsschutz den es halt so jetzt erst mal festgeschrieben gar nicht gibt und dann aber also dem kulturell bedingten Denkmalschutz zu verstehen.

00:17:58: Also eher für mich tatsächlich in meinem Arbeiten auch die Frage zu stellen irgendwie der Denkmaltschutz ist was?

00:18:05: wo ich immer denke so werden die Gebäude erhalten.

00:18:08: Wir stehen hier gerade auf einer Freifläche, daneben ist ein Gebäude das ehemalige Sudhaus.

00:18:13: Das steht unter Denkmalschutz und das Gebäudede daneben wurde abgebrochen weil es nicht unter Schutz stand.

00:18:18: Es sah aber eins zu eins genau so aus.

00:18:20: warum gibt's also dieses Gebäuden mehr?

00:18:22: Und das sind so Fragen die ich mir halt stelle und dafür muss ich halt erstmal das was es gibt und dass der Denkmalschutz den halt wirklich in der Tiefe verstehen So, das ist sozusagen das eine was mich eher so auf der Forschungsebene sozusagen oder Erfahrungsebene interessiert und das andere ist einfach ich habe gerade ein sehr großes Projekt was unter Denkmalschutz steht.

00:18:41: Und zwar einen sehr speziell kulturellen Wert hat und dass es halt die Hutfabrik und da möchte ich einfach die Expertise haben

00:18:48: ja also auch Learning by Doing aber auch trotzdem nochmal hinsetzen und die ganze wirklich fachliche Theorie und alles

00:18:54: noch machen unbedingt nicht denken ich wüsste jetzt alles sondern halt wirklich auch sich vorzubilden.

00:19:00: Also das ist mir total wichtig von Erfahrung, von anderen zu lernen, zuzuhören und aufzunehmen und das dann halt wieder umzuarbeiten in die eigene Tätigkeit.

00:19:12: Konkret am Projekt Hutfabrik ist es eben so dass wir derzeit an der denkmalpflegerischen Zielstellung arbeiten gemeinsam mit den Denkmalschutzbehörden Und da möchte ich dann sozusagen mit einer Expertise rangehen, um halt einfach einen guten Abstimmungsstand zu haben.

00:19:28: Es ist Gebäude in den Siebzigern unter Denkmalschutz gestellt worden und dann einundneunzig nochmal nachbegründet, dass es auch auf die Denkmanisse Brandenburgs gekommen ist.

00:19:38: Da ist das einfach – und das hat ja tatsächlich einen sehr speziellen Denkmalwert, weil das sogar derzeitig im Gespräch ist ob das nicht als UNESCO-Welt erbe!

00:19:47: sozusagen eine Nominierung durchgehen soll und diesbezüglich ist es einfach wirklich ein Denkmal von sehr speziellem, und zwar internationalen Wert.

00:19:57: Das ist echt toll!

00:19:58: Also wenn es jetzt diesen Unterschied gibt zwischen Denkmann- und Bestandsschutz braucht das dann eine eigene Instanz

00:20:03: für Ressourcenschutz?

00:20:05: Das ist genau die Frage, die ich mir stelle und die ich tatsächlich in meinem Forschungsbau haben, was ich gerade aufbaue weiter untersuchen möchte.

00:20:12: Weil genau das die Frage ist sozusagen der kulturelle Denkmalschutz als Unterschutzstellung nicht viel besser aufgehoben wenn er zusätzlich noch eine materiell bedingte ressourcenschonende Bestandsschutz Richtlinie hätte, die da einfach eingreift und sagt stopp das gibt einmal wirklich diese kulturelle Besonderheit.

00:20:34: Die glaube ich für uns alle und für unsere gebaute Umwelt, für unsere Identität von Städten von Orten total wichtig ist.

00:20:40: und dann gibt es aber diesen materiellen Wert wo man sagt was produzieren wir denn, wenn es abgebrochen wird?

00:20:45: Was passiert denn

00:20:46: da?".

00:20:46: Und das wäre dann diese Instanz die einfach genau auch da ein Auge drauf hat.

00:20:50: Wenn man hört im Hintergrund ein paar Kinder und so weiter – das ist ganz schön!

00:20:53: Wir haben ja auch eine Kita, ich will mal sagen für die, die zuhören und dass nicht so sehen.

00:20:57: Das ist halt einfach sehr lebendig hier und sehr bunt eben, kam auch irgendwann mit einer Musikbox vorbei.

00:21:02: Ein Klangteppich im Hintergründer.

00:21:05: Ja... Du bist häufig zu Vorträgen eingeladen wie von der deutschen Stiftung Denkmalschutz.

00:21:12: Wie erlebst du diese Vermittlung selber?

00:21:16: Es macht irgendwie total Spaß, wenn man so operativ tätig ist und mitten in seinen ganzen Problemstellungen drinsteckt, manchmal rauszusuchen und zu gucken, warte mal für was mache ich es eigentlich, was mache?

00:21:36: Momente, wo man noch am Lösung finden ist hinzuweisen und zu sagen hey hier kommen wir gerade nicht weiter oder das funktioniert nicht so gut.

00:21:46: Das heißt, wir macht das total Freude.

00:21:48: Ehrlich gesagt unsere Arbeit oder meine Arbeit in dem Fall dann zu vermitteln.

00:21:53: eben bei der deutschen Schriftung Denkmalschutz war ich tatsächlich mehrfach auch mit Al-Garosswack zusammen aufm Podium und dann so Diskussionsrunden anzustellen weil eben da geht es ja auch genau darum so Denkmal Schutz und Bestandsschutz Bauwende wie müssen wir zusammenarbeiten?

00:22:06: Wie müssen wir miteinander denken.

00:22:08: Und ja, das ist ein total schöner und konstruktiver Austausch.

00:22:13: Der da stattfindet.

00:22:14: tatsächlich kam dieser Kontakt eben auch über meine Masterthesis Behüten Worüber dann der ehemalige Landeskonservator Jörg Haspel mich anrief und meinte, ich habe das hier gesehen.

00:22:23: Ich finde es ist super, wollen wir nicht mal einen Austausch kommen?

00:22:26: Großartig!

00:22:27: Und genau der nennt mich auch sehr freundlich über die Bestandsanwälte weil man sagt, ich stehe einfach dafür ein und ich versuche zu zeigen was man aus Bestand machen kann.

00:22:37: Das macht es Spaß da wirklich auf dieser Ebene in den Dialog zu gehen.

00:22:43: Ich bin viel für Universitäten angefragt, Inputs zu geben.

00:22:48: Auch hier vor Ort am Vollgutareal in der Hutfabrik und versuch da dann halt einfach immer die Ideenansätze und sozusagen so ein bisschen – ich nenn's mal – die gute und verantwortungsbewusste Architektur irgendwie zu sagen hey wir haben eine Verantwortung wenn wir diesen Beruf machen sowohl gestalterisch als eben auch für unsere Umwelt.

00:23:08: Wir haben eben schon von Zeitgeist gesprochen, wie erlebst du diese nächste Generation die für die Umnutzung und Zirkuläres bauen auch zur Selbstverständlichkeit geworden ist?

00:23:20: Ja es ist total toll!

00:23:21: Ich bin total glücklich, dass wir man also zum einen ist die Nachfrage sehr groß halt dazu Input zu kriegen und dann merkt man aber wieder für diese ist es nichts Neues.

00:23:29: So das ist total.

00:23:30: in der in dem akademischen Rahmen ist das Thema total angekommen und ich glaube wir haben in der Ausbildung in der Lehre gerade viele die da nochmal vielleicht dieses ganze thema auch die Möglichkeit haben aufs nächste Level zu bringen.

00:23:44: Das macht total Freude, dass das Interesse sehr groß ist, dass da einfach sehr kritische und gute Nachfragen kommen.

00:23:51: Also die Leute lassen sich nicht nur berieseln sondern sie merken... Da muss was passieren!

00:23:57: Ich finde es super!

00:23:58: Toll!

00:23:59: Du bist ja sehr vielseitig in dem was du tust von eben vermitteln planen bis ins Detail direkt selber Hand anlegen also auch handwerklich machst du mit wie würdest du dein Berufsbild beschreiben?

00:24:12: Und was möchtest du studieren, dann mitgeben die ähnliche Wege gehen wollen?

00:24:16: So vielseitig in verschiedenen Rollen.

00:24:19: Also ich glaube zum einen ist so ein bisschen dieser erste Schritt dass wenn ich die gebaute Umwelt mir eben angucke das ich erstmal den Respekt dem gegenüber zeige.

00:24:28: Dass ich erst mal mit Respekt an das was da ist rangehe und das es halt so ein bischen dieses weiterverwenden Bestand erhalten.

00:24:35: Erstmal so zu gucken welche Lösungen kann ich denn in dem was sich vorfinde finden Das ist ein bisschen mehr Knobelerbeit als wegmachen und neu bauen.

00:24:45: Und daher ist es etwas spannender, da diese Motivation zu geben, diese Knobelaufgaben zu machen.

00:24:52: Ich glaube das ist so was ich genau mitgeben wollen würde dass man damit Mehrwert schaffen kann Ja, und dann halt wirklich sich zu überlegen Maßnahmen gegen Leerstand.

00:25:02: Also ich meine es stört uns doch alle wenn Dinge leer stehen ist.

00:25:04: Es ist zwar auch ein Potenzial, das ist natürlich ein Potential was durch Leer stand erst mal gehalten wird.

00:25:09: aber wenn er da nur abgebrochen wird dann ist es irgendwie vergeudete Potenziale und dazu sagen lasst uns zeigen dass man diese Potenzielle nutzen kann.

00:25:17: Ich glaube das sind so ein bisschen Dinge die ich mitgeben würde um zu sagen traut euch Lösungen zu finden outside of the box und so, die einfach anders sind.

00:25:30: Es macht Spaß!

00:25:33: Das wäre jetzt ein optimales Schlusswort.

00:25:35: Ich trotzdem möchte ich noch fragen

00:25:37: wie würdest

00:25:37: du dein Berufsbild selbst beschreiben zwischen Konzeptprogrammierung Detailbehördenarbeit und Selbstbau?

00:25:45: Das ist eine sehr spannende Frage weil ich glaube der Begriff Architektin ist...

00:25:50: Was

00:25:50: is

00:25:50: das?!

00:25:52: Das ist die Baustelle hier nebendran.

00:25:54: Was genaues, das kann ich grad nicht sehen?

00:25:56: Da müsste ich in den Bauablaufplan gucken!

00:25:59: Okay mein Berufsbild... Ich glaube viele, die das anfangen zu studieren denken erst mal es ist sehr gestalterisch.

00:26:05: Ich glaub da ist irgendein Wesen im untersten Geschorsten

00:26:09: raus.

00:26:10: Der Vollgutgeist.

00:26:12: Genau.

00:26:12: also ich glaube viele denken dass es sehr gestalterisch ist und ich glaube man muss einfach sehen man IS Architekturgestalterin Umbaumacherin.

00:26:20: Das wäre jetzt so wahrscheinlich mein Titel, man ist irgendwo

00:26:24: eben

00:26:25: die Regentin von einem sehr großen Team an Expertise, die man zu den richtigen Momenten zusammenbringt.

00:26:32: Eben sowas wie die Leistungsphase Null hochzuholen und zu sagen hey das ist total wichtig für den späteren Entwurf, das ist nicht nur sozusagen Architektur es nicht nur entwurf sondern die Grundlage der Bauaufgabe ist halt wichtig.

00:26:43: also beim zirkulären Bauen muss eben vom Anfang an dass als Teil drin stehen, weil wirklich zirkuläres Bauen ist eben ab dem ersten Strich und nicht erst dann wenn man die Materialien sucht.

00:26:54: So ja und da zu sagen okay ich bin zum einen Dirigentin eben zu gucken was es zu welchem Moment das die richtige Methode die ich hochhole immer mit dem Blick was ist denn aber auch das Gesamtwerk?

00:27:08: Und dann tatsächlich aber zu machen.

00:27:11: also man isst eben nicht nur an das Hawaii-Leistungsbild gebunden, wenn man die gebaute Umwelt wie sie ist umbauen möchte.

00:27:19: Wenn man sie schützen möchte und zeigen möchte dass es kreativ zu machen ist und dass es da Möglichkeiten ganz tolle Referenzen und eben Maßnahmen gibt oder auch Methodenkataloge gibt.

00:27:30: ich glaube ja man ist selbst in dem Moment auch dabei jetzt zum Beispiel Bauhandschaft zu beraten was alles möglich ist.

00:27:43: Okay, das kann man ja bei einem klassischen Berufsbild auch sagen und bei dir ist jetzt sozusagen Architektin mit Schwerpunkt Umbaumacherinnen?

00:27:52: Ja!

00:27:53: Dann danke ich dir vielmals für das Interview, Felene Barbe.

00:27:56: Dankeschön

00:27:58: Das war Studiert um zu bauen.

00:28:00: der Baunetz Campus Alumni Podcast präsentiert von Gira.

00:28:03: Wir freuen uns wenn ihr beim nächsten Mal wieder rein hört und wenn ihr uns eine Bewertung da lasst.

00:28:08: Redaktion und Veröffentlichung Katharina Lux, Baunetz Campus.

00:28:12: Moderation und Audio-Produktion.

00:28:13: Ich, Kerstin Kunekath Berlin.

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